Auf dem Madaus Gartenland in Köln-Neubrück soll ein neues Quartier mit rund 750 Wohnungen entstehen. Jetzt steht fest, wie das bislang überwiegend landwirtschaftlich genutzte Gelände künftig aussehen könnte. Ein Bewertungsgremium hat den Siegerentwurf für das 16,3 Hektar große Areal ausgewählt. Neben Wohnungen sind unter anderem zwei Kitas, eine Pflegeeinrichtung, eine Feuer- und Rettungswache sowie große Grün- und Spielflächen vorgesehen.
Der Entwurf stammt von Lorenzen Mayer Architekten aus Berlin und Kopenhagen gemeinsam mit dem Kölner Büro urbanegestalt. Er soll nun als Grundlage für den Bebauungsplan und die weitere Entwicklung des Madaus Gartenlands dienen.
Das Gelände liegt östlich des Neubrücker Rings zwischen Neubrück und Rath-Heumar und gehört der GAG Immobilien AG. Früher wurden dort Pflanzen für das Pharmaunternehmen Madaus angebaut, heute wird die Fläche größtenteils landwirtschaftlich genutzt.
Rund 750 Wohnungen sollen in Köln-Neubrück entstehen
Der Siegerentwurf sieht auf dem Gelände etwa 750 neue Wohnungen vor. Mindestens 30 Prozent davon sollen öffentlich gefördert werden. Damit fällt die aktuelle Planung etwas kleiner aus als eine frühere Machbarkeitsstudie. Diese hatte noch bis zu 850 Wohnungen vorgesehen.
Neben den Wohngebäuden sollen mehrere Einrichtungen entstehen:
- zwei Kindertagesstätten
- eine vollstationäre Pflegeeinrichtung
- eine Feuer- und Rettungswache
- öffentliche Grünflächen
- Spielplätze
- neue Fuß- und Radwege
Die GAG spricht von einem neuen Quartier, das Wohnen, Freiraum und soziale Infrastruktur miteinander verbinden soll.
So soll das neue Quartier aussehen
Ein wichtiger Punkt des Entwurfs ist die Gestaltung des Übergangs zwischen Bebauung und Landschaft. Entlang des Neubrücker Rings sollen unter anderem besondere und öffentliche Nutzungen konzentriert werden. Dahinter öffnen sich die Wohnbereiche zur Landschaft.
Geplant sind sogenannte Landschaftsfugen zwischen den Gebäuden. Diese Grünräume sollen Wege, Aufenthaltsflächen und Sichtachsen miteinander verbinden und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Landschaft auch innerhalb des Quartiers wahrnehmbar bleibt. Auch die bestehende Grünachse St. Adelheid soll erhalten und als öffentlicher Grünzug weiterentwickelt werden.
Dort sollen unter anderem Spiel- und Aufenthaltsbereiche für unterschiedliche Altersgruppen sowie neue Wege in Richtung Neubrück und in die angrenzende Landschaft entstehen.
Autos sollen möglichst aus dem Quartier verschwinden
Das Madaus Gartenland soll als autoarmes Quartier entwickelt werden. Statt vieler Stellplätze direkt an den Wohngebäuden soll ein großer Teil der Autos in einer Quartiersgarage untergebracht werden.
Dort sind außerdem geplant:
- Fahrradstellplätze
- Sharing-Angebote
- Paketstationen
Durch dieses Konzept sollen innerhalb des Wohnquartiers mehr Flächen für Fußgänger, Radfahrer und Grünbereiche zur Verfügung stehen.
Begrünte Dächer und Speicherung von Regenwasser
Auch die Anpassung an den Klimawandel spielt bei der Planung eine Rolle. Unter anderem sind begrünte Dächer sowie Anlagen vorgesehen, die Regenwasser speichern und vor Ort versickern lassen.
Ein Teil der östlich gelegenen Freiflächen soll außerdem dauerhaft von Bebauung freigehalten und als Grün- beziehungsweise Ausgleichsfläche entwickelt werden. Über neue Fuß- und Radwege soll das Quartier mit Neubrück sowie den angrenzenden Sport-, Freizeit- und Landschaftsflächen verbunden werden.
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Die Planung wurde von einer Öffentlichkeitsbeteiligung begleitet. Nach Angaben der GAG sind insgesamt 292 Eingaben von Bürgerinnen und Bürgern in das Verfahren eingeflossen.
Dabei ging es unter anderem um:
- den Schutz von Natur und Landschaft
- die Größe und Qualität der Freiflächen
- die Verkehrssituation
- die Einbindung des neuen Quartiers in Neubrück
- die Nahversorgung
Insgesamt hatten sechs Teams aus Stadtplanung und Landschaftsarchitektur Entwürfe für das Gelände erarbeitet. Am 14. September 2026 entschied sich das Bewertungsgremium für den Entwurf von Lorenzen Mayer Architekten und urbanegestalt.
Siegerentwurf wird am Freitag öffentlich vorgestellt
Wer sich die Planungen genauer ansehen möchte, bekommt dazu bereits am Freitag, 25. September 2026, Gelegenheit. Ab 18 Uhr wird der Siegerentwurf in der Aula des Schulzentrums Ostheim am Hardtgenbuscher Kirchweg 100 öffentlich vorgestellt.
Anschließend ist eine moderierte Diskussion mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertretern des Bewertungsgremiums, der GAG und der Stadt Köln geplant.
Bebauung ist noch nicht endgültig beschlossen
Wichtig: Mit dem Siegerentwurf steht noch nicht endgültig fest, dass das Madaus Gartenland exakt in dieser Form bebaut wird.
Der Entwurf bildet zunächst die Grundlage für die weitere Planung und die Ausarbeitung des Bebauungsplans. Der nächste formale Schritt ist nach Angaben der GAG ein Vorgabenbeschluss im Ausschuss für Stadtentwicklung und regionale Zusammenarbeit der Stadt Köln.
Erst im weiteren Bebauungsplanverfahren werden die konkreten Festsetzungen für das neue Quartier getroffen. Kurz zusammengefasst: Auf dem 16,3 Hektar großen Madaus Gartenland in Köln-Neubrück soll ein neues Quartier mit rund 750 Wohnungen, zwei Kitas, einer Pflegeeinrichtung, einer Feuer- und Rettungswache sowie umfangreichen Grünflächen entstehen. Jetzt steht erstmals ein konkreter Siegerentwurf fest, der die Grundlage für die weitere Planung bildet.
- Mit rund 750 geplanten Wohnungen gehört das Madaus Gartenland zu den größeren Wohnungsbauprojekten in Köln. Einen Überblick über weitere große Vorhaben gibt es in unserem Artikel zu den großen neuen Wohnquartieren in Köln.
- Das neue Quartier entsteht im Kölner Osten. Nicht weit entfernt liegt mit der Germania-Siedlung in Köln-Höhenberg ein historisches Beispiel für den sozialen Wohnungsbau in Köln.



