Gänseplage Köln

Gänseplage in Köln: Invasive Arten verschmutzen Rheinpark & Co.

Für die Touristen im Rheinpark sind sie ein beliebtes Foto-Motiv: Wenn zig Kanada-Gänse über den Gehweg spazieren, zücken viele ihr Smarthphone und halten die Szenen fest. Viele Kölner Parks haben aber tatsächlich seit Jahren ein Problem: Immer mehr Kanadagänse und Nilgänse breiten sich an den Weihern und Grünflächen aus. Für Spaziergängerinnen und Spaziergänger sind sie ein vertrauter Anblick – gleichzeitig sorgen die Tiere für massive Verschmutzungen.

Besonders im Rheinpark und im Volksgarten häufen sich Beschwerden. Nun hat die Stadt auf Anfrage der SPD erklärt, wie sie gegensteuern will.

Gänse in Köln: Eingriffe in die Brut

Um die Zahl der Kanadagänse einzudämmen, setzt die Stadt seit 2023 auf ein sogenanntes Gelegemanagement. Dabei werden in der Brutzeit fast alle Eier entnommen, nur ein Ei bleibt pro Nest erhalten. So können die Tiere weiter brüten, die Zahl der Jungvögel wird aber deutlich verringert. Ab 2026 soll auch der Volksgartenweiher in dieses Programm aufgenommen werden. Um zu verhindern, dass die Gänse neue Eier nachlegen, sollen künftig verstärkt Gipseier verwendet werden.

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Im Rheinpark wird diese Methode nicht angewendet – hier gebe es zwar viele Gänse, aber zu wenige Nester, um das Vorgehen sinnvoll zu machen.

Reinigung stößt an Grenzen

Für die Beseitigung des Gänsekots ist die AWB zuständig. Zwar wird regelmäßig gereinigt, doch da die Tiere in großer Zahl unterwegs sind, verschmutzen Wege und Wiesen innerhalb kürzester Zeit erneut.

Eine dauerhaft saubere Lösung ist so kaum möglich – die Parks leiden unten der Gänsen und wirklich etwas tun kann man dagegen nicht.

Nilgänse als neue Herausforderung

Während die Zahl der Kanadagänse durch die Maßnahmen weitgehend stabil ist, wächst die Population der Nilgänse weiter. Der Grund: Sie brüten nicht am Boden, sondern an erhöhten Stellen – ihre Eier lassen sich daher kaum entnehmen.

Die Stadt arbeitet deshalb an einem neuen Konzept. Anfang September beraten sich Fachleute und die Jagdbehörde, ob spezielle Brutplätze für Nilgänse aufgestellt werden können. Dort könnten anschließend regulierend Eier entfernt werden.

Lebensräume unattraktiv machen

Zusätzlich denkt die Stadt über Veränderungen der Parklandschaften nach, damit sich Gänse dort weniger wohlfühlen. Solche Eingriffe sind allerdings heikel: Zum einen dürfen sie nicht andere Wasservögel verdrängen, zum anderen steht in vielen Anlagen der Denkmalschutz im Weg.

Köln setzt also auf ein Bündel an Maßnahmen – von Gelegemanagement bis zu neuen Konzepten für Nilgänse. Ob sich damit die Sauberkeit und Aufenthaltsqualität in Parks wie Rheinpark und Volksgarten spürbar verbessert, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.

Warum sich Kanadagänse in Köln wohlfühlen

Die Kanadagans stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde in Europa ab den 1970er-Jahren gezielt ausgesetzt – unter anderem für Jagdzwecke oder als Ziertier in Parks. Sie hat sich schnell an die hiesigen Bedingungen angepasst: milde Winter, kaum natürliche Feinde und reichlich Futter an den städtischen Weihern.

In Köln finden die Tiere ideale Lebensräume mit offenen Rasenflächen und Gewässern, wo sie ungestört brüten und weiden können.

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Auch Nilgänse auf dem Vormarsch

Auch die Nilgans ist ein sogenannter Neubürger. Ursprünglich kommt sie aus Afrika südlich der Sahara und entlang des Nils. In Deutschland breitet sie sich seit den 1980er-Jahren aus, nachdem Tiere aus Gefangenschaft entkommen waren. Anders als Kanadagänse nutzen Nilgänse nicht nur Wiesen und Wasser, sondern auch erhöhte Plätze wie Bäume, Dächer oder Mauern für ihre Nester.

Das macht sie anpassungsfähig – gerade in einer Großstadt wie Köln, wo sie in Parks, am Rhein und sogar in Wohngebieten geeignete Brutplätze finden.

Welche Probleme die Gänse in Köln verursachen

So schön die Tiere für viele Spaziergänger wirken – ihr massenhaftes Auftreten bringt auch Nachteile mit sich. Am sichtbarsten ist der Gänsekot, der Wege, Wiesen und Uferbereiche verschmutzt und die Nutzung der Parks einschränkt. Besonders für Familien mit Kindern oder Menschen, die Picknickdecken ausbreiten wollen, wird das schnell unangenehm.

Hinzu kommt, dass die Tiere große Mengen Gras abweiden und Uferbereiche stark belasten. Dort, wo sich viele Gänse aufhalten, werden Böden kahl und die Vegetation geschädigt. Auch die Wasserqualität in Weihern kann durch die hohe Zahl an Vögeln leiden.

Nicht zuletzt fühlen sich andere Wasservögel verdrängt, weil Kanadagänse und Nilgänse sehr territorial auftreten und Brutplätze besetzen.

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