Dreigestirn Kölner Karneval

Achte auf diese 7 Symbole, wenn du das Kölner Dreigestirn siehst

Prinz, Bauer und Jungfrau bilden werden Anfang auf der Prinzenproklamation im Kölner Gürzenich proklamiert. Für das Kölner Dreigestirn beginnen aufregende und verrückte Wochen mit rund 400 (!!) Auftritten. Zuvor wurden sie vom Kölner Festkomitee in einem mehrstufigen Prozess ausgewählt. Tatsächlich ist beim Dreigestirn auch reichlich Symbolik dabei. Nahezu jede Kleinigkeit an der Kleidung von Prinz, Bauer und Jungfrau hat eine Bedeutung. (Foto: Festkomitee Kölner Karneval)

Köln Mandala

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Hier sind 7 wichtige Symbole des Kölner Dreigestirns und was sie bedeuten:

Der Bauer und der Dreschflegel

  • Der Bauer gilt als Beschützer der Stadt. Der lange Stab, den er in der Hand hat, ist ein Dreschflegel. Das ist ein altes bäuerliches Werkzeug, womit nach der Ernte das Getreide gedroschen wurde. Die Getreidekörner wurden damit aus den Fruchtständen gelöst. Das Werkzeug konnte aber auch als Waffe eingesetzt werden und steht beim Bauer symbolisch für die Wehrhaftigkeit.

Der Stadtschlüssel

  • Der Bauer trägt gleichzeitig den Stadtschlüssel bei sich. Er gilt als Hüter und Beschützer der Stadt. Die Stadtschlüssel werden dem Bauern bei der Prinzenproklamation symbolisch von der Oberbürgermeisterin überreicht.
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Das Gewand der Jungfrau

  • Das Gewand der Jungfrau hat zahlreiche römische Verzierungen. Es soll an die Stadtgründerin Agrippina erinnern. Sie wurden 15 n. Chr. im heutigen Köln geboren. Sie war Gattin des Kaisers Claudius und erreichte 50 n. Chr., dass Claudius den Ort zur Colonia (also zur römischen Kolonie) erhob, womit weitreichende Rechte und Privilegien verbunden waren. Aus Colonia Claudia Ara Agrippinensium hat sich das spätere Köln entwickelt.

Die Krone der Jungfrau

  • Die Jungfrau trägt eine Krone. Die Form der Krone steht symbolisch für die Kölner Stadtmauer und hat zwölf Zinnen. Diese zwölf Zinnen stehen für die Kölner Stadttore im Mittelalter. Wir machen hier also von der eigentlich römischen Jungfrau einen großen geschichtlichen Sprung in das Köln des Mittelalters. Die Jungfräulichkeit soll außerdem auch symbolisch für die Kölner Stadtmauer stehen. Denn die Stadtmauer konnte nie im Kampf überwunden werden.

Der Spiegel

  • Seit 1993 hat die Jungfrau außerdem einen Spiegel, den sie von der Oberbürgermeisterin übergeben bekommt. In dem Spiegel sieht die Jungfrau einerseits ihre Schönheit und hält den Karnevalisten außerdem auch symbolisch den Spiegel vor.

Die Pritsche des Prinzen

  • Der Prinz hat eine Pritsche in der Hand. Sie ist das Symbol für Macht und Einheit mit dem närrischen Volk. Die Pritsche ist kein historischer Gegenstand, der seit Jahrzehnten gleich ist. Seit 2016 gibt es eine neue Pritsche, die damals – auch das ist Köln – von Arbeitsgemeinschaft aus sechs Kölner Gold- und Silberschmiedewerkstätten gefertigt wurde. Auf der Pritsche wird der Name jedes Prinzen verewigt. Auf der aktuellen Pritsche ist Platz für 20 Namen.

Das Dreigestirn

  • Dem Prinzen wurde erst ab 1872 eine Jungfrau und ein Bauer an die Seite gestellt. 1938 und 1939 musste die Rolle der Jungfrau auf Anweisung der Nazis von einer Frau dargestellt werden.
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