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Deutzer Hafen in Köln

Deutzer Hafen: Die 6 wichtigsten Fakten zum neuen Kölner Veedel

Der Deutzer Hafen war zuletzt viele Jahre ein alter Industriehafen, die immer weniger gebraucht wurde. Einige Flusskreuzfahrtschiffe nutzten das Becken vor der Drehbrücke, um hier zu ankern. Nur noch ein Bruchteil der Kölner Güter wurde im Deutzer Hafen umgeschlagen. Viele von euch kennen von Spaziergängen die riesigen Schrottplatzhaufen hinter den Poller Wiesen. (Grafik: Cobe)

Das riesige Areal direkt am Rhein wird in den kommenden Jahren komplett umgebaut. Der Startschuss hierfür ist bereits gefallen, die Bagger sind im Dezember angerollt. Auf 37,7 Hektar wird ein neues Stadtquartier in herausragender Lage direkt an den Poller Wiesen entstehen, die einen Panoramablick auf linke Rheinseite bietet. Wir haben hier die sechs wichtigsten Fakten zum neuen Kölner Veedel direkt am Rhein aufgeschrieben:

Der neue Deutzer Hafen in Zahlen

  • 37,7 Hektar Fläche (rund 53 Fußballfelder)
  • Davon 8,1 Hektar Wasserfläche
  • 19,5 Hektar öffentliche Flächen
  • 14,4 Hektar Nettobauland

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Das Hafenbecken im Deutzer Hafen

Die gesamte Uferlinie des Hafenbeckens wird künftig begehbar sein. Diese Flächen wurden freigehalten für öffentlichen Raum, sowie Promenaden. Direkt am Wasser wird man hier also künftig spazieren gehen können. Es wird außerdem drei Parks geben. Sie liegen alle auf der südlichen Seite des Hafbeckens hin zu den Poller Wiesen. Links und rechts des Beckens führen Schienen entlang, die in die Neugestaltung integriert werden sollen.

Die historischen Mühlen im Deutzer Hafen

Sie bilden sozusagen auch heute noch den Blickfang, der Schriftzug „Aurora“ ist allen KölnerInnen bekannt. Seit über 100 Jahren stehen die beiden Mühlen im Deutzer Hafen, wurden 1909 erbaut. Die Gebäude der Auermühle und Ellmühle bleiben beide erhalten und werden in das neue Stadtquartier integriert. Sie sind außerdem denkmalgeschützt. Was genau in die Gebäude reinkommt, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig offen.

Die Mühlen wurden 2021 endgültig stillgelegt. Bis dahin wurde hier Mehl gemahlen, das schätzungsweise rund 5 Millionen Menschen versorgte, wie der Werksleiter 2019 in einem Gespräch mit Bild sagte. Die Mühlen sollen auch dem neuen Deutzer Hafen eine Identität geben.

Wohnen im Deutzer Hafen

Der Rheinauhafen liegt direkt gegenüber. Der Deutzer Hafen wird ebenfalls eine luxuriöse Lage direkt am Rhein haben. Entsteht hier ein neues Luxus-Quartier, ähnlich wie der Rheinauhafen, wo für Wohnungen im Kranhaus deutlich fünfstellige Quadratmeterpreise gezahlt werden? Luxus-Wohnungen in dieser Lage wird es sicher auch im neuen Deutzer Hafen geben. Laut Stadt Köln werden 3000 Wohnungen entstehen, bis zu 6900 Menschen können dann hier leben.

30 Prozent der Wohnungen hier werden öffentlich geförderte Wohnungen sein, also Sozialwohnungen. Diese kann man ausschließlich anmieten, wenn man einen Wohnberechtigungsschein (WBS) der Stadt Köln erhält. Die Einkommensgrenze für eine Person liegt bei knapp über 20.000 Euro, für 2 Personen bei rund 24.000 Euro, wobei diverse Kosten noch abgezogen werden können (Details dazu auf dieser Seite der Stadt Köln). Dieser Anteil soll eine so genannte Gentrifizierung des Veedels von Beginn an verhindern und es zu einem sozial durchmischten Quartier machen.

