Wer vom linken Rheinufer Richtung Deutz schaut, erkennt ihn sofort: den gläsernen KölnTriangle direkt gegenüber vom Dom. Seit 2006 prägt das Hochhaus die rechtsrheinische Skyline. Mit seiner Aussichtsplattform gehört es außerdem zu den bekanntesten Aussichtspunkten Kölns. (Foto: IMAGO / Depositphotos)
Doch wem gehört das Gebäude eigentlich?
Die Antwort ist auf den ersten Blick verblüffend: Eigentümer sind die Rheinischen Versorgungskassen, kurz RVK. Sie waren auch Bauherr des KölnTriangle. Bitte wer?
Was machen die Rheinischen Versorgungskassen?
Die Rheinischen Versorgungskassen sind eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Vereinfacht gesagt übernehmen sie für Kommunen und andere öffentliche Arbeitgeber eine ganze Reihe von Aufgaben rund um Versorgung, Pensionen und Personal.
Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Beamtenversorgung. Die RVK berechnen und zahlen für ihre Mitglieder Versorgungsleistungen an Beamtinnen und Beamte. Außerdem kümmern sie sich beispielsweise um Dienstunfallfürsorge, Versorgungsausgleiche und Berechnungen zukünftiger Pensionsverpflichtungen.
Kurz gesagt: Hinter den Versorgungskassen steckt eine Institution, die dafür sorgt, dass zahlreiche Kommunen und öffentliche Arbeitgeber ihre langfristigen Verpflichtungen gegenüber Beschäftigten, Beamtinnen und Beamten sowie Versorgungsempfängern erfüllen können.
Warum besitzen Versorgungskassen überhaupt Immobilien?
Auf den ersten Blick klingt es ungewöhnlich: Eine Einrichtung, die Pensionen und Betriebsrenten organisiert, besitzt gleichzeitig ein 103 Meter hohes Bürogebäude mitten in Köln.
Tatsächlich passt beides ziemlich gut zusammen.
Ein Teil der Aufgabe der Versorgungskassen besteht darin, Geld für zukünftige Verpflichtungen zurückzulegen und langfristig anzulegen. Kommunen wissen beispielsweise schon heute, dass sie auch in 20 oder 30 Jahren Pensionen bezahlen müssen. Die RVK verwalten entsprechende Versorgungsrücklagen und unterstützen ihre Mitglieder beim Aufbau von Kapital für diese zukünftigen Ausgaben.
Dieses Geld soll allerdings nicht einfach unverzinst liegen bleiben. Die Versorgungskassen investieren es. Nach eigenen Angaben streuen sie ihre Kapitalanlagen breit über verschiedene liquide und illiquide Anlageklassen. Dazu können auch Immobilien gehören.
Was bringt ein Hochhaus wie der KölnTriangle?
Eine Immobilie kann für einen langfristigen Anleger gleich mehrere Vorteile haben. Zum einen besitzt das Gebäude selbst einen Wert. Zum anderen können durch vermietete Büro-, Gastronomie-, Konferenz- und Veranstaltungsflächen laufend Einnahmen entstehen.
Beim KölnTriangle gibt es neben klassischen Büroflächen unter anderem ein Restaurant, eine große Veranstaltungshalle sowie vermietbare Konferenz- und Eventflächen im 27. und 28. Obergeschoss.
Die Einnahmen aus solchen Kapitalanlagen können wiederum dazu beitragen, die langfristigen Verpflichtungen der Versorgungseinrichtung zu finanzieren. In der Satzung der Rheinischen Zusatzversorgungskasse ist ausdrücklich festgelegt, dass das Kassenvermögen der Finanzierung ihrer Leistungen und Verwaltungskosten dient und dass zu den Einnahmen auch Vermögenserträge gehören.
Vereinfacht gesagt: Das Kapital soll Erträge erwirtschaften, damit langfristig genug Geld für die zugesagten Leistungen vorhanden ist.
Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Ist es gut oder schlecht, dass eine Versorgungskasse in Immobilien investiert?
Grundsätzlich ist das weder ungewöhnlich noch automatisch problematisch.
Für eine Institution, die über Jahrzehnte hinweg Leistungen finanzieren muss, ist es sogar sinnvoll, ihr Vermögen nicht nur in eine einzige Anlageform zu stecken. Würde das gesamte Geld beispielsweise ausschließlich in Aktien oder ausschließlich in Staatsanleihen liegen, wäre die Abhängigkeit von einer bestimmten Anlageklasse sehr groß.
Eine Mischung verschiedener Anlagen kann Risiken verteilen. Genau diese breite Streuung beschreibt auch die RVK als Grundlage ihrer Kapitalanlage. Immobilien können dabei interessant sein, weil sie über lange Zeit Mieteinnahmen erwirtschaften können und einen materiellen Vermögenswert darstellen.
Der KölnTriangle ist 103,20 Meter hoch
Der Turm ist exakt 103,20 Meter hoch. Der gesamte Gebäudekomplex verfügt über eine Bruttogrundfläche von rund 84.300 Quadratmetern und einen Bruttorauminhalt von rund 295.300 Kubikmetern.
Architektonisch auffällig ist vor allem die gerundete, annähernd dreieckige Form des Turms und seine große Glasfassade.
Was viele nicht wissen: Dieses Prinzip gibt es noch bei zahlreichen anderen prominenten Kölner Gebäuden. So gehört das Dom Hotel am Roncalliplatz der Bayerischen Versorgungskammer. Die Büro-Kranhäuser gehören Deka Immobilien, dem Investment-Haus der Sparkassen für Immobilien. Und die Lanxess Arena gehört der in Hongkong ansässigen Investor Junson Capital. Sie verwaltet das Vermögen einer reichen chinesischen Familie.



