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Grüne Papageien

Wenn Kölns grüne Papageien in der Hauswand brüten – das müssen Eigentümer wissen

Kölns grüne Sittiche leben nicht nur in Parks und Baumalleen. Manche von ihnen suchen sich auch ungewöhnliche Brutplätze – zum Beispiel Löcher in Hausfassaden. Das kann Schäden verursachen. Einfach verschließen dürfen Eigentümer solche Öffnungen aber nicht. Der NABU Köln erklärt, worauf zu achten ist.

Halsbandsittiche und Große Alexandersittiche gehören längst zum Kölner Stadtbild. Normalerweise brüten die grünen Papageien in Baumhöhlen. Doch auch Fassaden können für die Vögel interessant werden – vor allem dann, wenn dort bereits geeignete Öffnungen vorhanden sind. (Foto: Imago / Horst Galuschka)

Nach Angaben des NABU Köln sind häufig Spechte die eigentlichen „Baumeister“. Sie schlagen Löcher in Rauputz- oder sogar Klinkerfassaden. Die Spechte selbst nutzen diese Öffnungen allerdings nicht immer dauerhaft. Später können andere höhlenbewohnende Vogelarten einziehen – darunter inzwischen auch Halsbandsittiche und Große Alexandersittiche.

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Sittiche können vorhandene Schäden vergrößern

Für Hauseigentümer kann das zum Problem werden. Mit ihren kräftigen Schnäbeln können die Sittiche vorhandene Öffnungen bearbeiten und erweitern.

Besonders relevant ist das bei Fassaden mit einem Wärmedämmverbundsystem. Bleiben Hohlräume oder beschädigte Dämmplatten zurück, können laut NABU unter anderem Kältebrücken entstehen und die Funktion der Wärmedämmung beeinträchtigt werden. Der Verband empfiehlt deshalb, beschädigte Bereiche fachgerecht zu öffnen, betroffene Dämmplatten zu ersetzen und die Fassade anschließend wieder vollständig herzustellen.

Was Eigentümer dagegen nicht tun sollten: ein Loch einfach oberflächlich mit einer Holz- oder Metallplatte abdecken. Laut NABU können sich Sittiche seitlich neben der Abdeckung einen neuen Zugang zur alten Bruthöhle schaffen.

Nicht einfach Bauschaum oder Mörtel verwenden

Noch wichtiger ist der Artenschutz. Der NABU warnt ausdrücklich davor, Fassadenöffnungen einfach mit Bauschaum oder Mörtel zu verschließen. Bei Gefahr ziehen sich die Vögel tief in die vorhandene Höhle zurück. Im schlimmsten Fall könnten Tiere dadurch lebendig eingeschlossen werden. Auch Fledermäuse können sich in solchen Hohlräumen befinden.

Grundsätzlich verweist der NABU auf die Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes. Wild lebende Tiere dürfen nicht ohne vernünftigen Grund getötet und ihre Lebensstätten nicht einfach beeinträchtigt oder zerstört werden. Vor einer Reparatur müsse deshalb sichergestellt werden, dass sich kein Sittich mehr in der Öffnung befindet.

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Wann darf eine Öffnung geschlossen werden?

Der NABU Köln nennt dafür einen konkreten Zeitraum. Von grünen Papageien besetzte Fassadenlöcher sollten nur außerhalb der Brutzeit geschlossen werden – demnach von Anfang August bis Anfang Februar. Nach Möglichkeit empfiehlt der Verband, den richtigen Zeitpunkt durch einen Fachgutachter bestimmen zu lassen.

  • Der Grund: Auch wenn die Sittiche ihre Brut bereits beendet haben, könnten andere Vogelarten die Höhle anschließend noch nutzen.

Die Lösung kann ein spezieller Nistkasten sein

Der NABU empfiehlt deshalb nicht nur, eine beschädigte Stelle zu reparieren, sondern den Tieren gleichzeitig einen Ersatz anzubieten.

Dafür gibt es spezielle Sittich-Nistkästen. Nach Angaben des NABU können Halsbandsittiche bei richtiger Vorgehensweise aus einer Fassadenhöhle in einen solchen Brutkasten an der Außenwand umgesiedelt werden. So sollen weitere Schäden an der Fassade vermieden werden.

Idealerweise wird der Nistkasten dort angebracht, wo sich zuvor die Fassadenöffnung befand. Dadurch steigt laut NABU die Wahrscheinlichkeit, dass die Sittiche den neuen Brutplatz annehmen. Alternativ könne der Kasten auch deutlich höher oder bei Flachdächern an der Attika montiert werden.

Der NABU Köln bietet nach eigenen Angaben entsprechende Nistkästen an. Zum Einsatz kommen Modelle aus Sperrholz oder Holzbeton, die an der Fassade befestigt werden können.

Auch der NABU Köln bietet Beratung an

Wer Sittiche in der Hauswand entdeckt, kann sich an den Arbeitskreis „Kölner Sittiche“ des NABU Köln wenden.

Für eine erste Einschätzung bittet der Verband nach eigenen Angaben um die Anschrift und Fotos der betroffenen Stelle. Damit sollen sowohl die Schäden als auch die dort brütende Sittich-Art bestimmt werden können. Bei Bedarf sei auch eine Beratung vor Ort möglich.

Quelle: NABU Stadtverband Köln, Flyer „Baumeister Sittich – Vögel an Fassaden“, 2021.

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