Der Abriss des Hauses am Heumarkt 55 hat in den vergangenen Jahren viele Kölner bewegt. Nicht, weil das Gebäude so schön und erhaltenswert war, sondern weil mit dem Gebäude auch die prägende 4711-Reklame am Heumarkt verschwand.
Der Abriss des alten Hauses ist längst passiert, hinter blickdichten Bauzäunen laufen die Arbeiten für den Neubau des Hauses auf Hochtouren.
Geplant ist ein so genanntes „Mixed-Use-Gebäude“ mit Gastronomie und Büroflächen. Nun hat der Eigentümer des Hauses, SICORE Real Assets, einen großen Fisch für das Haus an Land gezogen: Im Erdgeschoss wird es hier künftig ein Reissdorf-Brauhaus geben.
Die Privat-Brauerei-Reissdorf hat in dem Haus eine Fläche von 917 Quadratmetern angemeldet. Mietbeginn ist laut Sicore für die zweite Jahreshälfte 2028.
Die Nachricht ist deshalb besonders, weil es in der Kölner Altstadt bislang kein Reissdorf Brauhaus gab – obwohl Reissdorf Kölsch laut Verliebt in Köln-Umfrage die mit Abstand beliebteste Kölsch-Marke ist. In der Kölner Innenstadt gibt es das Reissdorf am Griechenmarkt, das Reissdorf am Hahnentor und das ZAB („Zum Alten Brauhaus“) auf der Severinstraße, wo früher die Brauerei war.
Reissdorf Kölsch wird in der Altstadt auch in der Kunst Kaschämm ausgeschenkt, die direkt am Alter Markt liegt.
Der Mietvertrag läuft nach Angaben von SICORE über mindestens 25 Jahre, eine Verlängerungsoption wurde vereinbart. Mit dem Vertrag mit Reissdorf sind nach Angaben des Unternehmens rund 15 Prozent der Fläche vorvermietet.

Für die übrigen Flächen führt SICORE laut Mitteilung Gespräche mit weiteren Mietinteressenten. Dabei geht es vor allem um die Büroflächen in den oberen Etagen.
Entworfen wurde das Projekt von Thomas Kröger Architekten. Nach den vorliegenden Angaben soll der Neubau auch Elemente historischer Dachgestaltung aufnehmen. Vorgesehen sind unter anderem eine steile Dachlandschaft mit kupferfarbener Metalleindeckung und rautenförmigen Fenstern.
Außerdem ist eine Dachterrasse mit Blick auf den Kölner Dom geplant.
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Eigentümer wollte 4711-Reklame nicht erhalten
Von Anfang an nicht vorgesehen war von SICORE (ehemals Hansainvest Real Assets) den historischen 4711-Schriftzug auch am neuen Gebäude anzubringen. „Das Reklameschild der Firma 4711 befindet sich auf einer ehemals vermieteten Werbefläche und wäre heute nicht mehr im Einklang mit den geltenden Werberichtlinien der Stadt Köln“, teilte das Unternehmen 2023 auf Anfrage dazu mit.
Zwar bestätigte die Stadt Köln, dass die Werbung die heutigen Größenbegrenzungen überschreiten würde. Gleichzeitig verwies eine Sprecherin im Jahr 2023 jedoch auch auf möglichen Ausnahmen der Werberichtlinien: „Eine Ausnahme von der Satzung ist im Einzelfall möglich, insbesondere bei Einfügung in die Architekturgliederung und die Fassade und Zurückhaltung gegenüber der Architektur. Der Vorhabenträger sieht jedoch nicht vor, die Werbung zu erhalten.“
Heißt: Wenn man gewollt hätte, hätte man die Reklame am Standort erhalten können.
Was ist aus der 4711-Reklame geworden?
Die Reklame wurde nach dem Abbau eingelagert. Gleichzeitig wurde ein neuer Standort gesucht. Dieser neue Standort soll dem Vernehmen nach bereits seit längerer Zeit feststehen. Weil hier nach wie vor Genehmigungen fehlen, kann allerdings noch kein Vollzug gemeldet werden.
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