Das Herkules-Hochhaus ist eines der bekanntesten Hochhäuser in Köln. Die meisten kennen die blaue Fassade von außen – doch nur wenige wissen, wie es eigentlich innen aussieht. Seit vielen Jahrzehnten ist es ein eigener Kosmos, in dem viele Menschen leben: 102 Meter hoch, 31 Etagen, 427 Wohneinheiten. Das Besondere daran:
Viele Wohneinheiten sind Ein-Zimmer-Wohnungen. Die Appartements sind bis 34 Quadratmeter groß, eine Zwei-Zimmer-Wohnung bis 43 Quadratmeter.
Wohnen möchten hier die meisten nicht. Das liegt einerseits an der Lage direkt an der Auffahrt zur A57 / Innere Kanalstraße. Andererseits auch am Hochhaus selbst. Es gibt aber auch Kölnerinnen und Kölner, die durchaus gute Erinnerungen an das Haus haben. (Fotos: Superbass / CC BY-SA 4.0 / Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0)
In Zeiten sprunghafter Wohnungspreise hat das Herkules-Hochhaus eine weitere Besonderheit: Durch das Gebäude an sich und die kleinen Wohnungen bietet es die im Vergleich günstigsten Eigentumswohnungen in zentraler Lage in Köln.
Auch im Jahr 2026 gibt es hier Eigentumswohnungen für unter 100.000 Euro Kaufpreis. Dafür nimmt man natürlich alle anderen beschriebenen Aspekte in Kauf. Hier seht ihr eine Auflistung von Wohnungsanzeigen, die zeigen, was man aktuell für eine Wohnung im Herkules-Hochhaus zahlt:
- Für ein 1-Zimmer-Appartement mit 22 Quadratmetern im 20. OG zahlt man in dieser Anzeige 99.000 Euro.
- Für eine 1-Zimmer-Wohnung mit 34 Quadratmeter im 16. OG zahlt man in dieser Anzeige ebenfalls 99.000 Euro.
- Ebenfalls 99.850 Euro zahlt man für eine 27. Quadratmeter-Wohnung im 20. OG des Hochhauses, die in dieser Anzeige beworben wird.
- Deutlich mehr dagegen zahlt man in dieser Anzeige: Hier wird eine 34-Quadratmeter-Wohnung in der 2. Etage des Hauses für 145.000 Euro angeboten.
Was bei den im Vergleich günstigen Wohnungen allerdings ebenfalls dazukommt: Ein relevantes Hausgeld, weil das Gebäude aus den 1970er-Jahren stammt.
Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Das Hochhaus wurde in der Vergangenheit bereits häufig öffentlich abgewertet: „Das Herkules-Hochhaus erzählt von großen Ideen und einfachen Mitteln und muss das traurige Schicksal der Ungemochten und Unverstandenen aushalten“, heißt es im Architektenführer Köln über das Haus.
2005 erhielt das Hochhaus die „Saure Zitrone“ vom Kölner Verkehrsverein. Architektonisch misslungen, an falscher Stelle platziert, abschreckend für die Menschen, so die Begründung damals.
Letztlich steht das Haus auch für eine Kölner-Epoche der Vergangenheit, als in den 70er-Jahren Hochhäuser und Autobahnen Vorrang vor den Menschen hatten. Dennoch bietet es zahlreichen Menschen bis heute vergleichbar günstigen Wohnraum mit teils spektakulärer Aussicht.
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