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Rheinwassertransportleitung

Wie viel Wasser darf aus dem Rhein in die Tagebau-Seen gepumpt werden?

Der Rhein führt derzeit ungewöhnlich wenig Wasser. Gleichzeitig wird die Rheinwassertransportleitung gebaut, über die künftig große Mengen Wasser in die ehemaligen Tagebaue Hambach und Garzweiler geleitet werden sollen. Deshalb stellt sich für viele Menschen die Frage: Woher soll das Wasser für die Tagebauseen kommen, wenn der Rhein selbst Niedrigwasser führt?

Tatsächlich darf RWE dem Rhein nicht jederzeit die volle Menge Wasser entnehmen. Die zulässige Entnahme richtet sich nach dem jeweiligen Wasserstand. Je niedriger der Rhein steht, desto weniger Wasser darf durch die Leitung gepumpt werden. (Foto Rohre: RWE)

Die verbindlichen Vorgaben stehen in der wasserrechtlichen Erlaubnis, die Bestandteil des Planfeststellungsbeschlusses der Bezirksregierung Arnsberg vom 29. Januar 2026 ist. Maßgeblich ist dabei nicht der bekannte Kölner Rheinpegel, sondern der Pegel Düsseldorf. Als wichtiger Ausgangswert dient der sogenannte „Gleichwertige Wasserstand 2012“, kurz GlW 2012. Dieser entspricht am Pegel Düsseldorf einem Stand von 97 Zentimetern.

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Bei Niedrigwasser sind 1,8 Kubikmeter pro Sekunde erlaubt

Liegt der Düsseldorfer Rheinpegel bei höchstens 97 Zentimetern, darf RWE insgesamt maximal 1,8 Kubikmeter Wasser pro Sekunde entnehmen. Davon sind 1,5 Kubikmeter pro Sekunde für den Bereich Garzweiler und lediglich 0,3 Kubikmeter pro Sekunde für Hambach vorgesehen.

Am 6. August 2026 lag der Pegel in Düsseldorf bei knapp über 20 Zentimetern – auch dann ist diese Entnahme also erlaubt.

Für die Befüllung des Tagebaus Hambach wären das bei einem solchen Niedrigwasserstand 300 Liter pro Sekunde.

Steigt der Düsseldorfer Pegel auf 98 bis 147 Zentimeter, dürfen insgesamt fünf Kubikmeter pro Sekunde entnommen werden. Davon entfallen zwei Kubikmeter auf Garzweiler und drei Kubikmeter auf Hambach.

Bei einem Pegel zwischen 148 und 197 Zentimetern erhöht sich die erlaubte Gesamtmenge leicht auf 5,5 Kubikmeter pro Sekunde. Für Hambach bleiben drei Kubikmeter vorgesehen, während die Menge für Garzweiler auf 2,5 Kubikmeter steigt.

Deutlich mehr Wasser erst bei höheren Pegelständen

Zwischen 198 und 257 Zentimetern am Pegel Düsseldorf dürfen insgesamt 6,4 Kubikmeter pro Sekunde entnommen werden. Davon gehen 3,4 Kubikmeter in Richtung Garzweiler und drei Kubikmeter nach Hambach.

Ab einem Düsseldorfer Pegel von 258 Zentimetern steigt die erlaubte Menge deutlich. Zwischen 258 und 277 Zentimetern dürfen insgesamt 10,1 Kubikmeter pro Sekunde aus dem Rhein gepumpt werden. Davon sind vier Kubikmeter für Garzweiler und 6,1 Kubikmeter für Hambach vorgesehen.

Bei einem Pegel zwischen 278 und 307 Zentimetern erhöht sich die erlaubte Gesamtentnahme auf 14,6 Kubikmeter pro Sekunde. Davon entfallen 4,2 Kubikmeter auf Garzweiler und 10,4 Kubikmeter auf Hambach.

Die maximale Entnahmeleistung von 18 Kubikmetern pro Sekunde ist erst ab einem Düsseldorfer Pegel von 308 Zentimetern erlaubt. Dann dürfen 4,2 Kubikmeter pro Sekunde in Richtung Garzweiler und 13,8 Kubikmeter pro Sekunde in Richtung Hambach geleitet werden.

Die genehmigten Mengen im Überblick:

Pegel DüsseldorfGarzweilerHambachGesamt
bis 97 cm1,5 m³/s0,3 m³/s1,8 m³/s
98 bis 147 cm2,0 m³/s3,0 m³/s5,0 m³/s
148 bis 197 cm2,5 m³/s3,0 m³/s5,5 m³/s
198 bis 257 cm3,4 m³/s3,0 m³/s6,4 m³/s
258 bis 277 cm4,0 m³/s6,1 m³/s10,1 m³/s
278 bis 307 cm4,2 m³/s10,4 m³/s14,6 m³/s
ab 308 cm4,2 m³/s13,8 m³/s18,0 m³/s

Entnahme soll den Rheinpegel nur geringfügig verändern

In der Genehmigung ist auch festgehalten, wie stark die Wasserentnahme den Rheinpegel rechnerisch absenken darf. In der niedrigsten Stufe bis 97 Zentimeter wird mit einer Absenkung von maximal 0,4 Zentimetern gerechnet.

Mit steigenden Entnahmemengen erhöht sich auch die mögliche Absenkung. Bis zu einem Pegel von 257 Zentimetern soll sie höchstens einen Zentimeter betragen. Bei höheren Wasserständen sind Werte von rund 1,5 bis 2,4 Zentimetern vorgesehen.

Die tatsächlichen Auswirkungen müssen überwacht werden. Sollten die gemessenen Absenkungen die Prognosen regelmäßig um mehr als einen Zentimeter überschreiten, müssen die zulässigen Entnahmemengen überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

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Befüllung von Hambach soll 2030 beginnen

Die Rheinwassertransportleitung wird derzeit gebaut. Bei Dormagen-Rheinfeld entsteht das Entnahme- und Pumpbauwerk. Von dort soll das Wasser über ein unterirdisches Leitungssystem zu einem Verteilbauwerk bei Grevenbroich-Allrath transportiert und anschließend auf die Leitungen nach Hambach und Garzweiler verteilt werden. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme sind für 2030 vorgesehen. Dann soll auch die Befüllung des Tagebausees Hambach beginnen.

Die niedrigen Rheinpegel der Gegenwart bedeuten daher nicht, dass aktuell bereits Wasser für den Hambacher See entnommen wird. Sie zeigen aber, wie wichtig die gestaffelte Regelung für den späteren Betrieb sein wird: Bei ausgeprägtem Niedrigwasser darf nur ein Bruchteil der maximal möglichen Wassermenge in Richtung der Tagebaue fließen. Die volle Leistung von 18 Kubikmetern pro Sekunde ist erst erlaubt, wenn der Rhein am Pegel Düsseldorf mindestens 3,08 Meter erreicht.

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