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Trude Herr: Ihr Leben, ihre Lieder, ihre unbekannte Seite

Wenn wir an Trude Herr denken, denken wir vor allem ihr Lied „Niemals geht man so ganz“. Bei den traurig schönen Liedzeilen und dem Refrain kriegen wir jedes Mal Gänsehaut. Viele verbinden mit dem Lied sehr persönliche Erlebnisse, wie etwa die Beerdigung von Menschen, die einem sehr nahe standen.

Sie aber war eine durch und durch außergewöhnliche Frau. Jemand, der das echte Leben lebte und kannte. Es lohnt sich, einen Blick darauf zu werfen und dieses Leben zu würdigen. Wir möchten euch hier 7 Fakten aus ihrem Leben vorstellen, die viele kaum präsent haben.

(Fotos: Superbass, 2020-08-23-Trude Herr Size Two-0042, CC BY-SA 4.0 / Heinrich Beschmann)

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  • Trude Herr liegt auf dem Kölner Nordfriedhof begraben.
  • Sie war verheiratet mit Ahmed M’Barek, den sie 1964 bei einer Reise durch die Sahara kennenlernte. Mit ihm war sie bis 1976 verheiratet.
  • Ihren letzten Lebenspartner Samuel Bawesi lernte sie Anfang der 90er-Jahre auf den Fidschi Inseln kennen.

Hier lest ihr weitere Fakten zu Trude Herr:

Trude Herr wurde in Kalk geboren und wuchs in Mülheim auf

Mehr Köln geht also kaum. Das Geburtsdatum der 1,55 Meter großen Sängerin und Schauspielerin ist der 4. Mai 1927. Die Wohnung der Familie wurde 1943 bei einem Bombenangriff zerstört. Die Familie musste anschließend einige Zeit in Hessen leben.


Trude Herr arbeitete mehrere Jahre als Bardame in eine Kölner Kneipe

Nachdem die von ihr gegründete Kölner Lustspielbühne nicht überlebensfähig war, arbeitete sie von 1949 bis 1954 im Lokal Barberina an der Hohe Pforte, damals ein Treffpunkt für gleichgeschlechtliche Liebe.

Trude Herr hatte von 1977 bis 1986 ein eigenes Theater auf der Severinstraße

Das Theater im Vringsveedel war pro Jahr allerdings nur einige Monate geöffnet. Das Theater fasste rund 500 Zuschauer und war zuvor ein leer stehendes Kino, ehe Trude Herr es pachtete.

Da es auch keine städtischen Zuschüsse gab, musste das Theater trotz hoher Auslastung schließen. Auf der Severinstraße 81 (heute Odeon Kino) erinnert seit 2012 eine Gedenktafel an das Theater.

Sie lebte eine Zeit lang auf den Fidschi Inseln

1987 wanderte sie nach mehreren schweren Operationen auf die Fidschi Inseln aus, die etwa 3000 Kilometer östlich von Australien liegen – also sehr sehr weit weg. Im Februar 1991 zog sie nach Südfrankreich, wo sie einen Monat später mit 63 Jahren starb.

Sie war Mitglied in der SPD

Ihr Vater war Lokführer und war aufgrund seiner Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei nahezu die gesamte NS-Zeit im Zuchthaus. Trude Herr lebte in dieser Zeit, die sie prägte, in ärmlichen Verhältnissen. Ihre Einstellung spiegelte sich nach dem Krieg auch inhaltlich in ihren Büttenreden wider, für die sie beim Publikum geliebt wurde.

Den konservativen Karnevalsgesellschaften aber waren die Auftritte ein Dorn im Auge. Ein Programm von ihr wurde sogar verboten, worauf sie sich als Büttenrednerin zurückzog.

Es gibt einen Trude Herr Park in Köln

Die 7000-Quadratmeter-Grünfläche am Bürgerhaus Stollwerck in der Südstadt ist nach ihr benannt. Dort steht auch ein Denkmal.

Das Trude-Herr-Denkmal in der Kölner Südstadt / © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Der erfolgreichste Song von ihr war „Ich will keine Schokolade“

Der Song erreichte 1960 Platz 18 in den deutschen Charts. „Niemals geht man so ganz“, das sie mit Wolfgang Niedecken und Tommy Engel sang, landete 1987 auf Platz 20 der deutschen Charts. Es war zugleich eine Art musikalischer Abschiedsgruß.

Linktipp: Hier seht ihr noch einmal das Video der Trude Herr Revue „Niemals geht man so ganz“ live vor dem Kölner Dom

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4 Kommentare

  • ingrid reitz

    sehr oft waren wir in trudes theater
    es waren immer sehr unterhaltsame stunden
    und ihre lieder hören wir immer noch gern
    als ein freund starb
    wurde „niemals geht man so ganz“ gespielt
    und als dirk bach vor dem kölner dom „ich will keine schokolade „ sang, ließ man ihn nicht von der bühne.
    mögen beide in frieden ruhen
    beide waren kölsche urgesteine

  • Michael Trippel

    Beim ersten Abstieg 1998 habe ich das Lied am Spielende gespielt. Viele haben Rotz und Wasser geheult.

    • Christoph Hansen

      ich war dabei, ich habe auch geweint, wie bei jedem anderen Abstieg…

  • Christa friedrich

    Ich habe das Buch Ihrer Biographie gelesen. Darin steht vieles was man nicht wusste

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