Pferde sind ein fester Bestandteil des Rosenmontagszuges in Köln. 2025 läuft eine dreistellige Anzahl an Pferden beim Rosenmontagszug mit. Mitten durch die Stadt, wo sich eine Million Menschen tummeln. Eine große Zahl. Gleichwohl wurde der Einsatz von Pferden in den vergangenen Jahren von Tierschützern immer wieder kritisiert. Beim Rosenmontagszug 2018 waren auf am Appellhofplatz Pferde einer Kutsche durchgegangen. Vier Personen wurden damals verletzt.
Das Land NRW hat bereits 2020 neue Leitlinien für den Umgang von Pferden in Karnevalsumzügen festgelegt und sie dann Anfang 2022 endgültig beschlossen. 2023 kamen die Regeln erstmals zum Einsatz. (Foto: Festkomitee Kölner Karneval)
Welche Regeln müssen bei Pferden eingehalten werden?
- Alle Streckenabschnitte des Rosenmontagszuges müssen binnen 10 Minuten durch einen Tierarzt erreichbar sein.
- Gerittene Pferde und Gespanne sollen am Anfang oder am Ende des Zuges platziert werden. Pferde sollen möglichst nicht direkt neben Blaskapellen laufen.
- Jedes Pferd muss eine Begleitperson haben. Die muss mindestens 16 Jahre alt sein und durch den regelmäßigen Umgang mit dem Pferd vertraut sein.
- Pferde sollen bis unmittelbar vor Beginn des Zuges mit Essen und Trinken versorgt werden. Auch nach dem Zug sollen Pferde noch vor dem Verladen Essen und Trinken erhalten.
- Wer auf Pferden reitet oder sie begleitet, darf keinen Alkohol trinken und nicht rauchen. Das Handy darf er nur in Notfallsituationen benutzen.
- Jedes Pferd muss eine Eignungsuntersuchung durch einen Tierarzt bestehen. Dabei wird geprüft, ob es psychisch und physisch geeignet ist. Dabei müssen die Pferde unter anderem eine Gelassenheitsprüfung bestehen.
- Ein Gehörschutz für Pferde ist verboten. Schauklappen dürfen nur Pferde tragen, die daran gewöhnt sind.
- Die eingesetzten Pferde sollten ein Alter zwischen 6 und 20 Jahren haben.
- Die Reiter benötigen den Deutschen Reitpass als Mindestvoraussetzung und müssen für das vergangene Jahr mindestens 30 Reitstunden vorweisen können, davon 10 in den 4 Monaten vor dem Umzug unter Anleitung eines Reitlehrers (mindestens FN-Trainer C)
- Das Gewicht der Reiter darf nicht mehr als 15 Prozent des Pferdes betragen.
- Es ist verboten, den Pferden Dopingmittel zu verabreichen.
- Es muss an mehreren Abschnitten des Rosenmontagszuges Möglichkeiten geben, Pferde aus dem Zug zu nehmen.
Überprüft werden auch die Transportmittel, mit denen die Pferde nach Köln gebracht werden, und die eingesetzten Kutschen sowie das Gewicht der Reiter. Vorgenommen werden die Inspektionen an den verschiedenen Aufstellorten und im Anschluss an den Umzug.
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Tierschützer zeigen Karnevalsgesellschaften an
Tierschützer der Organisation Peta haben nach dem Rosenmontagszug 2024 mehrere Kölner Karnevalsgesellschaften wegen Tierquälerei angezeigt. Bei Zoch hatten sich mehrere Peta-Mitglieder entlang der Strecke postiert und gefilmt. Laut Peta würden die hätten die Aufnahmen bei 32 Pferden erhebliches Leid und Schmerzen dokumentiert.
Musik und Menschenmassen würden Pferden enormen Stress bereiten, wie Peta erklärt: „Pferde sind Fluchttiere und ein Karnevalsumzug ist der denkbar schlechteste Ort für die schreckhaften Tiere“, so Peter Höffken, Fachreferent bei Peta.
1 Kommentar
Christa Bodarwé
Kulturgut verstehe ich, aber nicht alles, was alt ist, ist auch gut.
Wenn es neue Erkenntnisse gibt – nämlich, dass dies den Tieren nicht gut tut – dann können wir auch solche Kultur beenden. Wenn Reiter ihr Können zur Schau stellen können, gibt es auch Möglichkeiten, dies außerhalb des Karnevals zu tun.
Kein Hobby ist es wert, Tiere dafür leiden zu lassen.