Zeughausstrasse Köln

5 Kölner Orte, wo bis heute französische Straßennamen hängen

Die Franzosenzeit in Köln ist seit nunmehr über 200 Jahren vorbei. Zwischen 1794 und 1815 besetzten die französischen Truppen unter der Herrschaft von Napoleon damals Köln. Der Stadtschlüssel wurde kampflos vor den Toren der Stadt (damals Höhe Melaten) übergeben.

Köln war ab 1801 sogar ein offizieller Teil Frankreichs. Wer in Köln wohnte, war französischer Staatsbürger. Die Franzosen führten im damals rückständigen Köln zahlreiche Neuerungen ein, die bis heute als Übergang Kölns in die Moderne angesehen werden können (hier lest ihr 7 Dinge, die die Franzosen in Köln eingeführt haben).

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Die Zeit der Franzosen in Köln wirkt bis heute nach. Zum einen haben zahlreiche Wörter der kölschen Sprache ihren Ursprung im Französischen. Zum anderen gibt es in Köln nach wie vor einige Steine im öffentlichen Raum, die bereits uralt sind und ebenfalls an die Franzosen erinnern.

Das gilt besonders für Straßennamen. Wir erinnern uns: Es waren die Franzosen, die in Köln erstmals Ordnung in die Straßen brachten und Hausnummern verteilten. In Köln wurden in dieser Zeit aber auch zahlreiche Straßennamen umbenannt. Mitten in der City gibt es heute nach wie vor einige Gebäude, an denen man französische Straßennamen lesen kann. Hier sind mehrere Beispiele:

St. Aposteln

Die schwarze Inschrift ist nur noch sehr schlecht zu lesen: Wenn man von der Mittelstraße kommend an St. Aposteln Richtung Neumarkt vorbeigeht, sieht man den schwarzen Stein, der in der Mauer der Kirche auf etwa 3 Metern Höhe eingelassen ist: „Cloitre ss. Apotres – St. Apostelnkloster“ ist darauf an der Nordwestecke zu lesen.

St. Aposteln Köln
Das Schild an St. Aposteln

Krebsgasse

Wenn man zu Fuß weiter in Richtung Fußgängerzone und die Wolfsstraße geradeaus geht, gelangt man zur Straße Am alten Posthof. Auch diese muss man noch bis zum Ende gehen, um zur Krebsgasse zu kommen. An der Ecke Krebsgasse / Brüderstraße ist ebenfalls ein Schild mit dem französischen Straßennamen in die Mauer eingelassen: „Rue de l’Ecrevisse – Krebsgasse“ steht hier auf dem grauen Stein umgeben von roten Backsteinen.

Krebsgasse Köln
Der Stein in einer Hauswand in der Krebsgasse

4711-Haus

Nur einige Meter weiter am 4711-Haus in der Glockengasse gibt es zwar kein französisches Straßenschild, aber dafür die französische Nationalhymne zu jeder vollen Stunde zu hören. Ganz oben auf dem 4711-Haus treten dann französische Soldatenfiguren ins Freie, und geben die Hymne unserer Nachbarn zum besten (die genauer Hintergründe dazu lest ihr hier).

Zeughausstraße

Wenn man nun weiter Richtung Appellhofplatz geht, kommt man zum einen am Flügelauto von H.A. Schult vorbei, sieht hier aber noch ein weiteres altes Straßenschild. Am Zeughaus, auf dem das Auto steht, sieht man an der Ecke zum Römerbrunnen hin den Stein mit der Aufschrift Rue de l’Arsenal – Zeughausstraße.

Zeughausstraße Köln
An der Zeughausstraße in Köln

Eigelsteintorburg

Wer von hier aus bis zum Eigelstein weiterläuft (Kardinal Frings-Straße, Klingelpützpark, Weidengasse), findet am Eigelsteintor ebenfalls eine französische Inschrift: Wenn ihr durch das Tor Richtung Ebertplatz geht, sieht ihr die Schrift auf der rechten Seite über der Informationstafel: „Porte de l’Aigle – Adlerpforte“ ist hier noch zu lesen.

Hier lohnt es sich übrigens auch, das Boot in der Torburg und seine Geschichte anzuschauen.

Eigelsteintorburg in Köln

Eine weitere französische Inschrift soll nach wie vor auch an der Hahnentorburg am Rudolfplatz zu sehen sein. Diese konnte ich allerdings nicht entdecken. Sie soll kaum noch lesbar sein.

Die Route mit den Tipps ist dem Buch „Thematische Touren durch Köln“ entnommen, in dem ihr zahlreiche spannende Ausflüge durch Köln lest, die nicht 0815 sind. Der Autor hat außerdem eine tiefe Geschichtskenntnis weit über oberflächliches Wissen hinaus. Das Buch (Greven Verlag) kann man hier für 10 Euro bestellen.


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1 Kommentar

  • Elke Lemacher

    Vielleicht sollte man die Schriften mal mit weiß (oder anderer Farbe ausmalen)

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