Tatort Köln Oper

Neuer Tatort spielt in Kölner Oper und gibt Einblicke in Milliardenbaustelle

Wer zum aktuellen Tatort aus Köln einschaltet, der bekommt dieses Mal einen Einblick in einen Ort, den die Kölner seit vielen Jahren nicht mehr von innen gesehen haben. Die Oper und die Milliarden-Sanierung steht für viele Kölner als Symbol, was in der Stadt zuletzt schief gelaufen ist.

Durch die Kölner Kommissare Max Ballauf und Freddy Schenk bekommt man nun erstmals einen Einblick, wie es im Innern der Oper aussieht. (Foto: WDR / Thomas Kost)

Große Bühne für den Kölner „Tatort“

In ihrem 94. gemeinsamen Fall ermitteln Max Ballauf und Freddy Schenk dort, wo sonst Arien, Orchestergräben und Premierenfieber den Ton angeben. Tatort – Die Schöpfung spielt in der Welt der Oper Köln – und nutzt dabei gleich zwei Spielorte: die Interimsspielstätte im Staatenhaus in Köln-Deutz und die Baustelle der „neuen alten“ Oper am Offenbachplatz.

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Der Mordfall ist entsprechend dramatisch angelegt: Mitten in den Endproben zu Joseph Haydns „Die Schöpfung“ wird Elli Zander, eine Mitarbeiterin der Requisite, erschossen aufgefunden. Sie trägt ein Kleid aus dem Kostümfundus, ihr Körper ist wie für eine Inszenierung drapiert.

Als Rüstmeisterin war sie für die Waffenattrappen der Oper zuständig – und tatsächlich fehlt eine echte Schusswaffe.

Ballauf und Schenk stoßen bei ihren Ermittlungen schnell auf ein Geflecht aus Eitelkeiten, Abhängigkeiten und Machtfragen hinter den Kulissen. Als ein zweiter Mord geschieht und Ballauf den mutmaßlichen Täter auf einer Balustrade im Rohbau der Oper sieht, wird klar: Der oder die Gesuchte stammt aus den eigenen Reihen.

Zwei Kommissare, zwei Opernwelten

Reizvoll ist der Kontrast der Ermittler. Max Ballauf, gespielt von Klaus J. Behrendt, fühlt sich in der Opernwelt sichtbar unwohl. Die fein nuancierte Sprache von Intendanten, Oberspielleitung und Kostümabteilung prallt auf seine direkte Art.

Behrendt sagt selbst, dass er privat ähnlich tickt: Klassische Musik ja – Oper eher weniger. „Ich bin da eher die Fraktion Rock’n’Roller.“

Ganz anders Freddy Schenk. Dietmar Bär beschreibt seinen Kommissar als erklärten Opernliebhaber. Für ihn ist die Oper ein Ort der Extreme: große Gefühle auf der Bühne, menschliche Abgründe dahinter.

Bär kennt diese Welt aus eigener Erfahrung – als Schüler verdiente er sich als Statist an den Dortmunder Bühnen Geld, unter anderem in Puccinis „La Bohème“. Diese Nähe zur Bühne verleiht Schenk im Film eine besondere Haltung: neugierig, respektvoll, aber nicht blind für die Schattenseiten.

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Gedreht wurde im Spätsommer 2024

Gedreht wurde vom 29. August bis 30. September 2024 – teils im laufenden Betrieb der Oper. Für das Team bedeutete das Dreharbeiten hinter den Kulissen, während parallel an neuen Premieren gearbeitet wurde.

Besonders eindrücklich waren die Szenen auf der Baustelle der Oper am Offenbachplatz. Behrendt beschreibt den Bau wie einen Eisberg: Von außen sei nur ein Bruchteil sichtbar, der eigentliche Bühnenkomplex liege verborgen darunter – mit Orchestergraben, mehreren Ebenen und Beleuchterbrücken.

Dietmar Bär bringt es auf den Punkt: Köln hat aktuell gleich zwei Opernhäuser – und damit eine doppelte Kulisse für einen Film, der von Inszenierung, Illusion und Realität handelt.

Köln als heimlicher Hauptdarsteller

Für Köln ist dieser „Tatort“ mehr als nur ein weiterer Krimi. Er zeigt einen zentralen Kulturort der Stadt in einer Phase des Übergangs – zwischen Provisorium und Hoffnung auf Wiedereröffnung. Dass Ballauf und Schenk als erste Schauspieler überhaupt auf der neuen Opernbühne standen, ist eine jener kleinen Geschichten, die den Film zusätzlich aufladen.

Wer am Sonntag (20:15 Uhr, ARD) einschaltet, bekommt also keinen klassischen Straßen- oder Milieukrimi, sondern einen Blick hinter eine der großen Kölner Bühnen. Mord, Musik, Macht – und eine Stadt, deren Oper selbst zum Tatort wird.

Einblicke in die Kölner Oper

Schön: Quasi alle Szenen spielen in Köln und haben Wiedererkennungswert: Die Oper, das Staatenhaus. Besonders die Einblicke in die neue Kölner Oper sind für Kölner sicher interessant. Man sieht die riesige Bühne, aber auch wie verwinkelt es hinter den Kulissen ist. Weitere bekannte Orte der Stadt sind im Tatort nicht zu sehen.

Die letzten Szene findet bereits seit Jahren nicht mehr an der Wurstbraterei in Deutz statt. In diesem Fall ist in der letzten Szene aber immerhin der Tanzbrunnen am Staatenhaus im Hintergrund zu sehen.

Schön ist es auch zu sehen, dass zunehmend bekannte Kölner Orte Hauptschauplätze der Kölner Tatort-Folgen sind: Die Tatort-Folge im Frühjahr 2025 etwa spielte auf dem Colonius.

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