Kölner Rheinbrücken

Bis nach 2040: Das ist der Zeitplan für die Sanierung der Kölner Rheinbrücken

Köln steht vor einer Daueraufgabe: Die vier großen Rheinbrücken der Stadt müssen in den kommenden Jahren grundlegend saniert werden. Wie die Stadt Köln nun vorgestellt hat, wird sich dieser Prozess über mehr als anderthalb Jahrzehnte ziehen – voraussichtlich bis nach 2040.

Die Rheinbrücken sind die Kölner Lebensadern. Und zugleich steht die Stadt vor einer Mammutaufgabe, die außerdem sehr komplex ist, wie man aktuell bereits bei der Sanierung der Mülheimer Brücke sehen kann.

➡️ Betroffen von den Sanierungsmaßnahmen sind die Mülheimer Brücke, die Severinsbrücke, die Deutzer Brücke und die Zoobrücke. Viele Bauwerke stammen aus der Nachkriegszeit oder den 1960er-Jahren – entsprechend hoch ist der Sanierungsbedarf.

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Vier Brücken, ein Zeitplan bis nach 2040

📍 Die Stadt will die Rheinbrücken nacheinander instandsetzen. Grundlage ist ein internes Planungstool („Masterplan Ingenieurbauwerke“), das den Zustand aller Bauwerke erfasst und Prioritäten festlegt.

Der Zeitplan im Überblick:

  • Mülheimer Brücke: laufende Sanierung, Abschluss voraussichtlich Ende der 2020er Jahre
  • Severinsbrücke: geplante Gesamtinstandsetzung ca. 2030 bis 2035
  • Deutzer Brücke: geplante Gesamtinstandsetzung ca. 2036 bis 2040
  • Zoobrücke: Sanierung nach 2040

➡️ Damit wird es über viele Jahre hinweg immer wieder Einschränkungen auf den Rheinquerungen geben – nur der Ort der Baustelle verschiebt sich.

Mülheimer Brücke: Großprojekt mit Risiken

📍 Am weitesten fortgeschritten ist die Sanierung der Mülheimer Brücke. Sie läuft bereits seit 2018 und gilt als eines der komplexesten Infrastrukturprojekte der Stadt.

Im Oktober 2026 soll ein wichtiger Zwischenschritt erreicht werden: Dann wird der Verkehr auf die sanierte Südseite verlegt. Zwei Drittel der Brücke wären damit fertiggestellt. Anschließend beginnt die nächste Bauphase auf der Nordseite.

  • Die Kosten liegen aktuell bei rund 498 Millionen Euro.

Allerdings zeigt das Projekt auch die Risiken solcher Großbaustellen: Während der Arbeiten stellte sich heraus, dass der Zustand der Brücke deutlich schlechter war als zuvor angenommen. Schäden wurden erst sichtbar, als Bauteile geöffnet wurden. Das führte zu Umplanungen, Verzögerungen und Mehrkosten.

Severinsbrücke: Vorbereitung läuft

➡️ Als nächstes steht die Severinsbrücke an. Bevor die eigentliche Sanierung beginnen kann, sind noch mehrere vorbereitende Maßnahmen nötig.

Dazu gehören unter anderem:

  • zusätzliche Schutzmaßnahmen an den Tragkabeln gegen Korrosion
  • eine umfassende statische Nachrechnung
  • ein Monitoring-System zur Überwachung der Tragfähigkeit

Erste Ergebnisse zeigen bereits, dass Teile der Brücke – insbesondere die Rampen – erneuert werden müssen. Die eigentliche Sanierung ist für die Zeit ab etwa 2030 vorgesehen.

  • Die grobe Kostenschätzung liegt derzeit bei rund 324,5 Millionen Euro.
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Deutzer Brücke: Arbeiten laufen im Hintergrund

An der Deutzer Brücke laufen bereits kleinere Maßnahmen. So wurden Beläge und Übergänge erneuert, weitere Arbeiten sind für die Sommerferien 2026 geplant – vor allem im Stadtbahnbereich.

➡️ Parallel dazu wird das Bauwerk umfassend untersucht. Ziel ist es, die Grundlage für die spätere Gesamtinstandsetzung zu schaffen. Diese ist aktuell für die Jahre ab 2036 vorgesehen.

  • Eine konkrete Kostenschätzung gibt es noch nicht.

Zoobrücke: Besonders im Blick

➡️ Die Zoobrücke ist die meistbefahrene Rheinbrücke in Köln. Über 100.000 Fahrzeuge täglich nutzen die Verbindung der Stadtautobahn B55a.

Gerade deshalb steht sie besonders unter Beobachtung. Teile der Brücke enthalten Spannstahl, der anfällig für sogenannte Spannungsrisskorrosion ist – ein Problem, das zu plötzlichen Schäden führen kann.

Die Stadt setzt daher auf ein engmaschiges Monitoring und erste Verstärkungsmaßnahmen. Eine umfassende Sanierung ist erst nach 2040 geplant.

➡️ Wenn ihr euch wundert, warum die anderen Brücken nicht erwähnt sind: Damit hat die Stadt Köln nichts zu tun:

Die A1-Brücke bei Leverkusen wird aktuell bereits neu gebaut. Die Hohenzollernbrücke gehört nicht der Stadt Köln (mehr dazu hier). Die Südbrücke ist ebenfalls eine Eisenbahnhbrücke, und die Rodenkirchener Brücke ist eine Autobahnbrücke.

Zum Thema: Darum hat Köln ein eigenes Brückengrün als Farbe

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