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„Aufhören, nur an sich zu denken“ – Aufruf an alle Corona-Genervten in Köln

Die WHO hat die Verbreitung des Corona-Virus am Mittwoch, 11. März, als Pandemie eingestuft. Pandemie bedeutet, dass eine Krankheit sich über ganze Länder ausbreitet. (Photo by Mika Baumeister on Unsplash)

In Köln haben sich mittlerweile über 50 Leute mit dem Virus infiziert. Die Zahl steigt derzeit täglich. Die Auswirkungen auf das Leben vieler Kölner erscheinen zunächst gering.

Umso heftiger ist bei einigen Menschen das Unverständnis über Maßnahmen, wie etwa das Verbot von Veranstaltungen mit über 1000 Personen. Bei Facebook und Co. geben Leute ihre Kommentare ab, die Corona für eine Übertreibung halten:

„Geisterspiele in der Bundesliga sind doch Schwachsinn. Lasst uns trotzdem zum Stadion.“

„Ich lasse mir mein Vergnügen nicht verbieten.“

„Diese Hysterie um Corona nervt nur noch.“

Liebe Corona-Genervten: Bitte hört auf, nur an Euch und Eure Empörung zu denken. Denn jeder sollte kapieren, dass das eigene Handeln vor allem derzeit Folgen für andere hat. In diesem Fall für die Kranken, die Älteren, Risikogruppen, kurz: die Schwächsten.

Jeder Kölner trägt jetzt eine Verantwortung für andere

Bei den Maßnahmen geht es darum, den Ausbruch zu verlangsamen, damit das Gesundheitssystem in Köln und auch deutschlandweit handlungsfähig bleibt. Dass es keine chaotischen Szenen gibt, dass jeder die medizinische Behandlung bekommt, der er benötigt.

In den Kölner Kliniken gibt es laut Stadt insgesamt 350 Betten mit Beatmungsmöglichkeit. Wer derzeit eine Hausarztpraxis aufsucht, der bekommt schon jetzt eine Ahnung davon, wie schnell es plötzlich voll werden kann.

Bleibt gelassen, aber schaltet auch Euren Kopf ein

Nein, niemand sollte in Panik verfallen. Aber gegen die Absagen und eine Hysterie zu lästern und auf sein Vergnügen im Alltag zu pochen, ist einfach kurzsichtig und dumm.

Wenn ich zu einem Fußball-Spiel gehe, dann mag es für mich egal sein, nicht zu einer Risikogruppe zu gehören. Wenn ich dann aber meine Großeltern anstecke, ist es nicht mehr egal. Dann ist es fahrlässig.

Niemand soll nur noch alleine zuhause rumhocken. Und tatsächlich weiß auch noch keiner, wie eine richtige Balance zwischen Schutz der Menschen und auch der Wirtschaft aussehen kann.

Es gibt aber viele Menschen, die noch immer nicht kapiert haben, warum es derzeit einfach klüger ist, Veranstaltungen und Fußballspiele ohne Zuschauer stattfinden zu lassen. Nicht nur Fans, auch Spieler und Funktionäre.

Wer schaut, wie er Regeln zu Veranstaltungen am besten austricksen kann, der handelt nicht fahrlässig an sich selbst, sondern fahrlässig an der Gesellschaft.

Und: Fußball und Konzerte stehen in der Dringlichkeit eindeutig hinter den Diensten von Krankenschwestern, Busfahrer und anderen Menschen, die weitaus wichtiger für die Gesellschaft sind.

Was passiert, wenn die Zahl der Fälle steigt und steigt, sehen wir derzeit in Italien. Die dramatischen Zustände dort hat ein Arzt aus einem Krankenhaus Bergamo beschrieben:

„Wenn die Tragweite dieser Situation nicht erkannt wird und sich Leute beschweren, dass sie nicht zum Fußball oder ins Fitnessstudio gehen können, schaudert es mich.

Und während es in den sozialen Medien immer noch Menschen gibt, die sich rühmen, keine Angst zu haben, und maulen, weil ihre normalen Lebensgewohnheiten „vorübergehend“ außer Kraft gesetzt sind, findet die epidemiologische Katastrophe statt.“

Kölner lassen keinen allein. Wenn jeder versteht, dass er derzeit nicht nur für sich, sondern auch für andere eine Verantwortung hat, ist schon viel gewonnen.

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