Welches Lied wird der große Hit im Kölner Karneval 2027? Schon Wochen vor dem Sessionsstart am 11.11. veröffentlichen die kölschen Bands ihre neuen Songs. Druckluft, Kasalla, Brings, Cat Ballou, Miljö und viele andere hoffen darauf, den nächsten großen Ohrwurm zu landen. (Foto: Imago / Marc John)
In der vergangenen Session war es die „Karnevalsmaus“ von Druckluft, die plötzlich überall zu hören war. Der Song entwickelte sich zu einem riesigen Erfolg und schaffte es sogar auf Platz eins der deutschen Singlecharts. Dazu kam ein Tanz, den in den Karnevalssälen irgendwann fast jeder mitmachen konnte.
Kann Druckluft diesen Erfolg wiederholen? Oder gelingt einer anderen Band der große Wurf?
Das Rennen um den Sessionshit 2027 ist jedenfalls eröffnet. Dabei geht es nicht immer nur um schnelle Partymusik. Einige Bands veröffentlichen auch ruhige, nachdenkliche Lieder oder Liebeserklärungen an Köln.
In dieser Übersicht sammeln wir die neuen kölschen Lieder für die Session 2026/27. Zu jedem Song findet ihr das Veröffentlichungsdatum, einige Informationen zum Lied und einen Link zum Anhören. Sobald neue Lieder erscheinen, wird die Übersicht ergänzt.
Neue Karnevalslieder 2027: Die aktuellen Veröffentlichungen
Stand: 17. Oktober 2026. Die neuesten Lieder stehen oben.
16. Oktober: Druckluft – 11 von 11
Nach dem riesigen Erfolg der „Karnevalsmaus“ ist die Spannung besonders groß: Druckluft haben mit „11 von 11“ den nächsten Song für die Session veröffentlicht. Musikalisch setzt die Band erneut auf schnelle Rhythmen und ihren typischen Bläsersound. Inhaltlich geht es um die Verwandlung einer grauen Maus, die pünktlich zum Karnevalsauftakt zu einer selbstbewussten „11 von 11“ wird.
Interessant: Die Idee zu dem Lied hatte Sänger Florian Hertel bereits im Dezember 2025 während einer Weihnachtstour mit den Höhnern. Damals war der ganz große Erfolg der „Karnevalsmaus“ noch gar nicht absehbar. Wie RTL WEST berichtet, nahm Hertel seine ersten Einfälle damals als Sprachmemo auf. Noch im Dezember entstand beim gemeinsamen Songwriting das erste Gerüst für das Lied.
Erneut war auch der Kölner Musiker Mo-Torres als Texter beteiligt. Eine feste Choreografie wie beim vorherigen Hit soll es diesmal nicht geben. Am 11.11. hat Druckluft übrigens elf Auftritte geplant.
Hier könnt ihr „11 von 11“ anhören.
16. Oktober: Domstürmer – Ich jonn als ich
Die Domstürmer haben gleich zwei neue Lieder innerhalb einer Woche veröffentlicht. „Ich jonn als ich“ ist der zweite Titel der Band für die neue Session. Anders als das eine Woche zuvor erschienene „Karussell“ ist dieser Song eine echte Partynummer.
Für die Domstürmer ist es eine besondere Zeit: Die Band um Sänger Micky Nauber feiert 2026 ihr 20-jähriges Bestehen. Seit ihrer Gründung im Jahr 2006 hat die Gruppe nach eigenen Angaben mehr als 5.000 Auftritte absolviert.
Zum Jubiläum gab es gleich drei besondere Konzerte in Köln: im Sommer unter freiem Himmel im Eltzhof, im September in der Liebfrauenkirche und im Oktober erneut im Eltzhof. Bei der großen Jubiläumsshow präsentierte die Band bereits beide neuen Titel.
Hier könnt ihr „Ich jonn als ich“ anhören.
9. Oktober: Miljö – Luffballon
Auch Miljö haben neue Musik herausgebracht. Der Titel „Luffballon“ handelt von der Kraft der Leichtigkeit. Es geht um Menschen und Momente, die uns dabei helfen, die Sorgen des Alltags für eine Weile zu vergessen.
