Von den Nazis gesprengt: Die verlassene Brücke im Wald vor Köln

Es ist eine gewaltige Brückenruine, die plötzlich im Wald auftaucht. Der Standort ist wenige Kilometer südlich der Kölner Stadtgrenze auf der Schäl Sick. Wer in der Nähe von Siegburg-Seligenthal Richtung Staumauer der Wahnbachthalsperre am örtlichen Friedhof vorbeigeht, steht irgendwann vor zwei Brückenpfeilern, die zwischen Bäumen emporragen: Es sind die Überreste der Ummigstalbrücke.

Das Bauwerk wirkt in diesem Ambiente wie ein Lost Place in einem Film, ist seit vielen Jahrzehnten in der Mitte zerstört und wurde nie wieder aufgebaut. Zwei der Pfeiler haben Nazis in den letzten Kriegstagen am 8. April 1945 auf dem Rückzug vor den anrückenden Amerikanern gesprengt. Trümmerreste liegen bis heute am Fuß der Betonpfeiler. (Foto: Máel Milscothach CC-BY-SA 4.0)

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Ummigstalbrücke: Teil der Wahnbachtalstraße

Seit fast 100 Jahren gibt es die Brücke nun. Sie wurden zwischen 1925 und 1927 erbaut, und war damals Teil der so genannten Wahnbachtalstraße. Die Brücke verband Siegburg und Much, ehe in den 50er-Jahren die Wahnbachtalsprerre gebaut wurde. Eigentlich sollte eine Eisenbahnlinie hier entlang führen. Doch dafür fehlte letztlich das Geld.

Die Brücke überquert lediglich einen kleinen Bach (Ummigsbach), ist aber deshalb so groß abgemessen, weil es schon in den 20er-Jahren Pläne für eine Talsperre gab, die aber erst später umgesetzt wurden.


Die unheimlichen Legenden zur Ummigstalbrücke

Der Brückenstumpf steht nur rund 150 Meter von der heutigen Staumauer der Wahnbachtalsperre entfernt und ist auch zu Fuß zu erreichen. Der Straßenanschluss und auch die Brückenrampe sind heute wieder komplett von der Natur in Beschlag genommen. Die Brückenrampe ist heute außerdem gesperrt.

Eine Funktion hat die Brücke nicht mehr. Die Ruine steht heute verlassen im Wald. Es ranken sich zum Teil unheimliche Legenden um das Bauwerk mit den Bögen, die eine Spannweite von 16 Metern haben. Im 2. Weltkrieg soll es angeblich geheime Rüstungsanlagen der Nazis in dem Berg gegeben haben. Gerüchte, die durch einen Steinbruch in der Nähe befeuert wurden. Ob das stimmt, erscheint allerdings mehr als fraglich.

Auch ist von einem Mord nach dem 2. Weltkrieg die Rede: In den 50er-Jahren soll ein Auto mit seinen Insassen die Brückenrampe hinab in die Tiefe geschoben worden sein.

„Die beeindruckende Größe der Brückenruine hält die vielen Gerüchte und Geschichten um die Brücke immernoch am Leben“, steht auf dem Info-Schild zur Brücke vor Ort.

Es bleibt ein ewiges Mahnmal inmitten des Waldes. Ein unwirklicher und zugleich verlassener Ort, der heute vor allem aber auch ein interessantes Ausflugsziel inmitten der Natur ist.

Warst du selbst schonmal vor Ort und hast Fotos oder Erfahrungen dazu? Schreib uns eine E-Mail.

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