Der neue Kölner „Tatort“ führt Max Ballauf und Freddy Schenk an einen ungewöhnlichen Ort: Große Teile der Folge „Die letzten Menschen von Köln“ wurden in einem echten ehemaligen Zivilschutzbunker in Köln-Kalk gedreht. Die Anlage stammt aus dem Kalten Krieg und war einst dafür vorgesehen, mehr als 2.000 Menschen im Ernstfall Schutz zu bieten.
Zu sehen ist der 96. Kölner „Tatort“ am Sonntag, 20. September 2026, im Ersten. Im Mittelpunkt steht diesmal nicht nur ein Mordfall, sondern auch eine Gruppe von Menschen, die sich auf den Zusammenbruch der normalen Gesellschaft vorbereitet. (Foto: Bild: WDR/BAVARIA FICTION/Thomas Kost)
Tatort-Dreh im Atombunker unter Köln-Kalk
Einer der wichtigsten Drehorte befindet sich an der KVB-Haltestelle Kalk Post. Dort liegt unter der Kalker Hauptstraße eine ehemalige Zivilschutzanlage aus dem Kalten Krieg.
Für den neuen „Tatort“ wurde der Bunker zum Schauplatz eines sogenannten Prepper-Workshops. Die Ermittlungen von Max Ballauf und Freddy Schenk führen die beiden Kommissare im Laufe des Falls zu diesem geheim gehaltenen Ort.
Der WDR hatte bereits während der Dreharbeiten bestätigt, dass Teile der Folge im ehemaligen Zivilschutzbunker in Köln-Kalk entstanden sind. Gedreht wurde der Tatort zwischen dem 11. März und dem 10. April 2025 in Köln und Umgebung.
Mehr als 2.000 Menschen sollten hier Schutz finden
Der Drehort ist keine Filmkulisse. Die Schutzanlage in Kalk wurde Ende der 1970er Jahre errichtet und gehört zur Geschichte des Kalten Krieges in Köln.
Im Ernstfall sollten dort 2.366 Menschen untergebracht werden können. Die Anlage war darauf ausgelegt, die Schutzsuchenden rund 14 Tage lang von der Außenwelt abzuschirmen.
Dafür gab es unter anderem Schlafplätze, sanitäre Anlagen, technische Räume sowie Vorräte für Wasser und Lebensmittel. Die U-Bahn-Station Kalk Post wäre im Katastrophenfall selbst Teil der Schutzanlage geworden. Im Ernstfall hätte das aber wohl nicht geklappt, denn die Anlage hätte bei einem Atomschlag keinen echten Schutz geboten.
Heute ist die Anlage als „Dokumentationsstätte Kalter Krieg“ erhalten.
Der Bunker ist dabei nur einer von mehreren außergewöhnlichen Orten, die sich unter den Straßen der Stadt verbergen. Sechs verborgene Orte in der Kölner Unterwelt haben wir hier vorgestellt.
Klaus J. Behrendt: Dreharbeiten waren „beklemmend“
Auch für die Schauspieler war der Drehort ungewöhnlich. Klaus J. Behrendt, der seit 1997 den Kölner Kommissar Max Ballauf spielt, beschrieb die Dreharbeiten im Bunker gegenüber dem WDR als „sehr beklemmend, sehr kalt und dunkel“.
Der Schauspieler verweist zudem auf die ursprüngliche Funktion der Anlage: Mehr als 2.000 Menschen hätten dort Schutz finden sollen, Lebensmittel und Wasser wären für etwa zwei Wochen vorgesehen gewesen.
Damit spielt der neue Tatort an einem Ort, den vermutlich viele Kölner kennen, ohne zu wissen, was sich hinter den Türen und Wänden der U-Bahn-Station verbirgt.
Darum geht es in „Die letzten Menschen von Köln“
Ausgangspunkt des neuen Falls ist der Mord an dem Berufsschullehrer Linus Makris. Er wird in einem Park mit einem Jagdmesser getötet.
Die Ermittlungen führen Ballauf und Schenk zu Elara Schmidtke, der Schwester des Opfers. Doch sie ist verschwunden. Die Kommissare finden Hinweise darauf, dass sie an einem Prepper-Workshop des Überlebenstrainers Moritz Zechmann teilnimmt.
Die Gruppe hält sich an einem geheimen Ort auf – dem ehemaligen Bunker. Während Ballauf und Schenk versuchen, den Aufenthaltsort der Teilnehmer herauszufinden, wird die Situation im Bunker zunehmend angespannt. Misstrauen und Konflikte innerhalb der Gruppe nehmen zu. Parallel dazu sorgt die Bergung einer Weltkriegsbombe in Köln für einen Ausnahmezustand in der Stadt.
Bekannte Schauspieler im neuen Köln-Tatort
Neben Klaus J. Behrendt als Max Ballauf und Dietmar Bär als Freddy Schenk gehören unter anderem Katharina Schüttler, Florian Stetter, Ann-Kathrin Kramer und Katrin Wichmann zur Besetzung.
Auch die bekannten Mitglieder des Kölner Tatort-Teams sind wieder dabei: Roland Riebeling spielt Kommissar Norbert Jütte, Tinka Fürst die KTU-Chefin Natalie Förster und Joe Bausch den Rechtsmediziner Dr. Roth.
Für Katharina Schüttler ist es zugleich eine Rückkehr zum Kölner Tatort nach vielen Jahren. Bereits 1997 war sie in „Bombenstimmung“, dem zweiten Fall von Ballauf und Schenk, zu sehen.
Wann läuft der neue Köln-Tatort?
- „Tatort – Die letzten Menschen von Köln“ läuft am Sonntag, 20. September 2026, im Ersten.
- Die aktuelle ARD-Programmübersicht nennt als Beginn 20.25 Uhr (aufgrund der Wahlen). Die Folge dauert rund 90 Minuten und ist außerdem über die ARD Mediathek verfügbar.
- Es ist der inzwischen 96. Fall der Kölner Tatort-Kommissare Max Ballauf und Freddy Schenk.
Bekannte Kölner Orte werden immer wieder zum Tatort
Auch in den vergangenen Folgen haben Ballauf und Schenk an ungewöhnlichen Kölner Orten ermittelt. Im Frühjahr 2025 wurde der Fernsehturm zum zentralen Schauplatz: Der Kölner Tatort „Colonius“ spielte in und rund um das höchste Gebäude der Stadt.
Anfang 2026 bekamen Zuschauer wiederum Einblicke in einen Ort, der damals für die Öffentlichkeit noch weitgehend verschlossen war: Der Tatort „Die Schöpfung“ wurde unter anderem in der sanierten Kölner Oper am Offenbachplatz gedreht.
Ein weiterer erhaltener Schutzraum liegt mitten in Köln am Reichenspergerplatz. Der Röhrenbunker aus dem Zweiten Weltkrieg ist bis heute nahezu im Originalzustand erhalten.



