Atombunker Köln

So sieht es im Atombunker in der Kölner U-Bahn aus

Die Mauern bestehen aus 1,4 Meter dicken Beton. Gepanzerte Stahltüren, die 40 Zentimeter dick sind, riegeln den Bereich ab. Wer den U-Bahnhof Kalk Post betritt ahnt nicht, dass es neben der normalen Bahnstation hier noch eine Welt gibt, die den Kölnern im Alltag verborgen ist. Unter der Erde befindet sich einer der größte Schutzräume aus der Zeit des Kalten Krieges. Heute kann man diese Räume besichtigen – seit Russlands Angriffskrieg in der Ukraine hat sich die Aufmerksamkeit auf Räume wie diese jedoch wieder deutlich erhöht. Hier liest du fünf Fakten zur geheimnisvollen Welt der Atombunker in Kölner U-Bahnhöfen. (Screenshots: Domstadt.tv/ Dokumentationsstätte Kalter Krieg)

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So sehen die Waschräume in dem Bunker aus. (Screenshot: Domstadt.tv/ Dokumentationsstätte Kalter Krieg)

„Verkleidet hinter Stahllamellen verbergen sich tonnenschwere Schiebetore, seinerzeit gefertigt aus Spezialstahl, den nur eine einzige Firma in Deutschland herstellen konnte – oder auch Luftdrucktüren zu den Schleusen und Verbandsräumen“, heißt es auf der Webseite der Dokumentationsstätte Kalter Krieg.

Atombunker Köln: Kalk Post als einziger Bunker fertiggestellt

Als die Bahnstation Kalk Post 1979 (Inbetriebnahme 2. August 1980) gebaut wurde, war die Welt inmitten des Kalten Krieges. In Köln waren mehrere Zivilschutzanlagen geplant, die die Menschen bei einem Atomschlag schützen sollten, etwa am Friesenplatz, Rudolfplatz und Neumarkt.

Der Atombunker in der Station Kalk Post war die einzige Anlage, die komplett fertiggestellt wurde. Die Kosten für den Bau betrugen 7 Millionen Mark.

Hier hätten die Menschen schlafen sollen. (Screenshot: Domstadt.tv/ Dokumentationsstätte Kalter Krieg)

Atombunker Köln-Kalk: 4000 Quadratmeter für 2366 Menschen

Neben den Bahngleisen und der Zwischenebene mit Kiosk findet sich hier eine abgeschlossene Bunker-Welt, die sich auf 4000 Quadratmetern erstreckt. Exakt 2366 Menschen hätten auf dieser Fläche (1,7 Quadratmeter pro Person) bei einem Atomangriff Schutz finden sollen und zwei Wochen überleben können.

Eine Stadt in der Stadt

Der zivile Atomschutzbunker mitten in Köln ist heute noch komplett erhalten. Wer ihn betritt, macht eine Zeitreise in die Welt des Kalten Krieges. Die Anlage hatte eine eigene Stromversorgung, einen eigenen Brunnen für Trinkwasser und eine ausgeklügeltes Belüftungssystem. Es gab einen Operationsraum und Waschmöglichkeiten.

Auf den Bildern ist gut erkennbar, wie die Welt im Innern aussah: Ein langer Gang mit vielen Kleiderhaken, grauer Betonboden, karge Waschbecken und Liegen, die vierfach übereinander gestellt waren. Die Beleuchtung bestand aus Neon-Röhren.

Erst als die Anlage im Jahr 2005 außer Dienst gestellt wurde, wurden die technischen Geräte auch nicht mehr gewartet.

Der Atom-Bunker seit dem Ukraine-Krieg

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs haben die früheren Atom-Bunker eine Aktualität bekommen, die man sich vor wenigen Monaten nicht hätte träumen lassen. Entsprechend stieg auch die Nachfrage nach dem Bunker. Findet man hier wirklich effektiven Schutz bei einem Atomangriff? Die Antwort lautet: nein.

So sah der Versorgungsraum für Verletzte aus. (Screenshot: Domstadt.tv/ Dokumentationsstätte Kalter Krieg)

Führungen vor Ort und in 3D

Tipp 1: Informationen zur Anmeldung zu einer Führung sieht ihr auf der Webseite des Dokumentationszentrums Kalter Krieg.

Tipp 2: Das Dokumentationszentrum Kalter Krieg und domstadt.tv haben einen virtuellen 3D-Rundgang des Kölner Atombunkers in Köln-Kalk produziert, den ihr euch hier ansehen könnt.

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