Anzeige


Ansicht des Deutzer Hafens in Köln

7 große Wohnquartiere, die jetzt in Köln entstehen

In Köln werden derzeit mehrere neue Wohnquartiere geplant und gebaut. Zusammengenommen könnten allein in den sieben hier vorgestellten Gebieten fast 19.000 Wohnungen entstehen. Dazu kommen Schulen, Kindertagesstätten, Geschäfte, Arbeitsplätze, Grünflächen und neue Verkehrsverbindungen.

Wie konkret die Vorhaben bereits sind, unterscheidet sich allerdings deutlich: In Rondorf haben die Erschließungsarbeiten begonnen, während andere Quartiere noch am Anfang eines langen Planungsverfahrens stehen. Wir zeigen, wo die sieben großen Wohnquartiere liegen, wie viele Wohnungen vorgesehen sind und wann mit ihrer Umsetzung zu rechnen ist. (Visualisierung: Cobe)

Die sieben Wohnquartiere im Überblick

WohnquartierVorgesehene WohnungenAktueller Stand
Mülheimer Südenrund 4.500Mehrere Teilprojekte in unterschiedlichen Phasen
Köln-Kreuzfeldgut 3.500Technische Masterplanung
Deutzer Hafenrund 3.000Baurecht für erste Baufelder geschaffen
Parkstadt Südrund 3.000Bebauungspläne werden abschnittsweise aufgestellt
Zündorf-Südrund 1.900Langfristige Planung, Umsetzung weiterhin offen
Max-Becker-Arealetwa 1.700Bebauungsplanverfahren
Rondorf Nord-West1.300Erschließungsarbeiten haben begonnen
❤️ Kölns beliebtesten Newsletter abonnieren - Kölschen Fuffziger als Ausmalbild erhalten ✅🍀
Kölscher Fuffziger
❤️ Kölns beliebtesten Newsletter abonnieren - Kölschen Fuffziger als Ausmalbild erhalten ✅🍀

Die Zahlen geben den jeweils veröffentlichten Planungsstand wieder. Da solche Großprojekte häufig über Jahrzehnte entwickelt werden, können sich die Zahl der Wohnungen und der Zeitplan noch verändern.

Mülheimer Süden: Rund 4.500 Wohnungen auf früheren Industrieflächen

Der Mülheimer Süden erstreckt sich zwischen Messe, Deutz-Mülheimer Straße, Mülheimer Hafen und Rhein. Das große Entwicklungsgebiet besteht aus mehreren Teilprojekten, die unterschiedlich weit fortgeschritten sind. Nach dem von der Stadt veröffentlichten Planungsstand vom April 2022 sollen im gesamten Gebiet rund 4.500 Wohnungen entstehen.

Das größte Teilprojekt ist das ehemalige Deutz-Areal. Dort sieht der städtebauliche Masterplan rund 2.500 Wohnungen vor. Außerdem sind Gewerbe und Büros, eine Grundschule, eine Gesamtschule, drei Kindertagesstätten sowie öffentliche Grün- und Freiflächen geplant. 30 Prozent der Wohnungen sollen öffentlich gefördert werden.

Der Rat der Stadt Köln fasste im Juli 2025 den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan des Deutz-Areals. Abriss- und Sanierungsarbeiten zur Vorbereitung des Grundstücks waren zu diesem Zeitpunkt weitgehend abgeschlossen. Ein zentraler Bestandteil der Planung ist ein rund 18.300 Quadratmeter großer Grünzug, der das Gebiet mit dem Rheinboulevard verbinden soll.

Köln-Kreuzfeld: Köln plant ein vollständiges neues Veedel

Kreuzfeld soll im Stadtbezirk Chorweiler zwischen Blumenberg, Chorweiler und Fühlingen entstehen. Die Stadt bezeichnet das rund 80 Hektar große Gebiet als Kölns zukünftiges 87. Veedel. Vorgesehen sind gut 3.500 Wohnungen sowie neue Arbeitsplätze.