Den Song stellte die Band bereits im Sommer bei einer ungewöhnlichen Aktion vor. Unter dem Motto „Zigg zoröck“ fuhren die Musiker am 3. Juli mit einem Musikwagen durch Köln und spielten an Orten, die für ihre Bandgeschichte besonders wichtig sind.
Dabei machten sie unter anderem an ihrer ehemaligen Schule in Holweide und vor dem Lommerzheim in Deutz Station. Im Tanzbrunnen präsentierten sie schließlich auch „Luffballon“.
Dort werden Miljö am 3. Juli 2027 mit einem großen Konzert ihr 15-jähriges Bestehen feiern. Im Gespräch mit dem EXPRESS erklärte Sänger Nils Schreiber, dass der Tanzbrunnen für die Band ein ganz besonderer Ort sei. Bereits als Kinder hätten die Musiker dort vor der Bühne gestanden.
Hier könnt ihr „Luffballon“ auf YouTube hören.
Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:9. Oktober: Domstürmer – Karussell
Mit „Karussell“ haben die Domstürmer den ersten ihrer beiden neuen Songs im Oktober veröffentlicht. Die Single erschien am 9. Oktober auf den digitalen Musikplattformen.
Anders als bei vielen typischen Karnevalsliedern geht es hier deutlich ruhiger zu. Die Band zeigt mit der Ballade eine nachdenkliche Seite ihres Repertoires. Bereits bei ihrer Jubiläumsshow im Juli stellte sie den Song vor, wie der EXPRESS berichtet.
Mit den beiden neuen Veröffentlichungen erweitern die Domstürmer ihr Repertoire pünktlich zum 20-jährigen Bandjubiläum.
Hier könnt ihr „Karussell“ anhören.
2. Oktober: Lupo – POV Kamelle
Auch Lupo sind mit neuer Musik dabei. Auf ihrem Anfang Oktober erschienenen Album „Unjeckbar“ findet sich unter anderem der Titel „POV Kamelle“. Der ungewöhnliche Name greift die vor allem aus sozialen Netzwerken bekannte Abkürzung „POV“ für „Point of View“ auf. Sie bezeichnet eine bestimmte Perspektive, aus der etwas betrachtet wird.
„Unjeckbar“ ist das vierte Studioalbum der Band und umfasst insgesamt 15 Titel. Darunter finden sich neben „POV Kamelle“ auch Stücke wie „Ich will dich danze sinn“, „Flamingo“ und „Waffelmann“.
Frontmann Nico „Nikkes“ von Styp erklärte im Gespräch mit dem Kölner Stadt-Anzeiger, dass nach der vergangenen Session zunächst 27 Songideen auf dem Tisch gelegen hätten. Daraus entstand schließlich das neue Album. Die Band verbindet darauf ihren typischen Sound mit Geige und Posaune mit moderneren Beats.
Das Album erschien pünktlich zum 15-jährigen Bandjubiläum, das Lupo am 10. Oktober mit einem Konzert im Carlswerk Victoria feierten.
Hier könnt ihr „POV Kamelle“ anhören.
9. September: Klüngelköpp – Alaafbereitschaft
Eine der bislang originellsten Wortschöpfungen der neuen Session liefern die Klüngelköpp. Ihr neuer Titel heißt „Alaafbereitschaft“ und spielt mit dem Begriff Alarmbereitschaft.
Das Lied stammt ursprünglich nicht von der Band selbst. Die Klüngelköpp bekamen eine Rohfassung von Komponisten angeboten und entwickelten daraus ihre eigene Version. Bereits einen Tag nach der Veröffentlichung wurde der Song bei einem Konzert im Kölner Gloria vom Publikum kräftig mitgesungen. Einige Fans erschienen sogar mit Warnwesten, auf denen „Alaafbereitschaft“ stand.
Keyboarder Jochen Damm zeigte sich im Gespräch mit dem EXPRESS überrascht darüber, wie gut die neue Wortschöpfung beim Publikum ankommt.
Die Musiker denken deshalb über eine besondere Aktion nach: Im kommenden Jahr könnten sie ein kostenloses Konzert für Menschen veranstalten, die während des Karnevals arbeiten und dafür sorgen, dass andere unbeschwert feiern können. Damm nannte dabei ausdrücklich Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und die AWB.
Eine feste Ankündigung für ein solches Konzert gibt es bisher allerdings nicht.
