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Grüne Papageien Köln

Zehn Behauptungen über Kölns grüne Papageien – was stimmt wirklich?

Sie seien eine Plage, hätten keine Feinde und nähmen heimischen Vögeln die Brutplätze weg: Über Kölns grüne Papageien kursieren viele Behauptungen. Der NABU Köln hat zehn davon einem Faktencheck unterzogen. Einige halten sich hartnäckig – obwohl sie so gar nicht stimmen.

1. „Die Papageien breiten sich ungehemmt aus“

Stimmt so nicht.

Die Sittiche sind auf bestimmte klimatische Bedingungen angewiesen. Bislang finden sie diese vor allem in wärmeren Regionen wie dem Rheinland, dem Rhein-Main- und Rhein-Neckar-Gebiet. Außerdem brauchen sie Bruthöhlen und ziehen nur einmal im Jahr Nachwuchs groß. Von einer völlig ungehemmten Ausbreitung könne deshalb nicht gesprochen werden.

2. „Die Sittiche haben keine natürlichen Feinde“

Falsch.

Zu ihren Fressfeinden gehören unter anderem Wanderfalken und Habichte. Auch Waldkäuze, Marder und gelegentlich Krähen können Sittiche erbeuten. Allerdings haben diese Feinde nach Angaben des NABU bislang keinen entscheidenden Einfluss auf die Bestandsentwicklung.

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3. „Sie nehmen heimischen Vögeln Brutplätze und Nahrung weg“

So pauschal stimmt das nicht.

Genau hier wird es interessant. Der NABU betont, dass bislang keine heimische Vogelart durch die Sittiche in ihrem Bestand bedroht ist. Zwar gibt es Konkurrenz um Baumhöhlen. Die Sittiche vergrößern mit ihren kräftigen Schnäbeln aber auch vorhandene Höhlen, sodass größere Arten wie Hohltauben davon profitieren können.

Auf der anderen Seite können dadurch kleinere Höhlen für Meisen und Kleiber verloren gehen. Auch Auseinandersetzungen etwa mit Dohlen kommen vor. Der NABU weist zugleich darauf hin, dass Rückgänge heimischer Arten oft andere Ursachen haben: Bei Staren spielt beispielsweise der Insektenrückgang eine Rolle.

Auch beim Futter sieht der NABU keine einfache Verdrängung. Halsbandsittiche ernähren sich von zahlreichen Pflanzen, darunter Rosskastanie, Hainbuche und Platane. Gerade Platanen liefern ihnen auch im Winter Nahrung.

4. „Die Sittiche übertragen Krankheiten auf heimische Vögel“

Nach bisherigem Kenntnisstand: nein.

Nach Angaben des NABU wurden Kot und Blut der Tiere mehrfach untersucht. Hinweise darauf, dass die Kölner Sittiche Krankheiten auf heimische Vogelarten übertragen, gebe es bislang nicht.

5. „Die Papageien sind für Menschen gesundheitlich gefährlich“

Dafür gibt es bislang keinen bekannten Fall.

Dem NABU ist kein Fall bekannt, bei dem sich in Deutschland ein Mensch bei freilebenden Sittichen angesteckt hat. Wie bei anderem Vogelkot gilt trotzdem: Bei der Reinigung sollte man vorsichtig sein und ihn am besten mit Wasser entfernen.

6. „Sie plündern Obstbäume“

Ja, das kann passieren.

Sittiche können in Gruppen in Gärten einfallen und Obst fressen. Ganz exklusiv ist dieses Verhalten allerdings nicht – auch heimische Stare sind dafür bekannt.

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7. „An ihren Schlafplätzen ist die ganze Nacht Lärm“

Nur teilweise richtig.

Laut werden die Vögel vor allem beim Eintreffen am Abend und kurz vor dem Abflug am Morgen. In der Nacht selbst ist es an den Schlafplätzen dagegen ruhig.

8. „Unter den Schlafbäumen ist alles voller Kot“

Ja.

Hier redet der NABU nichts schön. Große Schlafplätze können für erhebliche Verschmutzungen sorgen. Besonders problematisch sind Standorte direkt neben Außengastronomie, Haltestellen oder Wohnhäusern. Wie stark sich Menschen daran stören, hängt laut NABU auch davon ab, wie häufig dort gereinigt wird.

9. „Die Sittiche beschädigen Häuser“

Auch das kann stimmen.

Die Tiere nutzen beispielsweise von Spechten geschaffene Löcher in Fassaden als Brutplätze. Mit ihren Schnäbeln können sie diese Öffnungen weiter vergrößern und dadurch bestehende Schäden verschlimmern.

10. „Kölns Papageien fliegen schneller als die Polizei erlaubt“

Tatsächlich ja.

Das ist der kurioseste Punkt des Faktenchecks: 2016 wurde im pfälzischen Zweibrücken ein Halsbandsittich mit 43 km/h in einer Tempo-30-Zone geblitzt. Selbst die Polizei nahm den Vorfall damals mit Humor.

Was bleibt vom schlechten Ruf der Kölner Papageien?

Der Faktencheck zeigt auch: Viele Geschichten über die grünen Sittiche sind zu pauschal.

Sie verursachen durchaus Probleme. Sie können Fassaden beschädigen, Schlafplätze verschmutzen und mit anderen Vögeln um Bruthöhlen konkurrieren. Gleichzeitig gibt es nach Angaben des NABU Köln bislang keinen Nachweis dafür, dass sie eine heimische Vogelart in ihrem Bestand bedrohen.

Gerade deshalb lohnt sich eine nüchterne Betrachtung. Kölns Papageien sind weder völlig harmlose Maskottchen noch automatisch eine ökologische Plage.

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