Wer heute am Gelände des Deutzer Hafen entlang geht, trifft auf weite Freiflächen, Bauzäune, Erdberge und abschnittsweise gesperrte Straßen. Kräne oder neue Gebäude sucht man dagegen vergeblich. Der Eindruck eines „Lost Place“ liegt nahe – viele Menschen sind hier nämlich auch nicht zu sehen.
Das riesige Gelände wirkt wie ein großer Lost Place – nur auf den ersten Blick. Tatsächlich befindet sich das Areal mitten in einer lang geplanten Umbruchphase, in der vor allem Arbeiten stattfinden, die später kaum noch sichtbar sein werden.
Zur Erinnerung: Der Deutzer Hafen soll in rund 10 Jahren ein fertiges Stadtquartier mit 6000 Arbeitsplätzen sein, indem auch 7000 Menschen leben. Was heute trostlos aussieht, ist künftig eines der neuen Gesichter der Stadt – so ist es zumindest geplant.
Kanalbau im Deutzer Hafen
Der aktuelle Schwerpunkt liegt auf der technischen Vorbereitung des Geländes. Große Teile der früheren Hafen- und Bahn-Infrastruktur sind bereits zurückgebaut worden.
- Dazu zählen alte Gleisanlagen, Schotterflächen und Versorgungsleitungen. Diese Arbeiten schaffen die Voraussetzung dafür, dass die Flächen später überhaupt bebaut und begrünt werden können.
- Parallel dazu läuft der Kanalbau. Entlang der Mühlenstraße und in weiteren Abschnitten des Areals werden neue Abwasserleitungen verlegt. Diese Arbeiten sind aufwendig und erfolgen abschnittsweise.
- Sichtbar ist davon vor allem der aufgerissene Straßenraum – unsichtbar bleibt, dass hier die Grundlage für mehrere tausend künftige Wohnungen und Arbeitsplätze entsteht.
Auf der Westseite des Hafens werden zudem Altlasten im Boden und Grundwasser untersucht und behandelt. In Teilbereichen wurden dafür spezielle Testverfahren zur Grundwassersanierung eingesetzt, die über mehrere Monate laufen. Solche Maßnahmen sind wenig spektakulär, aber notwendig, weil das Gelände jahrzehntelang industriell genutzt wurde.
Hafenpark statt Hafenschotter
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Vorbereitung des geplanten Hafenparks im westlichen Teil des Areals. Dort wurden bereits frühere Nutzungen entfernt und Flächen freigeräumt. In den kommenden Monaten stehen weitere Arbeiten an, darunter Fällungen einzelner Bäume, die für die spätere Geländeprofilierung und Sanierung erforderlich sind. Erst danach kann der eigentliche Parkbau beginnen – ebenfalls in mehreren Etappen.
Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Planungsrecht für die ersten Baufelder
Auf dem Gelände müssen also erstmal noch Vorbereitungen getroffen werden, damit später überhaupt die ersten Häuser gebaut werden können.
Während auf der Fläche gearbeitet wird, läuft parallel die formale Planung. Für die ersten Teilbereiche des Deutzer Hafens ist das notwendige Planungsrecht auf den Weg gebracht worden. Es bildet die Grundlage für spätere Hochbauprojekte mit Wohnungen, Büros, Einzelhandel und kulturellen Nutzungen.
Aktuell rechnet man damit, dass die ersten Baufelder im Jahr 2028 bebaut werden können. Bis die ersten Menschen hier einziehen, dürften als noch 4-5 Jahren vergehen.
Wie geht es 2026 am Deutzer Hafen weiter?
Nach der Winterpause nehmen die Bauarbeiten Anfang 2026 wieder Fahrt auf. Der Kanalbau wird in weitere Abschnitte verlagert, insbesondere in den nördlichen Teil des Areals. Zudem sollen vorbereitende Schritte für die geplanten Brücken über das Hafenbecken folgen – eines der zentralen Elemente für die spätere Erschließung des neuen Veedels.
Viel passiert – nur nicht spektakulär
Der Deutzer Hafen wirkt derzeit ruhig, stellenweise sogar verlassen. Tatsächlich laufen im Hintergrund zahlreiche Arbeiten, ohne die das Projekt nicht vorankäme.
Der alte Hafen ist verschwunden, der neue Stadtteil aber noch nicht sichtbar.
Der neue Deutzer Hafen in Zahlen
- 37,7 Hektar Fläche (rund 53 Fußballfelder)
- Davon 8,1 Hektar Wasserfläche
- 19,5 Hektar öffentliche Flächen
- 14,4 Hektar Nettobauland