Hier könnt ihr „Alaafbereitschaft“ anhören.
4. September: Brings und Cat Ballou – Immer för immer
Diese Zusammenarbeit ist etwas Besonderes: Mit Brings und Cat Ballou haben zwei der bekanntesten Kölner Bands gemeinsam ein Lied aufgenommen. „Immer för immer“ handelt von Zusammenhalt, Freundschaft und dem Miteinander verschiedener Generationen.
Die Geschichte hinter dem Lied begann eher zufällig: Peter Brings und Cat-Ballou-Keyboarder Dominik Schönenborn trafen sich im Frühjahr am Flughafen und sprachen darüber, einmal gemeinsam Musik zu machen.
Später kamen die Musiker bei Peter Brings in Neuehrenfeld zum Grillen zusammen. Dabei wurden spontan die Instrumente herausgeholt. Noch am selben Abend entstand der gemeinsame Song, wie der WDR berichtet.
Am 2. September präsentierten die beiden Bands das Lied bereits bei einem gemeinsamen Kneipenkonzert im Lapidarium am Eigelstein.
Am 14. Oktober zogen die Musiker außerdem mit Fans durch mehrere Kneipen der Kölner Südstadt, um das Musikvideo aufzunehmen. Stationen waren unter anderem das Backes, die Ubierschänke und die Torburg, wie Cat Ballou auf ihrer Website mitteilen. Das fertige Video soll noch erscheinen.
Hier könnt ihr „Immer för immer“ anhören.
4. September: Kasalla – Ich liebe diese Stadt
Kasalla haben eine neue Liebeserklärung an Köln veröffentlicht. „Ich liebe diese Stadt“ besingt allerdings nicht nur die schönen Seiten der Stadt. Vielmehr geht es darum, Köln gerade wegen seiner Unvollkommenheiten zu lieben.
Die Band beschreibt eine Stadt, die nicht besonders schick oder perfekt ist, dafür aber ihren eigenen Charakter hat. Musikalisch klingt das Lied deutlich ruhiger als viele klassische Karnevalshits.
Das Stück stammt aus dem neuen Jubiläumsalbum „Trone & Konfetti“, das am 16. Oktober erschienen ist. Es ist das sechste Studioalbum der Band und enthält insgesamt 18 Lieder.
Passend zum Jubiläum feiert Kasalla in diesem Jahr ihr 15-jähriges Bestehen mit zwei großen Konzerten in der Lanxess-Arena. Die Veröffentlichung des Albums wurde bewusst auf den ersten Konzertabend gelegt, wie die Arena mitteilte.
Hier könnt ihr das offizielle Musikvideo auf YouTube sehen.
28. August: Miljö – Mir sin Hai
Nicht unmittelbar für den Karneval, aber ebenfalls für die kölsche Musikszene haben Miljö Ende August ein neues Lied veröffentlicht: „Mir sin Hai“ ist eine Hymne für die Kölner Haie.
Die Idee entstand bei der Arbeit am letzten Album der Band. Sänger Nils Schreiber hatte eine Melodie und die Textzeile „Mir sin Hai“ im Kopf. Daraus entwickelte sich gemeinsam mit dem Eishockeyclub ein eigener Song, der die besondere Verbindung zwischen Mannschaft, Fans und der Stadt Köln aufgreift.
Die Musiker sind selbst seit ihrer Schulzeit Anhänger der Kölner Haie und standen damals noch an der Lentstraße auf der Tribüne. Auch das Musikvideo entstand an einem besonderen Ort: Auf dem Gelände des Flughafens Köln/Bonn wurde gemeinsam mit einer Delegation des Clubs gedreht, wie die Kölner Haie berichten.
Hier könnt ihr das offizielle Musikvideo auf YouTube ansehen.
21. August: Eldorado – Jeck im Kopp
Eldorado waren mit ihrem neuen Sessionslied besonders früh dran. Bereits am 20. Juni präsentierte die Band „Jeck im Kopp“ live beim Festival Jeck im Sunnesching im ausverkauften Kölner Tanzbrunnen vor rund 12.500 Besuchern.
Das Lied dreht sich um den Jecken, der in jedem Menschen steckt und irgendwann zum Vorschein kommt. Selbst wenn man eigentlich einen ruhigen Abend geplant hat, kann der innere Jeck plötzlich alle guten Vorsätze über den Haufen werfen.