Das Konzept trägt den Namen „The Woodhood – Kreuzfeld Gartenstadt 2.0“. Geplant sind unterschiedliche Wohnformen, Schulen, Kindertagesstätten, Sport- und Spielflächen, Geschäfte, Dienstleistungen und gemeinschaftlich nutzbare Flächen. Auch Grünzüge und ein nachhaltiges Mobilitätskonzept gehören zur Planung.

Kreuzfeld befindet sich allerdings noch nicht in der Bauphase. Der städtebauliche Entwurf wird derzeit in einer technischen Masterplanung genauer untersucht. Erst anschließend können die notwendigen Bebauungspläne aufgestellt werden. Ein verlässlicher Termin für den Baubeginn oder den Einzug der ersten Bewohner steht deshalb noch nicht fest – hier spielt auch die Olympia-Bewerbung für Rhein Ruhr eine Rolle, denn in Kreuzfeld könnte das Olympiastadion entstehen.

Deutzer Hafen: Neues Quartier für rund 6.900 Menschen

Der bisher gewerblich geprägte Deutzer Hafen soll zu einem gemischten Stadtquartier am Rhein werden. Auf dem rund 37 Hektar großen Areal sind etwa 3.000 Wohnungen für rund 6.900 Menschen vorgesehen. Zusätzlich sollen Büroflächen für ungefähr 6.000 Arbeitsplätze entstehen.

Neben Wohnungen und Arbeitsplätzen sind Kindertagesstätten, Geschäfte, Gastronomie, Kulturangebote und öffentliche Freiräume geplant. Historische Gebäude und die frühere industrielle Nutzung des Hafens sollen in die Entwicklung einbezogen werden.

Im Juli 2026 beschloss der Rat den Bebauungsplan für die ersten Baufelder auf der östlichen Hafenseite. Dort sollen mindestens 650 Wohnungen entstehen. Davon sind 30 Prozent für den öffentlich geförderten Wohnungsbau vorgesehen; weitere Wohnungen sollen preisgedämpft angeboten werden. Der Beschluss betrifft zunächst nur einen Teil des gesamten Deutzer Hafens. Hier kannst du die 6 wichtigsten Fakten zum Deutzer Hafen nachlesen

Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:

Parkstadt Süd: Wohnen und ein verlängerter Grüngürtel

Die Parkstadt Süd gehört zu den größten Stadtentwicklungsprojekten Kölns. Das gesamte Planungsgebiet umfasst rund 115 Hektar und reicht vom Bereich südlich des Inneren Grüngürtels bis zum Rhein. Auf den für eine Bebauung vorgesehenen Flächen sollen nach aktuellem Stand rund 3.000 Wohnungen entstehen.

Das Projekt umfasst deutlich mehr als Wohnungsbau. Der Innere Grüngürtel soll bis zum Rhein verlängert werden. Rund um die denkmalgeschützte Großmarkthalle sind außerdem Büros, Dienstleistungen, Einzelhandel und soziale Einrichtungen vorgesehen. Die Parkstadt Süd wird in mehreren räumlichen Abschnitten geplant und umgesetzt.

Ein Termin, zu dem das gesamte Quartier fertiggestellt sein wird, lässt sich noch nicht nennen. Für einzelne Bereiche laufen Bebauungsplanverfahren. Erste neue Grünflächen sind mit dem Pionierpark und dem 2025 eröffneten Sportpionierpark bereits zugänglich: Das sind die Mieten in den ersten Wohnungen der Parkstadt Süd

Zündorf-Süd: Großes Wohngebiet mit offenem Zeitplan

Südlich des bestehenden Stadtteils Zündorf wird seit Jahren über ein großes Neubaugebiet diskutiert. Im Wohnungsbauprogramm der Stadt Köln aus dem Jahr 2015 wurde für Zündorf-Süd ein Potenzial von 1.910 Wohnungen genannt. Spätere Planungen gingen zeitweise von rund 2.250 Wohnungen aus.

Die Entwicklung ist eng mit der Verkehrsanbindung verbunden. Dazu gehören insbesondere die geplante Verlängerung der Stadtbahnlinie 7 sowie zusätzliche Straßenverbindungen. Wann das Wohngebiet tatsächlich gebaut werden kann, steht bislang nicht verbindlich fest.

