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Pferde Rosenmontagszug Köln 2023

Pferde im Rosenmontagszug 2023: Stadt beschreibt mehrere Verstöße

Beim Rosenmontagszug 2023 in Köln waren 195 Pferde im Einsatz. Wurden dabei die Leitlinien für den Umgang von Pferden in Karnevalsumzügen eingehalten, die das Land NRW 2020 veröffentlicht hat? Das haben die Grünen und Volt die Verwaltung der Stadt Köln gefragt, die nun ihre Antworten dazu vorgelegt hat. Zwar gab es beim Rosenmontagszug in Köln zahlreiche strenge Bestimmungen für Pferde. Dennoch kam es auch zu Stresssituationen für die Tiere – und nicht alle Leitlinien wurden eingehalten, wie diese Übersicht zeigt:

(Foto: Festkomitee Kölner Karneval)

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Ein entdeckter Dopingfall beim Rosenmontagszug

  • Bei 20 von 195 eingesetzten Pferde (10 Prozent) wurde eine Blutprobe entnommen. In einer der Blutproben wurden Antibiotika und entzündungshemmende Medikamente nachgewiesen, die nicht erlaubt waren. „Bei diesem Pferd wird zeitnah ein Bußgeldverfahren gegen den Verleiher/Besitzer wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet“, heißt es in der Beantwortung der Anfrage.

Keine Verstöße bei Gewicht der Reiter

  • Das Gewicht der Reiter durfte beim Zug nicht mehr als 15 Prozent des Pferdegewichts betragen. Kontrollen vor Ort hätten hier keine Auffälligkeiten gezeigt.
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Einsatzzeiten von Pferden überschritten

  • Die Pferde waren teilweise länger im Einsatz, als es die Leitlinien empfehlen: „Laut den Leitlinien soll die Einsatzzeit im Zug max. 4 Stunden ohne Pause (Futter- und Wasseraufnahme) betragen. Die Einsatzzeit beim diesjährigen Zug wurde durch einen festgefahrenen Wagen teilweise überschritten“, heißt es in der Antwort der Verwaltung.

Video dokumentiert Stress von Pferden im Zug

  • Die Verwaltung wurde auch aufgefordert dieses Video zu bewerten, das die Tierschutzorganisation Peta vom Rosenmontagszug bereitsgestellt hat. Darin waren zwei Pferde während des Rosenmontagszuges in offensichtlichen Stresssituationen zu sehen, was die Stadt Köln bei einem der Pferde ebenfalls so kommentierte.

Pferde nicht am Ende oder Anfang des Zuges

  • Die NRW-Richtlinien für Pferde im Zug empfahlen, die Pferde am Anfang und am Ende des Rosenmontagszuges zu führen. Das war in Köln nicht der Fall: „Die Pferde wurden in den jeweiligen Karnevalsgesellschaften mitgeführt.“

Kann die Stadt Köln den Einsatz von Pferden im Rosenmontagszug verbieten?

Eher nicht. Die Amtstierärzte vor Ort müssen einschreiten, wenn sie Verstöße sehen. Ein generelles Verbot dürfte laut Einschätzung der Stadt Köln jedoch den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verletzen: „Es sind immer vorrangig mildere Mittel zu prüfen. Mildere Mittel stellen jedoch die vom Ministerium in seinen Leitlinien ausgesprochenen Empfehlungen da, die ausdrücklich eine einheitliche Vorgehensweise in NRW sicherstellen sollen.“

In Bonn wurde beim Rosenmontagszug 2023 erstmals auf Pferde verzichtet. Der Festausschuss Bonner Karneval hat diese Entscheidung bereits 2021 getroffen. In Köln finden laut Verwaltung in Kürze Gespräche mit dem Festkommittee des Kölner Karnevals zur Evaluierung des Einsatzes von Pferden im Karneval statt.

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