Ford Fiesta Köln

Ford Fiesta: Wie eine Kölner Erfolgsgeschichte für immer begraben wurde

Im Juli 2023 ist eine Ära für immer zu Ende gegangen – und war gleichzeitig eine Zäsur für das Kölner Werk, dessen Ausmaße man erst Jahre später richtig erkennen sollte. Am 7. Juli 2023 rollte im Ford Werk in Köln der letzte Fiesta vom Band. Der Kleinwagen hat Generationen von Menschen geprägt. Seine Produktion im Kölner Ford Werk hat gleichzeitig tausende Arbeitsplätze über Jahrzehnte gesichert. Der Ford Fiesta war ein Auto für Menschen mit geringem Budget oder einfach Fahranfänger. (Fotos: IMAGO / Motorsport Images)

Mit dem Ende der Fiesta-Produktion ging in Köln eine Ära zu Ende – und ein Stück Wirtschaftsgeschichte. Über 40 Jahre wurde der Fiesta gebaut. 1976 lief die erste Version vom Band (40 PS, 8440 Mark), davon viele Jahrzehnte in Köln. Das Foto zeigt, wie die erste Version des Ford Fiestas aussah. 2023 musste der nach wie vor günstige Kleinwagen (Neuwagen Listenpreis heute ab etwa 20.000 Euro) Platz machen für andere Autos.

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Ford Fiesta in Köln: Eine Ära geht zu Ende

Es ist ein offenes Geheimnis in der Autobranche: Mit Kleinwagen machen die großen Autobauer nur geringe Margen. Auch die Zahl der verkauften Fiestas war bei Ford in den Jahren zuvor rückläufig.

Das Kalkül der Mutterfirma in den USA: Größere Autos und ein höherer Preis lohnen sich mehr. Und so setzte Ford nach dem Fiesta auf große E-Modelle, die vom Aussehen zwar auf dem amerikanischen Markt beliebt waren, in Deutschland aber kaum jemand begeisterten.

Wo bislang der Fiesta vom Band lief, wird nun der Ford Exlorer und der Ford Capri gebaut. Die Modelle kosten mehr als doppelt so viel im Verkaufspreis. Ein neues Kleinwagen Modell ähnlich dem Fiesta gibt es indes nicht mehr.

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Ford baut in Köln künftig Elektro-Autos

Ford stellt hat seine Produktion in Köln auf Elektro-Autos umgestellt und dafür investiert fast 2 Milliarden Euro in den Standort Köln investiert. Innerhalb von sechs Jahren wollte Ford 1,2 Millionen Elektro-Autos in Köln bauen. Eine Zahl, die niemals erreicht werden kann.

Bis heute sind in den Kölner Ford-Werken 17 Millionen Autos vom Band gelaufen, darunter zahlreiche legendäre Modelle wie der Ford Taunus, Capri oder Sierra. Das häufigste produzierte Auto ist der Ford Fiesta mit über 8 Millionen Einheiten. In Köln rollten bis 2023 täglich über 1100 Fiestas vom Band.

Die Geschichte von Ford in Köln

Fort beschäftigte in Köln fast 15.000 Mitarbeiter und hat einen entsprechend hohen Stellenwert in der Stadt. Doch die Zukunft der Werkes erscheint immer ungewisser, wie zuletzt eine TV-Dokumentation in der ARD zu Ford ausführlich analysierte.

Ford ist seit fast 100 Jahren in Köln-Niehl ansässig.

Es war Konrad Adenauer, der 1929 den Umzug von Ford in Deutschland von Berlin nach Köln einfädelte. 1930 kam Henry Ford persönlich zur Eröffnung des Werkes nach Köln.

Es war auch Ford in Köln, das die ersten Gastarbeiter 1961 nach Deutschland holte. In Deutschland herrschte damals Vollbeschäftigung und Deutschland schloss mit der Türkei ein Anwerbeabkommen. Es war der Grundstein für die türkische Community in Köln.

Ein Ford Fiesta wird Köln auch künftig an prominenter Stelle erhalten bleiben: Das Flügel-Auto von HA Schult ist ebenfalls ein Ford Fiesta.

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