Die drei Kranhäuser am Rheinauhafen gehören zu den markantesten Gebäuden Kölns. Kaum ein Motiv steht so sehr für den Wandel Kölns: vom ehemaligen Industriehafen hin zu einem der exklusivsten Quartiere der Stadt direkt am Rhein. In der Beurteilung sind viele Kölner gespalten: Die einen finden sie schön, andere empfinden das „neue“ Veedel als zu steril und betonlastig.
Die drei Kranhäuser sind zunächst quasi baugleich, funktionieren aber doch sehr unterschiedlich. Die Antwort, wem die drei Kranhäuser gehören zeigt vor allem, wie große Immobilien in der heutigen Zeit funktionieren.
Drei Häuser – drei Modelle
- Zwei Kranhäuser werden als Bürogebäude genutzt
- eines ist ein reines Wohnhaus mit Eigentumswohnungen
Das Wohn-Kranhaus: Eigentum verteilt auf viele
Das nördliche Kranhaus im Rheinauhafen ist ein Wohngebäude. Hier gibt es keine einzelne Eigentümerin oder einen Investor, der das gesamte Haus besitzt. Stattdessen ist das Gebäude aufgeteilt in rund 130 Eigentumswohnungen.
Hier fallen einem direkt prominente Namen ein, die dort Eigentumswohnungen besitzen, wie etwa Lukas Podokski. Wir haben hier also das klassische Prinzip einer Eigentümergemeinschaft, wie man es von ganz normalen Häusern kennt.
Der Besitzer der Büro-Kranhäuser
Bei den beiden Bürohäusern ist die Sache ganz anders. Diese Häuser sind nicht im Streubesitz mit einer Verwaltung. Das Kranhaus 1 hat zuletzt 2022 den Besitzer gewechselt. Es gehört seitdem der Deka Immobilien. Verkäufer damals war der „Real Assets Investmentmanager Patrizia AG„.
„Die Liegenschaft soll in das Portfolio des Offenen Immobilienfonds WestInvest InterSelect eingebracht werden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart“, hieß es damals in einer Mitteilung der Deka.
Die Formulierungen lassen bereits erahnen, dass es sich hier nicht um eine klassische Firma als Besitzer handelt.
Das Investment-Haus der Sparkassen
Die Deka Immobilien ist das Investment-Haus der Sparkassen für Immobilien, das über 50 Milliarden Euro an Vermögen verwaltet und mit 580 Immobilien weltweit einer der größten Immobilien-Investmentmanager Europas ist.
Hinter dem Kranhaus steht mit der Deka Immobilien also kein klassischer Eigentümer, sondern ein Fondsanbieter aus dem Sparkassen-Umfeld. Die Gesellschaft verwaltet Immobilien im Auftrag vieler Anleger – und kauft Gebäude, um daraus langfristig Mieteinnahmen zu erzielen.
Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Oder anders erklärt: Vereinfacht gesagt bündeln sie das Geld vieler Anleger. Dieses Geld wird genutzt, um Immobilien zu kaufen – etwa Bürogebäude wie die Kranhäuser. Die Unternehmen, die dort sitzen, zahlen Miete. Diese Einnahmen fließen in den Fonds zurück und werden an die Anleger verteilt.
Das bedeutet: Das Gebäude gehört nicht „der Deka“ im klassischen Sinne sondern vielen Anlegern, deren Geld die Deka verwaltet.
Oder noch einfacher: Das Kranhaus ist eine Geldanlage.
Die Kennzahlen zu dem genannten Fond Immobilienfonds WestInvest InterSelect zeigen, dass es sich hierbei eher um ein konservatives Investment handelt (Motto: „Stabilität ist unser Asset“). Die laufenden Kosten pro Jahr werden mit 3,08% angegeben, die Einstiegskosten mit 5,26 Prozent. Eine im Vergleich zu üblichen ETF-Fonds hohe Gebührenordnung.
Die Büroflächen im Rheinauhafen sind in der Neuvermietung übrigens auch kein Schnäppchen. In dieser aktuellen Anzeige werden 15 Quadratmeter für 1295 Euro kalt angeboten.
Auch das andere Bürokranhaus gehört übrigens seit vielen Jahren der Deka Immobilien.
Das Konstrukt ist nicht ungewöhnlich, sondern recht normal für große Gebäude in Köln. Ähnlich verhält es sich auch mit den Besitzverhältnissen bei der Lanxess Arena oder beim neuen Dom Hotel, wobei die Eigentümer hier jeweils nochmal aus einem ganz anderen Umfeld kommen, wie ihr hier nachlesen könnt:
Zum Thema: Warum steht ein Nikolaus am Eingang des Rheinauhafens?



