Der Kölner Zoo hat die zweite große Attraktion dieses Sommers eröffnet. Nachdem im Juli die neue Giraffenanlage eingeweiht wurde, können Besucher nun auch das vollständig umgestaltete Drachenhaus erkunden. In der neuen Erlebniswelt leben Tiere und Pflanzen aus den Regenwäldern Südostasiens.
Herzstück des Hauses ist eine rund 200 Quadratmeter große Anlage für zwei Komodowarane. Die größten Warane der Erde sind erstmals im Kölner Zoo und erstmals überhaupt in einem Zoo in Nordrhein-Westfalen zu sehen. Neben Köln halten in Deutschland nur die Zoos in Leipzig und Frankfurt die imposanten Riesenechsen, die mehr als drei Meter lang werden können.
Tessa und Jiwa sind die neuen Stars im Kölner Zoo
In die neue Anlage sind das 14 Jahre alte Weibchen Tessa und das vierjährige Männchen Jiwa eingezogen. Tessa kam aus dem Zoo Leipzig nach Köln, Jiwa stammt aus dem Randers Regnskov Zoo in Dänemark.
Da Komodowarane durchaus gefährlich werden können, ist ihr Bereich durch Glas von den Besuchern getrennt. Die Kölner Anlage zählt nach Angaben des Zoos zu den größten Komodowaran-Anlagen weltweit.
Rund um das neue Zuhause der Riesenechsen ist auf etwa 3.000 Quadratmetern eine südostasiatische Regenwaldlandschaft entstanden. Über Brücken, entlang von Wasserflächen und auf verschlungenen Wegen geht es durch das Tropenhaus. Ein Wasserfall ergänzt die Kulisse.
Baumkängurus, Zwergotter und seltene Vögel
Im Drachenhaus begegnen den Gästen außerdem Baumkängurus, Paradiesvögel, Tigerpythons, Asiatische Zwergotter und Balistare. Hinzu kommen Fische, Amphibien, Reptilien sowie verschiedene asiatische Hühner- und Entenvögel.
„Wir sind sehr froh, an dieser Stelle auf so großem Raum so viele neue Highlights bieten zu können“, erklären die Zoo-Vorstände Theo Pagel und Christopher Landsberg. Das Drachenhaus sei mit seinen unterschiedlichen Tierarten und Landschaften eines der interessantesten Erlebnisangebote des Zoos.
Umbau kostete rund 9,8 Millionen Euro
Die Arbeiten dauerten knapp eineinhalb Jahre und kosteten rund 9,8 Millionen Euro brutto. Das Gebäude trug früher den Namen „DER REGENWALD – Das Tropenhaus“. Nach einem Brand im März 2022 wurde es zunächst saniert und wieder geöffnet. Im Jahr 2024 begann schließlich die umfassende Neugestaltung.
Dabei wurde das Haus auch energetisch modernisiert. Es erhielt unter anderem eine neue Heizung, eine bessere Dämmung und eine Photovoltaikanlage.
Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Auch hinter den Kulissen ist viel neuer Platz entstanden. Unterhalb des für Besucher zugänglichen Bereichs befindet sich nun eine Nachzuchtstation für bedrohte asiatische Singvögel. Ergänzt wird sie durch die Zoobibliothek und einen Schulungsraum für Lehrveranstaltungen und Universitätskurse.
Artenschutz in Köln und Indonesien
Parallel zur Kölner Zuchtstation unterstützt der Zoo den Bau einer weiteren Einrichtung auf der indonesischen Insel Java mit 20.000 Euro. Dort sollen ebenfalls gefährdete Singvogelarten erhalten und nachgezüchtet werden. Viele dieser Tiere leiden in ihrer Heimat unter dem Verlust ihrer Lebensräume oder werden illegal gefangen und verkauft.
Zwei Informationsräume im Drachenhaus sollen künftig über diese Gefahren und die Artenschutzarbeit des Kölner Zoos informieren. Sie befinden sich derzeit noch im Aufbau.



