Der Weg auf den Drachenfels führt für viele Ausflüger entweder über die Drachenfelsbahn oder die bekannte Wanderroute, die direkt auf den Berg hochführt. Wer ebenfalls auf den Fels steigen möchte und dabei mehr Natur erleben will, kann den Weg durch das Nachtigallental wählen.
Hier ist es auch im Sommer angenehm kühl und man ist jenseits der Touristenströme unterwegs. Der Weg führt vom Rand der Altstadt von Königswinter hinauf ins Siebengebirge und verbindet Natur, Geschichte und sogar ein Stück kölsche Liedkultur.
Ein Tal als anderer Weg zum Drachenfels
Geographisch handelt es sich um einen Siefen, also ein schmales Kerbtal. Durchflossen wird es vom Hitelbach, der auch Mennesbach genannt wird. Der Weg verläuft zwischen dem Drachenfels auf der einen und dem Hirschberg auf der anderen Seite.
Warum das Tal Nachtigallental heißt
Ursprünglich hieß das Tal Mennessiefen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es umgestaltet. Nach den vorliegenden Angaben wollte der damalige Königswinterer Bürgermeister August Mirbach den Fremdenverkehr wieder beleben. Der Tourismus war zuvor zurückgegangen, die wirtschaftliche Lage des Ortes war schwierig.
Aus Spenden Königswinterer Bürger wurde der schmale Pfad bis 1861 zu einer Promenade ausgebaut. Gleichzeitig bekam das Tal seinen neuen Namen: Nachtigallental. In der Überlieferung wird dieser Name mit romantischen Vorstellungen jener Zeit verbunden.
Genannt wird unter anderem ein Gedicht von Karl Simrock über verbannte Nachtigallen, die an den Rhein geflogen seien.
Was unterwegs zu sehen ist
Schon im unteren Bereich des Tals stößt man auf mehrere Spuren der lokalen Geschichte. Dazu gehört ein alter Weinkeller aus dem Jahr 1867, der in den Berg eingelassen wurde. Solche Felsenkeller dienten früher der kühlen Lagerung von Wein. Der Eingang mit Rundbogentor ist bis heute ein sichtbarer Hinweis auf die Weinbaugeschichte in Königswinter.
Ebenfalls im Tal steht ein steinerner Altartisch. Er wurde 1925 anlässlich eines Waldgottesdienstes zur Jahrtausendfeier der Rheinlande aufgestellt.
Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:
Ein besonderer Köln-Bezug findet sich am Willi-Ostermann-Denkmal. Der Kölner Liedermacher und Karnevalssänger Willi Ostermann besang 1930 in einem Lied über das Siebengebirge auch das Nachtigallental. 1949 wurde ihm dort ein Denkmal gesetzt.
Für Kölnerinnen und Kölner ist das eine kleine, aber schöne Verbindung zwischen Siebengebirge, Karnevalskultur und kölscher Musikgeschichte.
Natur, Tuff und ein beliebtes Fotomotiv
Westlich des Nachtigallentals liegt die sogenannte „Hölle“. Dort führt ein Weg durch einen tiefen Einschnitt im weichen Tuffgestein. Dieses Gestein wurde früher abgebaut und abtransportiert.
Besonders schön ist im Sommer der Anblick, wenn man aus dem Nachtigallental herauskommt und über eine Obstwiese in Richtung Schloss Drachenburg geht. Man kommt dabei unter anderem an einem riesigen Mammutbaum vorbei, und hat oben bereits von der Obstwiese aus einen spektakulären Blick bis zum Kölner Dom.
Tipp: Wenn die Abendsonne im Sommer schon tief steht, ist das ein herrlich Anblick.
Für einen Tagesausflug aus Köln ist das Tal gut geeignet, weil Königswinter schnell erreichbar ist und sich Naturerlebnis, Rheinromantik und Stadtgeschichte verbinden lassen. Festes Schuhwerk ist sinnvoll, besonders nach Regen.
Der Aufstieg ist für normale Spaziergänger gut geeignet. Festes Schuhwerk ist vorteilhaft, aber kein Muss.



