Yachthafen Köln-Porz im Winter

Kann der Rhein in Köln noch einmal komplett zufrieren?

Wer älter ist, kennt noch die Bilder von Eisschollen auf dem Rhein. Das gehört längst der Vergangenheit an. Das Foto zeigt den Yachthafen in Köln-Porz an der Groov, der im Jahr 2010 zugefroren war. Doch auch das ist eher die Ausnahme. Auch wenn die Temperaturen konstant und über einen längeren Zeitraum unter 0 Grad liegen, friert der Rhein bei Köln aber auch an anderen Orten nicht mehr zu. Das hat mit den veränderten Umwelteinflüssen auf den Fluss selbst aber auch allgemein zu tun.

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Als der Rhein das letzte Mal zugefroren war

Am 15. Februar 1929 titelte die Abendausgabe des Kölner Abendblattes: „Zu Fuß über den vereisten Rhein“. Der Rhein war damals auf seiner gesamte Länge zugefroren. Hierzu gibt es von damals einen Stummfilm mit dem Namen „Der Rhein in Eisfesseln“. Die Menschen nutzen die riesigen Eisstücke zum Teil sogar, um sie in Felsenkellern zu lagern und sie im Sommer zu verkaufen (es gab noch keine Kühlschränke).

In den 60er-Jahren gab es einen Winter (1962/63), in dem auf dem Rhein eine geschlossene Eisdecke war. Damals mussten sogar Eisschollen an der Loreley gesprengt werden. Es war das letzte Mal, dass die Menschen dieses Erlebnis hatten. Dann seitdem gab es wohl nochmal Eisschollen auf dem Rhein, richtig zugefroren war er aber nicht mehr.

Kann der Rhein nochmal zufrieren?

Mit Blick auf die Wassertemperatur des Rheins (1.238 Kilometer Länge) auch an extrem kalten Tagen wird schnell klar: Mit Schlittschuhfahren auf dem Rhein wird es auch in der Zukunft nichts mehr.

Die Wassertemperatur des Rheins ist heute meist etwas höher, als die Temperatur in der Umgebung. Auch sehr kalten kalten Tagen unter 0 Grad liegt sie noch bei 6 Grad Celsius. Dass das Wasser Werte um den Gefrierpunkt erreicht, ist heute mit einigen extrem kalten Tagen praktisch nicht möglich. Grund sind die Abwässer und die Abwärme der Industrieanlagen entlang des Flusses.

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Der Rhein und die Fließgeschwindigkeit

Hinzu kommt: Der Rhein ist eine Bundeswasserstraße und eine wichtige Schifffahrtsverbindung. In den vergangenen 150 Jahren wurde er an vielen Stellen begradigt (wusstet ihr, dass der heutige Rheinauhafen früher eine 700 Meter lange Freizeitinsel war und Werthchen hieß?).

Das wiederum erhöht die Fließgeschwindigkeit des Wasser (diese Rechnung zeigt, wie in wie vielen Sekunden der Rhein den Dom komplett mit Wasser fluten könnte). Und die ist aufgrund des hohen Pegels derzeit sowieso so hoch, dass es ausgeschlossen ist, dass sich flächendeckend Eis auf dem Rhein bildet.

Wir sehen also: Schlittschuhlaufen auf dem Rhein vor dem Dom-Panorama ist in Zeiten des Klimawandels auch für die Zukunft praktisch ausgeschlossen.

Welche Erinnerungen an den zugefrorenen Rhein oder Eisschollen auf dem Fluss hast du? Hast du noch alte Fotos von damals? Schreib uns eine E-Mail.

Lesetipp zum Rhein:

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