Rolltreppen am Eberplatz

Ebertplatz: Kunstwerk auf defekter Rolltreppe bietet trostlosen Anblick

Der Kölner Eberplatz ist in den Augen vieler Kölner wenig einladend. Kleinkriminalität und Drogendealer beherrschen die Zwischenebenen, in denen es nach Urin riecht. Engagierte Bürger vor Ort versuchen immer wieder, den Platz mit Veranstaltungen aufzuwerten. Die Stadt unterstützt eine „Zwischennutzung“ ebenfalls. Unter anderem werden kleinere Veranstaltungen gefördert. Seit Sommer 2021 sind auf den defekten Rolltreppen außerdem Kunstwerke angebracht.

Eine der Rolltreppen ist eine Rutsche, ein weiteres Kunstwerk ist eine Art Lava-Installation, die sich über die Rolltreppe ergießt. Die Installation trägt den Titel „Muddy Moves“ und windet sich wie erkaltete Lava die Treppe vom Eigelstein in die Ebertplatzpassage hinab. Es wurde von den KünstlerInnen Andreas Gehlen und Maria Wildeis gestaltet.

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„Für die archaisch anmutende Plastik modulierte Gehlen zunächst eine Unterkonstruktion, die er anschließend mit Beton verfüllte, woraus sich eine Analogie zum – für den Ebertplatz charakteristischen – Waschbeton ergibt“, schrieb die Stadt Köln zur Eröffnung der Lava-Kunst 2021.

Mehr als ein Jahr später sind die Rolltreppen nach wie vor defekt. An den installierten Kunstwerken macht sich derweil die Witterung bemerkbar – und der menschliche Einfluss. Auf der Lava-Rolltreppe haben sich Moosschichten gebildet. Es liegt außerdem Müll in den Ritzen – sowohl unten als auch oben. Eine weitere Rolltreppe ist als Rutsche gedacht. Doch einladend sieht auch sie nicht mehr.

„Willst du rutschen.“
„Nee, guck mal, das ist ganz nass da unten. Ich weiß nicht, was das ist.“

So lautete der Dialog eines Pärchens vor der Rutsche im September 2022. Die gut gemeinten Kunstwerke sehen im Herbst 2022 nur noch wenig einladend aus.

Warum gibt es die Rolltreppen-Kunstwerke?

Der Rat der Stadt Köln hatte 2018 beschlossen, dass defekte Rolltreppen am Ebertplatz bis zur Umgestaltung nicht mehr erneuert werden sollten, da sich das nicht mehr lohnen würde. Die Fläche wurde aber zur künstlerischen Nutzung freigegeben – eine Zwischennutzung also, um den ansonsten trostlosen Anblick von defekten Rolltreppen in der Stadt aufzuhübschen.

Die Lava-Treppe ist eines von sieben Kunstwerken am Ebertplatz, die zur Bespielung der defekten Rolltreppen ausgewählt wurden. Der große Brunnen in der Mitte des Ebertplatzes („wasserkinetische Plastik“) ist längst wieder in Betrieb und war besonders an heißen Tagen im Sommer ein beliebter Treffpunkt auch für Familien.

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Brennpunkt Ebertplatz

Trotz der Unterstützung der Stadt Köln für eine Zwischennutzung gilt der Ebertplatz nach wie vor als Brennpunkt. Erst Ende Juli 2022 hob die Polizei bei einer Razzia zahlreiche Drogenverstecke aus. Polizeihunde fanden Drogenpakete unter anderem in Rollädenkästen und Deckenlampen der Zwischenebene (mehr Infos hier).

Eisbahn auf dem Eberplatz abgesagt

Am Ebertplatz gab es in der Vorweihnachtszeit zuletzt regelmäßig eine Eisbahn, die unter anderem auch für Schulklassen ein beliebtes Ausflugsziel war. Im Winter 21/22 wird die Eisbahn aus Gründen der Energiekosten jedoch nicht stattfinden. Die Stadt Köln will stattdessen ein Alternativprogramm hier stattfinden lassen.

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3 Kommentare

  • Irene Hobbs

    Ist das Kunst oder kann das weg? sieht trostlos and verlassen aus, depremierend.

  • ist das Kunst oder kann das weg? Unmöglich dieses Lava Gebirge. Wo sollen wir ältere Leute manchmal mit Rollatoren oder z.B.
    Kinderwagen die U-Bahn erreichen ?
    Was überhaupt ist aus unserer Stadt geworden, da stimmt doch was nicht. Man mag gar nicht gern nach Köln kommen, überall liegt Dreck und
    es stinkt.

  • Ich schreibe nie irgendwelche Kommentare, aber als ich dieses Lava-Gebirge sah, ging mir der Hut hoch. Das sieht nicht wie ein Lava-Gebirge aus, sondern wie ein grauer Haufen ……….. aus Stein. Welcher schwachsinnige Angestellte der Stadt Köln ist auf die Idee gekommen, so etwas zuzulassen? Wurde es vielleicht auch noch von der Stadt bezahlt?
    Da finde ich die Rolltreppen-Rutsche für Kinder doch wesentlich sinnvoller!!! Auch die beleuchteten Rolltreppen sehen originell aus.

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