Zündorf-Süd unterscheidet sich damit deutlich von Projekten wie Rondorf Nord-West: Es gibt eine langfristige Entwicklungsabsicht, aber noch keinen vergleichbar konkreten Umsetzungsstand. Die Zahl von 1.910 Wohnungen stammt zudem aus einer älteren städtischen Planung und kann sich im weiteren Verfahren verändern.

Max-Becker-Areal: Etwa 1.700 Wohnungen in Ehrenfeld

Auf dem früheren Gelände des Recyclingunternehmens Max Becker nördlich der Widdersdorfer Straße soll ein neues gemischtes Quartier entstehen. Das Plangebiet umfasst rund 18 Hektar und liegt zwischen Ehrenfeld, Braunsfeld und Müngersdorf.

Nach dem im Juni 2026 veröffentlichten Planungsstand sind etwa 1.700 Wohnungen vorgesehen. Hinzu kommen Gewerbeflächen, eine Grundschule, Kindertagesstätten, Nahversorgung sowie soziale und kulturelle Angebote. Öffentliche Grün-, Spiel- und Sportflächen sollen das bisher gewerblich genutzte Gelände öffnen und mit seiner Umgebung verbinden.

30 Prozent der Wohnfläche in Vollgeschossen sind für öffentlich geförderten Wohnungsbau vorgesehen. Weitere 20 Prozent sollen für Mietwohnungen, Genossenschaften, gemeinschaftliche Wohnformen oder Baugruppen zur Verfügung stehen.

Der Bebauungsplanentwurf wurde im Sommer 2026 öffentlich ausgelegt. Baurecht besteht damit noch nicht; einen verbindlichen Termin für den Baustart nennt die Stadt bislang nicht.

Rondorf Nord-West: Hier hat die Erschließung bereits begonnen

Am nordwestlichen Rand von Rondorf entsteht ein neues Wohnquartier mit 1.300 Wohnungen. Anders als viele der übrigen Vorhaben befindet sich Rondorf Nord-West bereits in der Umsetzung: Der Bebauungsplan und die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans sind seit Dezember 2024 rechtskräftig. Im Januar 2025 begannen die Erschließungsarbeiten.

Neben Miet- und Eigentumswohnungen sind unterschiedliche Gebäudetypen vorgesehen. Nach Angaben der Projektgesellschaft sollen rund 30 Prozent der Wohnungen öffentlich gefördert werden. Außerdem sind vier Kindertagesstätten, zwei Grundschulen, eine weiterführende Schule, Spielplätze und Grünflächen geplant.

Für die Verkehrsanbindung ist die neue StadtBahn Süd von besonderer Bedeutung. Sie soll Rondorf und Meschenich an das Kölner Stadtbahnnetz anbinden. Die Stadt Köln weist allerdings darauf hin, dass Wohnungsbau und Stadtbahn zwei eigenständige Projekte mit jeweils eigenen Verfahren sind.

Was bedeutet bei diesen Projekten eigentlich „entstehen“?

Die sieben Wohnquartiere befinden sich nicht alle in derselben Phase. In Rondorf laufen bereits Erschließungsarbeiten, während im Deutzer Hafen zunächst Baurecht für die ersten Baufelder geschaffen wurde. Beim Max-Becker-Areal läuft das Bebauungsplanverfahren, Kreuzfeld befindet sich noch in der technischen Masterplanung.

Besonders langfristig ist die Perspektive in Zündorf-Süd. Dort steht noch nicht fest, wann die eigentliche Umsetzung beginnen kann. Die Übersicht zeigt deshalb sowohl Quartiere im Bau als auch große Kölner Wohnungsbauprojekte, die sich noch in der Planung befinden.

Fast 19.000 Wohnungen – aber viele erst in einigen Jahren

Rechnerisch sehen die Planungen der sieben Quartiere zusammen fast 19.000 Wohnungen vor. Diese Zahl ist jedoch keine kurzfristige Wohnungsbauprognose. Die Projekte werden abschnittsweise entwickelt, Planungen können geändert werden und nicht für jedes Quartier gibt es bereits einen verbindlichen Zeitplan.

Weitere Artikel zu Kölner Wohnprojekten:

Zurück
Kommentiere diesen Artikel