Im Kölner Brauhaus gibt es viele Begriffe, die man nicht sofort versteht, wenn man nicht regelmäßig dort sitzt. Die Stange ist den meisten noch bekannt, der Köbes auch – aber beim Stößchen wird es schon spezieller. Dabei gehört der Begriff zu den kuriosen Besonderheiten der Kölner Bierkultur – man findet es allerdings auf keiner Speisekarte.
Weißt du, was damit gemeint ist? Hier kannst du dein Wissen testen und liest im Anschluss eine ausführliche Erklärung:
Die Erklärung zum Begriff Stößchen
Ein Stößchen ist eine kleinere Variante der klassischen Kölner Stange. Das Glas ist kürzer als ein normales Kölschglas und fasst etwas mehr als die Hälfte eines üblichen Kölsch. Aus Gründen des Eichrechts trägt es eine Markierung von 0,1 Litern, wird in der Praxis aber häufig etwas voller eingeschenkt.
Im Brauhaus spielt das Stößchen vor allem in geselligen Runden eine Rolle. Es wird zum Beispiel bestellt, wenn jemand weniger trinken möchte – oder wenn ein Gast dem Wirt oder dem Köbes ein Kölsch ausgibt. Dann trinkt dieser oft kein ganzes Glas, sondern eben ein Stößchen.
Kurios ist auch die Herkunft: Das Stößchen soll gar nicht aus Köln stammen, sondern aus Dortmund. Dort mussten Passanten im 19. Jahrhundert häufig vor geschlossenen Bahnschranken warten.
Ein findiger Wirt soll die Wartezeit genutzt und Bier in kleinen, schnell zu trinkenden Gläsern ausgeschenkt haben. So entstand diese besondere Maßeinheit. Wie das Stößchen dann nach Köln kam, ist allerdings nicht eindeutig überliefert.
Fest steht aber, dass es unter Kölsch-Kenner sehr bekannt ist – auch wenn man es in dieser Form nicht auf einer Speisekarte in den bekannten Kölner Brauhäusern liest.
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