Die offizielle Veröffentlichung folgte zwei Monate nach der Live-Premiere. Eldorado haben außerdem bereits eine Tour für 2027 angekündigt, die ebenfalls den Titel „Jeck im Kopp“ trägt. Das Abschlusskonzert ist für den 8. Oktober 2027 im Kölner Gloria geplant.
Hier könnt ihr „Jeck im Kopp“ anhören.
10. Juli: Kasalla – Trone un Konfetti
Bereits im Juli veröffentlichten Kasalla den Titelsong ihres neuen Albums „Trone un Konfetti“. Das Lied verbindet ausgelassenes Feiern mit nachdenklichen Momenten. Es zeigt, dass Freude und Traurigkeit manchmal ganz nah beieinanderliegen.
Nach Aussage der Band geht es darum, dass zu einem echten Fest beide Seiten gehören: Konfetti und Tränen. Man könne zu dem Lied feiern und gleichzeitig einen Menschen vermissen, wie Keyboarder René Schwiers bei der Albumvorstellung erklärte.
Der Titel ist zugleich Namensgeber des sechsten Studioalbums, mit dem Kasalla ihr 15-jähriges Jubiläum feiern. Die Platte enthält insgesamt 18 Songs und ist damit das bisher umfangreichste Studioalbum der Band.
Gitarrist Flo Peil betonte bei der Vorstellung des Albums, dass es vor allem darum gehe, die Geschichten zu erzählen, die die Musiker wirklich bewegen. Die Veröffentlichung des Albums am 16. Oktober wurde bewusst auf den Tag des ersten Jubiläumskonzerts in der Lanxess-Arena gelegt.
Hier könnt ihr das offizielle Musikvideo auf YouTube ansehen.
Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:3. Juli: Höhner – Dä Prinz
Nach ihrer „Prinzessin“ haben die Höhner nun auch einen „Prinz“ veröffentlicht. Die neue Single heißt „Dä Prinz“ und erzählt davon, dass man keinen besonderen Anlass braucht, um das Leben zu feiern. Selbst ein ganz gewöhnlicher Tag kann schließlich zu einem Fest werden.
Für das Musikvideo verwandelte die Band das Schlosshotel Ramersdorf in Bonn-Beuel in eine märchenhafte Kulisse. Rund 50 Statisten waren bei den Dreharbeiten dabei. Zahlreiche Mitglieder verschiedener Kölner Tanzgruppen schlüpften dafür in historische Kostüme, wie der EXPRESS berichtet.
Unter den Darstellern ist auch Konstantin Streifling, der Sohn von Höhner-Musiker Jens Streifling. Er spielt gemeinsam mit seiner Ehefrau Jessica im Video mit. Außerdem sollen zwei bekannte Kölner Persönlichkeiten auftreten, deren Identität die Band bei den Dreharbeiten noch geheim hielt.
Das Musikvideo soll pünktlich zum Sessionsstart erscheinen. 2027 feiern die Höhner übrigens ihr 55-jähriges Bestehen.
Hier könnt ihr „Dä Prinz“ anhören.
Welches Karnevalslied wird der Sessionshit 2027?
Die Auswahl wird in den kommenden Wochen noch größer. Viele Bands veröffentlichen ihre neuen Titel erst kurz vor dem 11.11. Andere haben ihre Songs bereits im Sommer bei Konzerten getestet.
Welcher Song am Ende zum Sessionshit wird, lässt sich im Oktober kaum vorhersagen. Entscheidend ist nicht allein, wie oft ein Lied im Internet angehört wird. Es muss vor allem die Menschen in den Sälen und Kneipen mitreißen.
- Wie wenig sich ein Hit planen lässt, haben uns auch die Musiker von Kasalla im Gespräch über erfolgreiche Karnevalslieder erklärt.
- Wie ungewöhnlich schnell das gehen kann, hat zuletzt der Erfolg der „Karnevalsmaus“ von Druckluft gezeigt.
- Und wer nicht nur nach Partymusik sucht, findet bei uns außerdem neun neuere kölsche Lieder, die nicht zum Feiern geschrieben wurden.
Welches der neuen Lieder gefällt euch bisher am besten? Und welcher Song fehlt noch in dieser Übersicht?



