Knapp zwei Wochen vor Rosenmontag hat das Festkomitee Kölner Karneval erste Details zu den politischen Motivwagen des kommenden Zochs vorgestellt. Zugleiter Marc Michelske präsentierte ausgewählte Entwürfe der sogenannten Persiflagen, die traditionell gesellschaftliche und politische Themen aufgreifen.
21 Persiflagen geplant – zwei bleiben geheim
Insgesamt sollen in diesem Jahr 21 Persiflagewagen am Rosenmontagszug teilnehmen. 19 Zeichnungen wurden den Medien bereits gezeigt, vier Motive sind zur Veröffentlichung freigegeben. Zwei weitere Wagen bleiben bewusst unter Verschluss – sie gelten als „Überraschungswagen“ und werden erst am Rosenmontag selbst zu sehen sein.
Die Themen der Wagen bewegen sich laut Zugleitung auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Neben klassischen satirischen Zuspitzungen sollen auch Motive vertreten sein, die Wertschätzung und Dank ausdrücken. Damit folgt die Gestaltung dem Sessionsmotto „ALAAF – Mer dun et för Kölle“, das sich wie ein roter Faden durch den gesamten Zug ziehen soll.
Ehrenamt als zentrales Motiv
Mit dem Motto rückt das Festkomitee nach eigenen Angaben das ehrenamtliche Engagement in den Mittelpunkt. Rund 200.000 Menschen engagieren sich demnach im Kölner Karneval und in zahlreichen weiteren Bereichen des städtischen Lebens freiwillig.
Dieses Thema wird nicht nur visuell aufgegriffen: Der Zoch soll durch einen sogenannten Ehrenamtschor eröffnet werden. Rund 250 Sängerinnen und Sänger aus mehr als 30 Kölner Chören, begleitet von einem etwa 50-köpfigen Orchester, sind dafür vorgesehen. Die Beteiligten stammen aus unterschiedlichen Veedeln und Altersgruppen.
Verbindung von Sport und Karneval
Auch der Sport wird in den Persiflagen thematisiert. Dabei geht es um die Rolle des Ehrenamts im Amateurbereich – als Grundlage auch für den Profisport. Eine Verbindung sieht die Zugleitung unter anderem zur Deutsche Sporthochschule Köln, deren Studierende sich seit mehreren Jahren ehrenamtlich am Rosenmontagszug beteiligen.
Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Sie bespielen die Großfiguren „Big Jeck“, von denen inzwischen zehn im Einsatz sind. Eine dieser Figuren steht im Zusammenhang mit einer Persiflage zur möglichen Olympia-Bewerbung Kölns, die unter dem Wortspiel „Mer dun et för Köllympia“ aufgegriffen wird.
Mischung aus Kritik und Anerkennung
Nach Angaben der Zugleitung laufen die inhaltlichen Vorbereitungen bereits seit dem Sommer in Zusammenarbeit mit dem Kreativteam der „Kritzelköpp“, das für die zeichnerische Umsetzung verantwortlich ist. Ziel sei eine thematische Vielfalt, die sowohl aktuelle Entwicklungen aufgreift als auch unterschiedliche Tonlagen zwischen Kritik und Anerkennung zulässt.
Wie die Motive bei den Zuschauerinnen und Zuschauern ankommen, wird sich traditionell erst am Rosenmontag selbst zeigen – wenn die Entwürfe als fertig gebaute Wagen durch Köln ziehen.
Hier seht ihr die beiden weiteren Motive, die jetzt bereits veröffentlicht wurden:




