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Fische im Rhein

Das unsichtbare Leben unter Wasser: Diese Fische leben im Rhein bei Köln

Wer am Rhein unterwegs ist, sieht meistens nur die Oberfläche: Schiffe, Möwen, die Strömung. Was darunter lebt, bleibt für die meisten unsichtbar. Dabei ist der Rhein auch in Köln nicht nur Verkehrsweg und Stadtpanorama, sondern auch ein wichtiger Lebensraum für Fische – und für manche Arten sogar eine bedeutende Wanderroute. (Foto: Imago /Imagbroker)

Eine Liste nach dem Motto „Diese Fische schwimmen direkt vor Köln“ gibt es allerdings nicht. Seriös lässt sich das Thema nur einordnen, wenn man verschiedene Quellen zusammen betrachtet: die Fischberichte der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins, das Langzeitmonitoring des Landes NRW und die Daten zu den Rhein-Fischschutzzonen, die auch Kölner Rheinabschnitte umfassen.

Der Rhein ist wieder deutlich vielfältiger

Die wichtigste überregionale Quelle ist der Bericht „Fische im Rhein 2018/2019“ der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins, kurz IKSR. Die Kommission untersucht die Fischfauna des Rheins seit 1990 regelmäßig nach vergleichbaren Kriterien auf der gesamten Länge des Flusses.

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In diesen Übersichten tauchen viele Arten auf, die man als Spaziergänger am Kölner Rheinufer vermutlich nie zu Gesicht bekommt.

➡️ Dazu gehören bekannte Rheinbewohner wie Aal, Barbe, Barsch, Zander, Hecht, Karpfen, Wels, Rotauge, Rapfen, Döbel, Nase, Brachsen und Ukelei. Aber auch besondere Arten wie Lachs, Maifisch, Meerforelle, Flussneunauge und Meerneunauge spielen in den Fachberichten eine Rolle.

📍Wichtig ist dabei: Diese Listen bedeuten nicht, dass jede dieser Arten jederzeit an jeder Stelle des Kölner Rheinufers vorkommt. Der Rhein ist ein großer, dynamischer Fluss.

Manche Arten leben bevorzugt in ruhigeren Uferbereichen, andere nutzen den Strom vor allem als Wanderroute. Wieder andere sind selten, nur zeitweise unterwegs oder kommen stärker in Nebengewässern und Mündungsbereichen vor.

➡️ Doch es gibt sie. Sie sind unter Wasser unterwegs, wo wir nur die Wasseroberfläche sehen, wenn wir am Rheinboulevard sitzen oder über die Hohenzollernbrücke gehen.

Warum Köln trotzdem dazugehört

Für Köln besonders interessant ist das FFH-Gebiet „Rhein-Fischschutzzonen zwischen Emmerich und Bad Honnef“. Es umfasst schutzwürdige Abschnitte des Rheins in NRW – darunter ausdrücklich auch Kölner Bereiche.

Genannt werden unter anderem die Sürther Aue, der Weiße Bogen und die Rheinaue Worringen-Langel. Diese Abschnitte gelten als limnologisch, also gewässerkundlich, und besonders für die Fischfauna bedeutsam.

📍 In der offiziellen Natura-2000-Datenbank werden für dieses Gebiet mehrere Arten genannt, die als Erhaltungsziel gelten: Flussneunauge, Groppe, Lachs, Maifisch, Meerneunauge und Steinbeißer. Das sind nicht unbedingt die Fische, an die man beim Rhein zuerst denkt. Gerade sie zeigen aber, welche ökologische Bedeutung der Fluss hat.

➡️ Die Rheinabschnitte sind laut Natura-2000-Beschreibung unter anderem wichtig als Laichplätze, Jungfischhabitate, Nahrungsräume und Ruhebereiche. Besonders die Flachwasserzonen, Buhnenfelder und Bereiche mit langsamerer Strömung sind für viele Fische wichtig. Die Hauptfahrrinne ist dagegen vor allem als Wanderstrecke relevant (was ja auch Sinn macht).

Lachs, Maifisch und Neunaugen: Der Rhein als Wanderroute

📍 Besonders spannend ist der Blick auf die Wanderfische. Arten wie Lachs, Maifisch, Meerforelle, Flussneunauge und Meerneunauge nutzen den Rhein nicht nur als Lebensraum, sondern auch als Verbindung zwischen Meer und Nebenflüssen. Für sie ist der Rhein eine Art ökologische Hauptstraße.

➡️ Das klingt spektakulär – und ist es auch. Es bedeutet aber nicht, dass man am Rheinboulevard regelmäßig Lachse springen sieht. Viele dieser Arten sind selten, geschützt oder nur zu bestimmten Zeiten unterwegs. Ihre Bedeutung liegt darin, dass der Rhein wieder durchlässiger und ökologisch wertvoller geworden ist als zu den Zeiten, in denen er stark verschmutzt war.

Die Natura-2000-Daten beschreiben die Rhein-Fischschutzzonen als wichtige „Trittsteine“ im Gewässersystem. Gemeint ist: Fische brauchen entlang des Flusses immer wieder geeignete Bereiche, in denen sie rasten, Nahrung finden, laichen oder Schutz suchen können. Gerade Buhnenfelder, Mündungen und ruhige Uferzonen erfüllen diese Funktion.

Nicht nur schöne Naturgeschichte

Trotz der Artenvielfalt ist der Rhein bei Köln kein unberührter Naturfluss. Er ist stark genutzt: von der Schifffahrt, durch befestigte Ufer, durch Strömungsveränderungen und durch die Nutzung des Flussraums. Auch Wasserqualität, Wassertemperatur, Abflüsse und fehlende Laich- und Jungfischhabitate beeinflussen, welche Arten sich halten können.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW weist allgemein darauf hin, dass strukturelle Veränderungen wie der Verlust geeigneter Laich- oder Jungfischhabitate sowie Beeinträchtigungen der Durchgängigkeit Auswirkungen auf Fischgemeinschaften haben können. Auch Veränderungen der Wasserqualität und des Nahrungsnetzes spielen eine Rolle.

➡️ Deshalb ist die Fischwelt im Rhein auch ein Gradmesser für den Zustand des Flusses. Wo Fische wandern, laichen und Jungtiere aufwachsen können, funktioniert mehr als nur die Wasserchemie. Dann gibt es Strukturen, Rückzugsräume und Verbindungen zu anderen Gewässern.

Welche Fische gibt es also im Rhein bei Köln?

Für eine vorsichtige, aber verständliche Übersicht kann man die Fischarten so gruppieren:

Bekannte Rheinarten:
Aal, Barbe, Barsch, Zander, Hecht, Karpfen, Wels, Rotauge, Rapfen, Döbel, Nase, Brachsen und Ukelei.

Besondere Wander- und Schutzarten:
Lachs, Maifisch, Meerforelle, Flussneunauge, Meerneunauge, Groppe und Steinbeißer.

Arten, die für die veränderte Fischwelt stehen:
Dazu gehören unter anderem verschiedene Grundelarten wie Schwarzmundgrundel, Kessler-Grundel oder Marmorierte Grundel. Sie zeigen, dass sich die Artenzusammensetzung im Rhein verändert hat.

Die Fische im Rhein sieht man also selten. Aber sie erzählen viel darüber, wie lebendig der Rhein ist – und auch wie wichtig seine geschützten Uferbereiche für die Natur mitten in der Stadt sind.

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