30 Prozent sind gleichzeitig der Mindestanteil laut kooperativen Baulandmodell Köln (KoopBLM) aus dem Jahr 2017. Weitere 20 Prozent der Wohnungen sollen „mietpreisgedämpft“ sein. Das bedeutet: Die Nettokaltmiete muss bei einem bestimmten Betrag starten und darf prozentual nur zu gewissen Sätzen erhöht werden (z.B. bei Neuvermietung). Für mietpreisgedämpfte Wohnungen ist kein WBS erforderlich.

Quelle: baustelle-deutzer-hafen.koeln

Diese Grafik zeigt, wie die Bebauung künftig aussehen soll. Zur Orientierung: Ganz links am Ende des Hafenbeckens ist die Drehbrücke. Unten sieht man den Rhein und die Poller Wiesen. Unterhalb des Hafenbeckens u.a. die drei geplantes Parks, dazu zwei weitere Brücken.

Wird der Deutzer Hafen ein echtes Veedel?

Das zumindest soll es nach Plänen der Stadt werden: Im Deutzer Hafen sind sieben Kitas, eine Grundschule, Gastronomie, Kultur- und Freizeitangebote und auch eine Vielzahl öffentlichen Freiräumen geplant. Hier soll also echtes öffentliches Leben stattfinden. Ein Punkt, den viele KölnerInnen am Rheinauhafen in den vergangenen Jahren immer wieder bemängelt hatten. Es ist auch ein Marktplatz im östlichen Teil des neuen Veedels geplant.

Zwei neue Brücken

Das Hafenbecken des Deutzer Hafens (82 Meter breit / 1098 Meter lang) soll zwei neue Brücken erhalten. Eine Brücke für Radfahrer und eine für Fußgänger.

Parks und Plätze

Es wird drei Parks und mehrere Plätze geben: Die drei Park liegen alle westlich des Hafenbeckens:

  • Hafenpark: Dieser Park an der Drehbrücke ist zugleich der größte Park. Hier wird direkt an der Poller Wiese auch die neue Grundschule entstehen.
  • Kranpark: Der Park soll dort entstehen wo heute die große Krananlage an der Alfred Schütte Allee steht und ins Hafenbecken ragt. Die Anlage wird erhalten bleiben. Hier soll es auch eine Halbinsel ins Hafenbecken geben.
  • Quartiersplatz: Der Platz ist ebenfalls direkt am Kranpark, hier wird eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer gebaut, die über das Hafenbecken direkt zum Marktplatz auf der anderen Seite führt.
  • Hafenplatz: Dieser Platz ist am Ende des Hafenbeckens geplant. Der Blick auf dem Hauptbild dieses Artikels ist der vom Hafenplatz auf den Deutzer Hafen. Hier ist derzeit eine große Freitreppe zum Rhein geplant.

Freibad im Rhein

Ursprünglich hatten die Architekten ein Becken am Hafenplatz geplant. Das stellt sich jedoch als nicht praktikabel heraus. Derzeit haben sie ein Rheinbad am Hafenpark geplant. Hier soll das Schwimmen im Rhein ungefährlich und somit möglich sein. Ob es tatsächlich kommen wird, bleibt abzuwarten.

Das Projekt Deutzer Hafen wird Köln die nächsten 10 Jahre begleiten. Geplant ist, dass das Veedel ab 2030 richtig zum Leben erwacht.

Welche Erinnerungen habt ihr an den Deutzer Hafen? Schreibt uns eine E-Mail.

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2 Comments

  • Der artikel zum Neubau bz.umbau war sehr informativ. Danke toni

  • Elke Lemacher

    Als der Jugendpark im Rheinpark eröffnet wurde,ich war 15 Jahre alt, bin ich dort sehr oft auf der Rollschuhbahn gelaufen ( außer mir kam kaum einer ) und habe auch ehrenamtlich da geholfen. Abends musste ich um nach Hause zu kommen (Weidenpesch ) zum Bus am Wiener Platz über die Brücke am Hafen vom Katzenkopf dahin. Im Winter bei Schnee und Hochwasser , bin ich immer von Laterne zu Laterne gelaufen und nicht immer brannten nicht alle. Wenn ich heute denke , was alles da passieren konnte und später auch passierte, war ich schon mutig oder einfach mehr unbesorgt, habe es ja 5 Jahre lang gemacht..

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