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Luftaufnahme Wunderland Kalkar

Dieser Freizeitpark steht in einem Kernkraftwerk, das nie ans Netz ging

Achterbahn, Wildwasserbahn und Kettenkarussell: Das Wunderland Kalkar sieht auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Familienpark aus. Seine Geschichte ist jedoch einmalig. Der Freizeitpark entstand auf dem Gelände eines nahezu fertiggestellten Kernkraftwerks, das niemals Strom produzierte.

Noch heute bestimmen die gewaltigen Kraftwerksgebäude und der frühere Kühlturm die Kulisse. Mitten im Kühlturm erhebt sich inzwischen ein 58 Meter hohes Kettenkarussell. An einem Ort, der einmal zu den umstrittensten Bauprojekten Deutschlands gehörte, verbringen heute Familien ihre Freizeit. (Foto: IMAGO / Hans Blossey)

Das Kernkraftwerk Kalkar kostete Milliarden

Der Bau des Kernkraftwerks Kalkar begann 1973. Herzstück der Anlage sollte der SNR-300 werden – ein sogenannter Schneller Brüter. Deutschland, Belgien und die Niederlande waren an dem Großprojekt beteiligt.

Die neue Technik sollte vorhandenen Kernbrennstoff besonders effizient nutzen. Gleichzeitig wurde das Projekt wegen seiner Sicherheitsrisiken früh kritisiert. Zehntausende Menschen demonstrierten gegen den Bau. Allein an einer Großdemonstration im September 1977 beteiligten sich rund 40.000 Atomkraftgegner.

Durch Verzögerungen und immer neue Sicherheitsanforderungen stiegen die Kosten erheblich. Am Ende wurden nach unterschiedlichen Berechnungen rund sieben Milliarden D-Mark in das Projekt investiert.

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Der Reaktor wurde fertig – aber niemals eingeschaltet

1985 war das Kernkraftwerk weitgehend fertiggestellt. Eine Betriebsgenehmigung erhielt der Reaktor jedoch nicht. Sicherheitsbedenken, politische Auseinandersetzungen und die wachsende Ablehnung der Atomkraft verhinderten den Start.

Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 war eine Inbetriebnahme politisch kaum noch durchsetzbar. 1991 verkündete die Bundesregierung schließlich das endgültige Aus für den Schnellen Brüter.

Der Reaktor hatte bis dahin keine einzige Kilowattstunde Strom produziert. Weil er niemals mit Kernbrennstoff betrieben wurde, waren große Teile des Geländes nicht radioaktiv belastet. Das ermöglichte später eine ungewöhnliche Nachnutzung.

Ein Niederländer kaufte das ehemalige Kraftwerk

Der niederländische Unternehmer Hennie van der Most kaufte das Gelände 1995. Er war darauf spezialisiert, aufgegebene Industrieanlagen in Freizeiteinrichtungen umzuwandeln.

Aus der milliardenschweren Investitionsruine entstand zunächst das „Kernwasser Wunderland“. Seit 2005 heißt das Gelände Wunderland Kalkar. Neben dem Freizeitpark gehören heute unter anderem Hotels, Restaurants, Veranstaltungsräume und ein Kongresszentrum zum Komplex.

Der Ort ist damit selbst Teil der Attraktion: Zwischen Fahrgeschäften und Spielplätzen stehen noch immer die monumentalen Gebäude des geplanten Atomkraftwerks.

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Ein Kettenkarussell ragt aus dem Kühlturm

Besonders auffällig ist der ehemalige Kühlturm. Seine Außenwand wurde teilweise als Kletterwand genutzt. Im Inneren steht das große Kettenkarussell „Vertical Swing“. Seine Spitze ragt über den Rand des Kühlturms hinaus.

Damit ist ausgerechnet ein Bauwerk des nie eröffneten Kernkraftwerks heute eine weithin sichtbare Freizeitparkattraktion geworden. Das Kettenkarussell erreicht eine Höhe von 58 Metern und bietet einen weiten Blick über das Gelände und den Niederrhein.

Das historische Reaktorgebäude selbst kann nicht regulär besichtigt werden. Der besondere Reiz besteht vielmehr in der Kulisse und der ungewöhnlichen Geschichte des gesamten Areals.

Achterbahn, Wildwasserbahn und Riesenrad

Der Freizeitpark richtet sich vor allem an Familien mit Kindern. Zu den Attraktionen zählen eine Achterbahn, eine Wildwasserbahn, ein Riesenrad, ein Piratenboot und verschiedene Rundfahrgeschäfte.

Hinzu kommen Spielbereiche, Hüpfkissen und mehrere Angebote für kleinere Kinder. Bei einigen Attraktionen gelten Mindestgrößen oder Altersbeschränkungen. Einzelne Fahrgeschäfte können zudem vorübergehend geschlossen sein. Vor der Anreise lohnt sich deshalb ein Blick auf die aktuelle Übersicht der Attraktionen.

Pommes, Eis und Getränke sind im Eintritt enthalten

Eine weitere Besonderheit ist das Verpflegungskonzept. Während des Parkbesuchs können sich Gäste ohne zusätzliche Kosten mit Pommes, Softeis und Softgetränken versorgen. Auch Kaffee und Tee werden nach Angaben des Parks unbegrenzt angeboten.

Weitere Speisen wie Burger, Snacks oder Slush-Eis können zusätzlich gekauft werden. Die im Eintritt enthaltene Verpflegung macht den Gesamtpreis besonders für Familien besser kalkulierbar.

Eintrittspreise im Wunderland Kalkar

Die Preise unterscheiden sich danach, ob die Tickets vorab gebucht oder erst an der Tageskasse gekauft werden. Für datierte Online-Tickets verlangt der Park 2026 abhängig vom Besuchstag:

  • Personen ab 1,30 Meter: ab 28 Euro
  • Personen bis 1,29 Meter: ab 23 Euro
  • Besucher ab 65 Jahren: ab 23 Euro
  • Kinder bis zwei Jahre: kostenlos

An der Tageskasse kosten die regulären Tickets derzeit 36,50 Euro beziehungsweise 31,50 Euro. Für den Parkplatz werden acht Euro pro Tag berechnet.

Der Park arbeitet mit dynamischen Onlinepreisen: Wer früh bucht, kann einen günstigeren Preis erhalten. Da sich die Beträge ändern können, sollten Familien vor dem Besuch die aktuellen Eintrittspreise prüfen.

Zum Vergleich: In unserem Überblick zeigen wir, was 17 beliebte Ausflugsziele in Köln und der Umgebung kosten.

Öffnungstage vor der Anfahrt prüfen

Das Wunderland Kalkar ist nicht an jedem Tag geöffnet. Die Öffnungstage und Uhrzeiten variieren je nach Saison, Ferien, Feiertagen und Veranstaltungen. An regulären Öffnungstagen ist der Freizeitpark häufig von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Besucher sollten deshalb unbedingt den aktuellen Öffnungskalender aufrufen, bevor sie nach Kalkar fahren.

Von Köln aus dauert die Anreise mit dem Auto je nach Startpunkt und Verkehr ungefähr anderthalb Stunden. Der Park liegt am Niederrhein unweit der niederländischen Grenze.

Adresse:

Wunderland Kalkar
Griether Straße 110–120
47546 Kalkar

Weiterer Ausflugstipp: Wer ungewöhnliche Ausstellungen und große Originalobjekte mag, kann südlich von Köln zwischen mehr als 100 Flugzeugen und Hubschraubern durch eine riesige Flugausstellung laufen.

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