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Bäckerei Schlechtrimen

Kölner Traditionsbäckerei Schlechtrimen schließt nach 90 Jahren

Aus für eine der Traditionsbäckerei in Köln: Die Bäckerei Schlechtrimen auf der Kalker Hauptstraße wird das Geschäft nach 90 Betriebsjahren schließen. Das kündigte die Bäckerei in einem Beitrag auf ihrer Facebook-Seite Anfang September an. Grund seien verschiedene Krisen, die sich gegenseitig verstärken, weshalb Engelbert Schlechtrimen nunmehr die endgültige Betriebsausgabe erklärte.

Mehrere Generationen kauften bei der Bäckerei ein, das immer großen Wert auf Handwerk und Qualität legte: „Sie schätzten uns nicht wegen Bling-Bling in der Ladengestaltung, sondern wegen unserer Authentizität“, schreibt die Bäckerei. Doch damit ist es nun vorbei.

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Bäckerei Schlechtrimen: Die Gründe für das Aus

Am Ende war es laut Bäckerei eine Mischung aus zahlreichen Krisen:

  • Personalmangel: Es wurde für die Bäckerei immer schwieriger, gerade im Bäckereibereich, Stellen zu besetzten. Die Personalkosten seien seit Anfang des Jahres um 14 Prozent gestiegen. Offene Stellen konnten schon lange nicht mehr besetzt werden. Die Folge: Ein ständiger Notbetrieb: „Überall sind die Mitarbeiter am Limit.“
  • Die Corona-Pandemie mit den daraus resultierenden Schließungen hatte der Bäckerei ohnehin bereits zu schaffen gemacht.
  • Die Rohstoffpreise hatten sich deutlich verteuert. Seit Anfang des Jahres sind sie laut Bäckerei um 45 Prozent gestiegen.
  • Nun kommen zudem auch noch die steigenden Energiepreise dazu, die sich zuletzt um 70 Prozent erhöht haben. Die Bäckerei rechnet 2023 mit einer Vervierfachung.
  • Die Kunden bleiben weg: „Gleichzeitig stellen wir eine nie gekannte Kaufzurückhaltung fest“, heißt es außerdem. Die heißen Tage im Sommer gepaart mit der Inflation und dem Krieg haben ihre Spuren hinterlassen.
  • Die Umwandlung der Kalker Hauptstraße in eine Einbahnstraße schneide die Bäckerei von zusätzlichen Kundenströmen ab.

Nicht infrage kommt für die Bäckerei, seine Produktion umzustellen, weniger Schichten einzusetzen oder günstigere Materialien einzukaufen. Das Qualitätsversprechen der Bäckerei habe immer über allem gestanden, was bis zum Ende des Betriebs der Fall sein wird.

Das Fazit von Engelbert Schlechtrimen:

„Der richtige Zeitpunkt den Betrieb zu beenden und eine Insolvenz zu vermeiden ist – so schwer es uns allen fällt, spätestens jetzt.“

Über die Bäckerei Schlechtrimen:

Zur Historie der Bäckerei heißt es auf der Homepage:

Engelbert Schlechtrimen, Großvater des heutigen Inhabers, eröffnete das erste Geschäft 1932 in Mülheim. Seit 1946 befindet sich das Unternehmen am heutigen Standort in Köln-Kalk.

1965 übernahm die zweite Generation, Bäcker und Konditormeister Engelbert Schlechtrimen, der Vater, den Betrieb, den er 1971 umbaute und durch Konditorei und Café vergrößerte.

1994 übernahm die dritte Generation, Engelbert Schlechtrimen das Unternehmen von seinem Vater, der sich auch heute immer noch im Unternehmen einbringt.

Zum Thema: 12 Kölner Bäckereien, in denen es noch exzellentes Brot gibt

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5 Kommentare

  • Das ist schade das es soweit kommt durch die ganze Situation die Herrcht damit geht Geschichte zu ende .
    Die Bäckerei Schlechtrimen war so bekannt.
    Mit der Bäckerei bin ich Gross geworden.
    Ich hab mir in meiner Kindheit auf dem weg zur Grundschule das Kult Brötchen ( Schaumkuss ) in geholt in Ostheim .
    Und war so Oft in meinem Leben da Frühstücken.
    Das ist sehr traurig das unter dem Umstände die herrchen nicht mehr gehen.

  • zerlett helga

    schade habe da immer kaffee getrunken und mein brot geholt

  • Ich kann Herrn Schlechtrimen sehr gut verstehen. Auch uns gibt es jetzt schon 93 Jahre in Köln. Mein Großvater gründete damals die Firma in Ehrenfels und an den jetztigen Standort in Longerich sind wir 65 Jahre. Auch uns treffen die Probleme alle auf einmal. Unser kleines Glück noch, wir haben sehr gutes und noch genügend Personal und keine Filialen, was die Energiekosten nicht ganz so explodieren lässt. Aber auch wir sind gespannt wie es weiter geht es ist im Moment schwer kalkulierbar. Es tut mir um den Kollegen leid. Bleiben sie alle gesund …. mit freundlichen Grüßen Eddy Rieger

  • Stimmt…Einbahnstraßen, Parkplatzabbau , Tempo 30 Zonen etc. etc. da hat man keine Lust mehr in die Stadt zu fahren .

  • Kurt GAssner

    Zum Problem Kaufzurückgang braucht man nur einmal über die Kalker-Hauptstasse zu Spazieren. Da kann sich jeder ein Bild vom machen der mit offenen Augen die zusammenstellung der Geschäfte sieht. Das hat überhaupt nichts mit Ausgewogenheit zu tun. Von der mehrzahl der „Kunden“ geht doch keiner in eine Bäckerei einkaufen.

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