Druckluft Karnevalsmaus

Die Wahrheit hinter dem Erfolg von Druckluft und der Karnevalsmaus

Jedes Jahr im Herbst, vor dem 11.11., starten die kölschen Bands die große Ralley um den Hit der Karnevals-Session und hoffen, dass er in den Sälen rauf und runter gespielt wird. Als vor dem Start der Session im Herbst 2025 ein Lied nach dem anderen an den Start ging, ahnten einige wohl schon, dass der Hit der Session bereits existierte.

Selten war es so klar, welches Lied in der Session wirklich alles abräumt. Die Karnevalsmaus von Druckluft läuft rauf und runter, egal wo man hinkommt. Spätestens als Druckluft beim Silvester-Schlagerboom von Florian Silbereisen auf der Bühne stand – und wenige Tage später bei der Sessionseröffnung das Gürzenich zum tanzen brachte, war auch dem Letzten klar: Hier startet gerade etwas so richtig durch. (Foto: IMAGO / Marc John)

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Die Entstehungsgeschichte von Druckluft

Manch einer hat sich in den vergangenen Wochen gefragt: Woher kommt eigentlich plötzlich diese ständig gut gelaunte Brass-Band?

Der Song selbst ist alles andere als Zufall, sondern Ergebnis jahrelanger und harter Arbeit. Druckluft ist eine Schülerband und schaut bereits auf eine lange Bandgeschichte zurück.

Gegründet wurde sie 2009 am Kardinal-Frings-Gymnasium in Bonn-Beuel, übrigens vom selben Musiklehrer, mit der auch Querbeat gegründet wurde.

Zusätzlicher Funfact dazu: Musiklehrer Erhard Rau ist Trompeter bei Köbes Underground, der Hausband der Stunksitzung. Genau das unterscheidet Druckluft bereits grundlegend von künstlichen Casting-Projekten im Musikbereich.

Karnevalsmaus: Refrain im Auto

Die Band war jahrelang auf unzähligen Auftritten pro Jahr unterwegs, arbeitete sich nach und nach auch in den Karneval hinein und machte sich einen Namen.

Der überwältigende Durchbruch der zehnköpfigen Band blieb jedoch aus. Bis Sänger Florian Hertel (30) im März 2025 während einer Autofahrt ein Refrain durch den Kopf schoss. Er fuhr rechts ran, hielt es auf seinem Smartphone als Sprachmemo fest.

Hertel (hat Jazz-Posaune an der Folkwang Universität der Künste studiert) verschickte das Sprachmemo an befreundete Musiker. Der Kölner Musiker Mo Torres schrieb ihm schließlich die beiden Strophen zum Lied.

Aus dem Verliebt in Köln-Shop:

Im Juni 2025 – noch vor Veröffentlichung – testete Druckluft die „Karnevalsmaus“ live beim Egerländer Open-Air im Kölner Tanzbrunnen. Bei einem weiteren Auftritt im Sommer (einem Open-Air in Viersen) baute die Band einen einfachen Mitmach-Tanz in das Stück ein: Das Publikum sollte seine Hände wie wackelnde Mäuseohren an den Kopf halten und im Takt wippen.

Video geht viral

Ein Video dieses Tanzes verbreitete sich anschließend auf Social Media und die Dinge nahmen ihren Lauf. Viele Tanzgruppen tanzten den Song bereits, noch bevor er offiziell veröffentlicht wurde.

Ursprünglich war der Song eher als Party-Hit für den Sommer gedacht. Doch der Hype flachte in Richtung Sessionsstart nicht ab, sondern wurde größer – vor allem nach der offiziellen Veröffentlichung des Songs am 29. August 2025.

Noch vor dem 11.11. hatte der Song über 10 Mio. Views über diverse Plattformen erzielt. In den deutschen Single-Charts kletterte „Karnevalsmaus“ bis auf Rang 35

Die Band hatte übrigens zunächst angedacht, die Karnevalsmaus einzukölschen. Die Begriff hätte allerdings zu sperrig geklungen.

Die Karnevalsmaus hat eine weitere Besonderheit: Sie kommt ohne elektronische Party-Beats aus. Die Live-Version auf der Bühne klingt genau so, wie die Studio-Version: handgemachte Brass-Musik.

Wenn man sich die Geschichte des Songs und der Band anschaut, zeigt sie vor allem eines: Hier ist eine Band aus dem Rheinland durch jahrelange harte Arbeit gerade nach ganz oben in den Kölner Karnevals(maus)-Himmel gekommen. Den Musikern ist der jetzige Erfolg von Herzen zu gönnen.

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