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Neumarkt Strasse

Gepflasterte Straße aus dem Mittelalter unter dem Neumarkt entdeckt

Mitte Mai ist bei Bauarbeiten auf dem Kölner Neumarkt eine Straße aus dem Mittelalter entdeckt worden. Der historische Fund wurde im Rahmen der Grabungsarbeiten für den Brunnen gemacht, der bis Oktober 2023 auf dem Neumarkt wieder aufgebaut wird. Archäologen reagierten begeistert auf die Entdeckung. Neben der mittelalterlichen Straße fanden sie auch weitere Scherben, Glas und auch Knochen.

Das Foto zeigt, wie es Anfang März 2023 zu Beginn der Bauarbeiten auf dem Kölner Neumarkt aussah.

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„Die Funde lassen tief in das Herz des mittelalterlichen Kölns blicken“, erklärte Marcus Trier, Leiter des Römisch Germanischen Museums zu den Funden laut WDR. Tatsächlich lassen sich aus kleinsten Funden historische Zusammenhängen ableiten. Sie geben Hinweise darauf, was früher auf dem Neumarkt passiert ist.

Was die historischen Funde bedeuten

Eine gefundene Plombe etwa galt damals als Siegel und gilt als Beleg, dass auch Tuchhändler auf dem Neumarkt ihre Waren angeboten haben. Der Neumarkt wurde also mitnichten lediglich als Verkaufsplatz für Vieh genutzt.

Die freigelegte steingepflasterte Straße verlief quer über den Neumarkt bis zum heutigen Olivandenhof im Norden des Neumarkts. Wo früher die Straße verlief, wird ab Oktober wieder ein Brunnen auf dem Neumarkt sprudeln. Die Straße wurde bei den Baggerarbeiten für den Brunnen entdeckt. Nachdem sie freigelegt und erfasst wurde, wird sie übrigens wieder zugeschüttet. Darüber wird anschließend der neue Brunnen gebaut.

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Die Auswirkungen auf den Neumarkt-Brunnen

Die historische Straße wird in dieser Zeit nicht öffentlich zugänglich sein, um sie vor Umwelteinflüssen zu schützen. So wird die Straße in der Erde nicht beschädigt und in Köln weiß man bei künftigen Arbeiten, dass hier eine solche Straße stand. Die weiteren Funde vom Neumarkt kommen ins Römisch Germanische Museum.

Die Grabungsarbeiten sollen gegen Ende Juli abgeschlossen sein. Die Bauarbeiten für den neuen Brunnen werden durch den historischen Fund nicht verzögert. Der Bau des Neumarkt-Brunnens kostet rund 1,5 Mio. Euro. Ursprünglich war man von der Hälfte ausgegangen.

Die Brunnenanlage auf dem Neumarkt wurde 1997 stillgelegt. Ein mehr oder weniger ansehnlicher Betonkreis am westlichen Platzende erinnert heute noch an die alte Anlage. Die neue Anlage wird ebenfalls an dieser Stelle wieder aufgebaut im Stil der alten Anlage.

Bereits vor knapp 2,5 Jahren, im Sommer 2020, hatte die Stadt Köln einen Zeitplan vorgestellt, um den Neumarkt-Brunnen wieder in Betrieb zu nehmen. Doch bei der ersten Ausschreibung war kein Angebot eingegangen.

Neumarkt-Brunnen soll im Oktober 2023 fertig sein

Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass die Brunnenanlage bereits im Oktober 2023 fertiggestellt ist. Der 1956 in Betrieb genommene Brunnen am Neumarkt wurde 1997 komplett abgebaut bis auf eine
Eiseneinfassung und mit Bitumen aufgefüllt. Der Wasseranschluss wurde stillgelegt.

„Der Betrieb des Brunnens auf dem Neumarkt soll mit dazu beitragen, dass auch Familien mit Kindern den Platz wieder mehr nutzen und es so zu einer besseren gesellschaftlichen Durchmischung auf dem Platz käme. Brunnen dienen zudem der Kühlung des öffentlichen Innenstadtraums und helfen, Wärmeinseln zu reduzieren.“ So begründete die Stadt Köln den Wiederaufbau der Anlage im Jahr 2020.

Positive Beispiele durch Brunnen in der Stadt gibt es durchaus: Der Brunnen auf dem Ebertplatz etwa hat viel dazu beigetragen, dass der Platz – trotz aller Probleme – im Sommer auch ein Treffpunkt für Kinder und Familien geworden ist.

Der Betrieb des Brunnen wird laut Stadt rund 30.000 Euro pro Jahr kosten.

Linktipp: In Köln kann man unter der Erde an zahlreichen Stellen die römischen und mittelalterlichen Spuren der Stadt entdecken. Hier sind 7 Kölner Orte, an denen in Köln Bauwerke aus der Römerzeit erhalten sind

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