Rhein Pegel Köln

Rheinpegel Köln wird sich diese Woche merklich erholen

Der Rheinpegel in Köln verharrte lange Zeit unterhalb der Marke von einem Meter – nur wenige Zentimeter über dem historischen Tiefstand von 2018, der bei 69 Zentimetern lag. Neu ist, dass der Rhein über einen so langen Zeitraum so wenig Wasser hat. Das gab es selten zuvor.

Laut aktuellen Abschätzungen ist für die Woche ab dem 22. August ein merklicher Anstieg des Pegels angesagt: Bis Dienstagabend soll der Rheinpegel in Köln um fast einen Meter im Vergleich zur Vorwoche ansteigen.

(Foto: Uwe Komorowski)

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Rhein Pegel Köln: Wie geht es weiter?

Laut 14-Tages-Vorhersage ist der Dienstag der vorläufige Höhepunkt des Pegels, der sich aber bis Anfang September bei über einem Meter etwas stabilisieren wird.

  • Am Montag (22.8.) überschreitet der Rhein Pegel die 1-Meter-Marke, steigt bis zum Abend auf 1,11 Meter
  • Bis Dienstagabend soll der Pegel bei 1,63 Meter liegen. Das dürfte gleichzeitig der höchste Pegel für die kommenden Tage sein.
  • Am Mittwoch wird laut Abschätzung ein Pegel von 1,52 Metern vorausgesagt, am Donnerstag dann wieder wenige Zentimeter weniger.

(Stand 22.8 / 08:30)

Die hydrologische 6-Wochen-Vorhersage vom 18. August sagt für die kommenden Wochen ebenfalls einen Pegel von mehr als einem Meter voraus. Das liegt jedoch weit unter den Werten, die für diesen Zeitraum normal sind.

Rheinfähre Hitdorf fährt wieder

Die Rheinfähre Hitdorf ist seit Montagmorgen (22.8.) nach erfolgreicher Testfahrt wieder in Betrieb und fährt nach Fahrplan. Die Fähre Weiss / Zündorf hat ihren Betrieb laut Homepage aktuell noch eingestellt.


Ausflugsschiffe fahren weniger Stationen an

Wie die Köln-Düsseldorfer auf ihrer Homepage mitteilt, können die Ausflugsschiffe zahlreiche Stationen derzeit nicht anfahren. Auf der Strecke Köln – Linz – Köln fährt das Ausflugsschiff lediglich noch bis Königswinter. Folgende Stationen werden von der KD derzeit nicht mehr angefahren:

  • Lorch
  • Bad Honnef 
  • Oberlahnstein
  • Rhens
  • Kamp-Bornhofen
  • Oberwesel
  • Assmannshausen

Es kann außerdem zu Verspätungen kommen.

Niedriger Rheinpegel Köln: Auswirkungen

Der Rhein ist für den Warentransport und Lieferkette eine wichtige Wasserstraße. Jedes Jahr passieren rund 200.000 Schiffe die deutsch-holländische Grenze. Ist der Pegel so niedrig, können die Schiffe nur rund 50 Prozent ihrer Fracht aufnehmen. Aktuell ist die Nachfrage nach dem Transport von Gütern allerdings sehr groß.

Ein niedriger Rheinpegel ist also auch für die ohnehin bereits angeschlagene Logistik von Gütern eine Belastung.

  • Es gibt übrigens keine offizielle untere Grenze, bei dem keine Schiffe mehr fahren dürfen. Diese Verantwortung liegt bei den Schiffsführern. Rein rechnerisch lohnt es sich aber irgendwann nicht mehr zu fahren, weil die Schiffe kaum noch beladen werden können.

Der aktuelle Rheinpegel Köln

Diese Grafik zeigt, wie sich der Rheinpegel in Köln aktuell entwickelt, wie der mittlere Pegel ist und wie sich die Kurve in den vergangenen Tagen entwickelt hat. Der Rhein hat aktuell eine Temperatur von rund 26 Grad.

