147 Meter über Köln – und irgendwie seit Jahrzehnten da. Das Colonia Haus in Riehl gehört seit über 50 Jahren zur Skyline von Köln. Auch wenn es nicht als prägend für die Kölner Stadtshilouette wahrgenommen wird, gehen die Meinungen zu dem riesigen Haus durchaus auseinander. Die einen empfinden es als monströsen Betonklotz. Andere verbinden unzählige Erinnerungen mit dem Haus. (Fotos: Imago / United Archives)
Ich habe die Verliebt in Köln-Gemeinschaft über Facebook gefragt, welche Erinnerungen sie ans Colonia Haus haben – und es kamen zahlreiche Anekdoten, die spiegeln, wie Menschen das Haus erlebt haben und erleben – vielen Dank dafür.
Ein Haus der Superlative
Als es Anfang der 1970er-Jahre gebaut wurde, war das Colonia-Haus nicht nur das höchste Wohnhaus Deutschlands – zeitweise sogar das höchste Europas. 45 Etagen, rund 1000 Bewohner, eigene Infrastruktur mit Schwimmbad, Sauna, Kita und vier Schnellaufzügen: Im Grunde ist es eine kleine Stadt in der Vertikalen.
➡️ Seit mehreren Jahren steht das riesige Gebäude sogar unter Denkmalschutz. Und prägt bis heute vor allem die Erinnerungen vieler Kölner.
Ganz oben wird gefeiert
Für viele beginnt die Erinnerung zum Haus mit einem besonderen Moment: ganz oben.
- „War schon imposant so über Köln am Rhein“, erinnert sich Helga.
- Auch andere erzählen von Feiern mit Aussicht: „Silvester 76/77 oben gefeiert.“ (Helga)
- Oder: „Silvester oben auf der Terrasse – ziemlich spektakulär.“ (Bob)
➡️ Der Veranstaltungsraum im obersten Stock war für viele der erste Moment, Köln von oben zu erleben – lange bevor es Aussichtsplattformen wie im KölnTriangle gab. Aus dem Partyraum ist heute eine Eventlocation geworden, die man mieten kann.
Ein Hochhaus wie eine kleine Stadt
Wer hier lebte, war auch in einem eigenen Kosmos – vor allem das Schwimmbad ist vielen in guter Erinnerung:
- „Unendlich viele Stunden im Schwimmbad“, schreibt Ani.
- „War oft schwimmen dort mit einem Freund“, erinnert sich Babak.
- Und auch Claudia sagt schlicht: „Das tolle Schwimmbad mit Aussicht auf den Rhein.“
Mit Pool, Sauna, Waschraum und sogar einer Kita war das Colonia-Haus seiner Zeit weit voraus – ein Konzept, das heute wieder modern wirkt.
Kindheit zwischen Aufzug und Aussicht
Besonders stark sind die Erinnerungen derer, die hier als Kinder unterwegs waren. „Ich habe jeden Abend die Stockwerke gezählt“, schreibt Yeliz. Und Nadja erinnert sich: „Als Kind war ich hoch begeistert, wenn wir vorbeigefahren sind.“
Der Blick über Köln
📍 Wer einmal oben war, vergisst es selten: „Bester Ausblick über Köln – sensationell“, sagt Jörg. Und Günter beschreibt es so: „Eine grandiose Aussicht über Köln und sein Umland. Der Blick ist bis heute einer der größten Reize – und vermutlich der Grund, warum viele trotz aller Nachteile bleiben.
Zwischen Faszination und Frust
Denn die gibt es auch. „Die Dauerbaustelle ist wirklich nervtötend“, schreibt Pascal, der heute dort lebt. Andere sprechen von hohen Kosten: „Die Nebenkosten haben es in sich.“ (Dietmar) Oder drastischer: „Das Haus macht alle Eigentümer arm.“ (Lubi).
➡️ Sanierung, Denkmalschutz, Millionenbeträge – das Colonia-Haus ist längst auch eine Dauerbaustelle geworden.
Betonklotz oder Kult?
Und dann sind da auch noch die Erinnerungen, die im weiteren Sinne mit dem Colonia Haus zu tun haben:
- „Der erste Notruf zum Feuer der KHD-Hallen ging von hier aus ein. Ein Anrufer aus dem Hochhaus meldete am 24.12.1995, dass es auf der anderen Rheinseite brennt“, erzählt Jörg.
- „Nach dem Bau lag das Riehler Freibad fast komplett im Schatten“, erinnert sich Ralf.
Die 1000 Geschichten
In den vielen Perspektiven und Geschichten liegt vermutlich auch das Interessante und der Reiz des Colonia-Hauses. Es ist ein Ort für Kindheitserinnerungen, für Partys über den Dächern der Stadt, für Alltagsleben auf engstem Raum – und bis heute eben auch für Diskussionen.
Hast du ebenfalls eine Erinnerung ans Colonia-Hochhaus? Schreib mir eine E-Mail oder kommentiere unter dem Artikel.



