Ein Regenschirm ist ein Paraplü, ein Federbett heißt Plümo und wer von einer Mösch spricht, meint einen Spatz. In der kölschen Sprache haben viele ganz alltägliche Dinge einen Namen, der mit dem hochdeutschen Wort auf den ersten Blick kaum etwas gemeinsam hat.
Manche dieser Wörter hört man auch heute noch regelmäßig. Andere kennen viele Kölner vor allem aus ihrer Kindheit, von den Eltern oder Großeltern. Und wer nicht aus Köln kommt, dürfte bei einigen Begriffen erst einmal rätseln. Wir haben elf kölsche Wörter zusammengestellt, die sich besonders deutlich von ihren hochdeutschen Bezeichnungen unterscheiden. Wie viele davon kennst du? (Foto: Jannis Trieb)
1. Äädappel – Kartoffel auf Kölsch
Wer in Köln Ädäppele auf den Tisch stellt, serviert Kartoffeln. Das kölsche Wort Äädappel bedeutet wörtlich übersetzt Erdapfel.
Kartoffeln gehören zu den klassischen Zutaten der kölschen Küche. Besonders bekannt ist das Gericht Himmel un Ääd, bei dem Kartoffeln und Äpfel zusammenkommen. Die Kartoffel ist übrigens längst nicht das einzige Gemüse, das im Kölschen einen eigenen Namen hat. In unserer Sammlung findest du 21 kölsche Wörter für Obst und Gemüse.
2. Flönz – Blutwurst auf Kölsch
Flönz ist eines der bekanntesten Wörter der kölschen Küche. Gemeint ist eine traditionelle Blutwurst, die in Köln beispielsweise als Kölscher Kaviar oder zu Himmel un Ääd gegessen wird.
Ganz so einfach ist die Übersetzung allerdings nicht. Historisch gab es Unterschiede zwischen Flönz und anderen Blutwürsten. Der Name wurde früher unter anderem für günstig verkaufte Wurstenden verwendet. Warum die Blutwurst in Köln Flönz heißt und worin die Unterschiede bestehen, erklären wir ausführlich in unserem Artikel Warum heißt die Blutwurst Flönz?.
3. Fleutekies – Quark auf Kölsch
Wer Fleutekies hört, denkt vermutlich nicht sofort an Quark. Doch genau das ist mit diesem kölschen Wort gemeint. Daneben kennt die kölsche Sprache weitere Bezeichnungen für Quark, darunter Klatschkies. Solche Unterschiede zeigen, wie vielfältig der traditionelle Wortschatz rund um Lebensmittel ist.
4. Mostert – Senf auf Kölsch
Was bedeutet Mostert auf Kölsch? Gemeint ist ganz einfach Senf. Das Wort gehört zum traditionellen rheinischen Sprachgebrauch und ist eng mit der regionalen Esskultur verbunden. Wer beispielsweise eine Wurst mit Mostert bestellt, bekommt Senf dazu.
5. Kappes – Kohl auf Kölsch
Kappes ist die kölsche Bezeichnung für Kohl. Das Wort ist aber auch außerhalb der Küche bekannt. Denn wenn jemand in Köln erzählt, ein anderer würde Kappes reden, meint er damit Unsinn. Ein Wort mit zwei Bedeutungen, das zeigt, wie Lebensmittel auch in kölsche Redewendungen Einzug gehalten haben.
6. Öllich – Zwiebel auf Kölsch
Die Zwiebel heißt auf Kölsch Öllich. Auch die Schreibweise Öllig ist verbreitet.
Eine wichtige Rolle spielt der Öllich beim Kölschen Kaviar. Dabei wird Flönz traditionell mit einem Röggelchen und Zwiebelringen serviert. Wer noch mehr solcher Begriffe entdecken möchte, kann sein Wissen in unserem Quiz über kölsche Wörter für Obst und Gemüse testen.
7. Schabau – Schnaps auf Kölsch
Was bedeutet Schabau? Im rheinischen Sprachgebrauch ist damit Schnaps beziehungsweise ein hochprozentiger Branntwein gemeint. Das Wort gehört zu den Ausdrücken, die eng mit der traditionellen kölschen Alltagssprache verbunden sind. Wer früher von einem Schabau sprach, meinte jedenfalls kein Glas Wasser.
8. Paraplü – Regenschirm auf Kölsch
Ein Paraplü ist ein Regenschirm. Das Wort stammt vom französischen „parapluie“, das dieselbe Bedeutung hat.
Es ist eines von vielen Beispielen für den französischen Einfluss auf die kölsche Sprache. Auch andere Begriffe, die bis heute in Köln bekannt sind, haben ihren Ursprung im Französischen. Welche das sind, zeigen wir in unserer Sammlung mit 14 kölschen Wörtern, die eigentlich aus dem Französischen kommen.
Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:9. Plümo – Federbett oder Bettdecke auf Kölsch
Plümo ist ein Wort, das viele Kölner seit ihrer Kindheit kennen. Gemeint ist ein Federbett beziehungsweise eine Bettdecke. Auch die Schreibweise Plümmo kommt vor.
Das Wort geht auf das Französische zurück. Dort bezeichnet „plume“ eine Feder, während „plumeau“ unter anderem ein Federbett bezeichnete. Besonders interessant: Manche Menschen, die mit dem Begriff Plümo aufgewachsen sind, wissen lange gar nicht, dass das Wort nicht zum allgemeinen hochdeutschen Sprachgebrauch gehört.
Wir haben dem Begriff bereits einen eigenen Beitrag gewidmet. Dort kannst du auch testen, ob du die richtige Bedeutung kennst: Was bedeutet das kölsche Wort Plümo?
10. Daachhas – Katze auf Kölsch
Bei diesem Wort dürften selbst einige Kölner überrascht sein: Daachhas ist eine traditionelle, scherzhafte Bezeichnung für eine Katze.
Wörtlich übersetzt bedeutet das Wort Dachhase. Es gehört zu den besonders bildhaften Ausdrücken des kölschen Wortschatzes und unterscheidet sich deutlich vom hochdeutschen Begriff. Dass in dem Namen ein Hase steckt, obwohl eine Katze gemeint ist, macht ihn zu einem besonders ungewöhnlichen Beispiel.
11. Mösch – Spatz auf Kölsch
Der Spatz heißt auf Kölsch Mösch. Das Wort hat eine lange Geschichte und geht auf eine lateinische Sprachwurzel zurück.
Auch in der kölschen Musik hat die Mösch ihren Platz gefunden. Willi Ostermann widmete dem kleinen Vogel sogar ein eigenes Lied. Das zeigt, wie tief solche Begriffe in der Sprache und Kultur Kölns verwurzelt sind.
Welche dieser elf kölschen Wörter kennst du noch?
Ob Äädappel, Paraplü oder Plümo: Viele dieser Begriffe gehören zur Sprache, mit der Generationen von Kölnern aufgewachsen sind.
Nicht alle sind ausschließlich in Köln bekannt. Einige werden auch in anderen Teilen des Rheinlands verwendet. Gerade das macht die Geschichte der regionalen Sprache so interessant. Wer tiefer in den kölschen Wortschatz eintauchen möchte, findet bei uns auch 27 Wörter, die außerhalb von Köln nicht jeder versteht.
Und jetzt bist du gefragt: Welche dieser elf Wörter benutzt du selbst noch? Welche hast du früher von deinen Eltern oder Großeltern gehört? Und welche typisch kölschen Wörter fehlen in unserer Sammlung?
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