So funktioniert der Rheinpegel Köln

  • Der Kölner Pegel wird auf Höhe der Kölner Altstadt gemessen. Ihr kennt sicher das Runde Pegelhaus auf der Rheinpromenade, das unter Denkmalschutz steht. Der Nullpunkt des Pegels in Köln liegt bei etwa 35 Metern über dem Meeresspiegel.
  • Wenn der Kölner Pegel bei 2 Meter liegt, bedeutet das allerdings nicht, dass die Wassertiefe des Rheins 2 Meter beträgt.
  • In der Fahrrinne des Rheins ist dann noch immer mindestens ein Meter Wassertiefe vorhanden. Beim Pegel könnt ihr also jeweils noch etwa einen Meter draufrechnen und kommt dann auf die tatsächliche Wassertiefe in der Fahrrinne.
  • Beträgt der Pegel also 91 Zentimeter, so ist die Wassertiefe in der Fahrrinne 1,91 Meter.
  • Bei Rheinkilometer 671 (Godorf) erreicht der Rhein das Kölner Stadtgebiet, bei Kilometer 711 in Worringen verlässt der das Gebiet wieder. Eine Vorhersage bzw. Abschätzung für die Pegel-Stände finde ihr hier.
  • Der höchste je gemessene Kölner Pegel stammt vom 1.1.1926 mit 10,69 Metern.

Der Rheinpegel Köln und das Grundwasser

In Köln sind mehrere Bäche nahezu ausgetrocknet. Die Stadt Köln hat es bereits Anfang Juli verboten, hier Wasser zu entnehmen. Der niedrige Rheinpegel hat jedoch keine direkten gravierenden Auswirkungen auf der Kölner Grundwasser.

Als die Stadt Köln und die RheinEnergie im Juli Schläuche zur Berieselung an der Rheinpromenade aufstellten, erklärte die RheinEnergie, dass man in der Kölner Bucht derzeit eine Lage habe, „in der genügend Grundwasser zur Verfügung steht, das sich auch in ausreichendem Maß erneuert“.

Rheinpegel Köln: Diese Stufen gibt es

  • Ab einem Pegel von 4,5 Metern spricht man in Köln von einem Hochwasser. Bei diesem Stand werden lediglich kleinere Hochwasser-Maßnahmen durchgeführt.
  • Hochwassermarke I ist bei einem Pegel von 6,2 Metern erreicht. Schiffe müssen dann in verminderter Geschwindigkeit fahren.
  • Hochwassermarke II ist bei einem Pegel von 8,3 Metern erreicht. Die Schifffahrt auf dem Rhein muss dann eingestellt werden.

Bis zu welchem Pegel ist die Kölner Altstadt geschützt?

Nach den katastrophalen Jahrhunderthochwassern in den 90er-Jahren hat die Stadt ein Hochwasserschutzkonzept umgesetzt, das besonders Rodenkirchen und die Kölner Altstadt schützt. Die Kölner Altstadt ist bis zu einer Marke von 11,30 Metern geschützt. Sie wäre bei einen solchen Pegelstand eigentlich 2 Meter überflutet.

Am Rhein können rund 11 Kilometer mobile Hochwasserschutzwände montiert werden. Der Katastrophenschutz wird in Köln ab einem Pegel von 10,70 Metern ausgerufen. Den stündlichen Pegel, sowie die Prognose und Abschätzung für die nächsten Tage könnt ihr unter diesem Link abrufen.

Der historische Rheinpegel in der Kölner Altstadt

Der Pegel Köln ist die runde Säule an der Promenade der Kölner Altstadt. Hier wird der Kölner Rheinpegel bei Rheinkilometer 688 mechanisch gemessen. Der kleine Zeiger der Pegeluhr zeigt die Meter, der große Zeiger zeigt die Dezimeter des Rheinpegels an.

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1 Kommentar

  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass jeder Schiffsführer selbst entscheiden darf, ob er bei niedrigem Wasserstand fährt. So würde ein waghalsiger ja dann evtl. die ganze Wasserstraße blockieren, wenn er aufläuft. In Koblenz gibt es auch einen mindestschiffbaren Wasserstand. Kann das bitte noch mal jemand prüfen? Gestern konnte ich beobachten, dass die Schiffe eine andere Fahrrinne nutzen als sonst und auch langsamer fuhren. Vielen Dank.

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