Kölsche Sprache, schöne Sprache. Auch für die Kleinigkeiten gibt es in Köln schön seit hunderten Jahren eigene Ausdrücke. Das gilt auch für die kölsche Wort für Ameise. Wenn du dich jetzt fragst: Wie das? Kein Problem: Hier kannst du erst austesten, ob du die korrekte Antwort kennst und siehst anschließend, ob du richtig gelegen hast. Außerdem kannst du unter dem Quiz eine ausführliche Erläuterung zum Begriff und der Herleitung nachlesen. Viel Spaß beim Rätseln! (Foto: Symbolbild / KI generiert)
Das kölsche Wort für Ameise
Der Begriff für Ameise in der kölschen Sprache lautet Seckom bzw. Seckome. Laut Adam Wrede, Neuer Kölnischer Sprachschatz S. 885, ist das Wort sprachlich schon lange belegt. Seine genaue Herkunft ist allerdings nicht eindeutig geklärt.
Verwandte Formen finden sich bereits im Althochdeutschen (āmeiza) und Mittelhochdeutschen (āmeize). Gemeint ist die kleine schwarze oder braune, teils auch rote oder gelbe Hausameise, die auch verschiedene volkstümliche Namen hat. Wenn ihr die Ameise in Köln unter einem anderen Wort kennt, ist das also nicht auzuschließen.
Auffällig ist der Wortbestandteil „Seck“. Dieser wird damit in Verbindung gebracht, dass Ameisen eine leicht ätzende Flüssigkeit absondern – die Ameisensäure. Ähnliche sprachliche Bezüge finden sich auch in anderen Regionen, etwa in Aachener Dialektformen oder im Englischen („pismire“).
Der zweite Bestandteil „-om“ steckt auch im hochdeutschen Wort „Ameise“, seine genaue Bedeutung lässt sich heute jedoch nicht mehr eindeutig erklären. Klar ist aber: Das emsige Treiben der kleinen Tiere wurde schon früh beobachtet und spielte im Volksglauben sogar eine Rolle, etwa bei der Deutung von Wetterlagen.
Schimpfwörter in der kölschen Sprache
Kölsche Schimpfwörter klingen oft erstaunlich freundlich, weil sie weniger auf echte Abwertung zielen als auf Beziehung. Im Rheinland – und besonders in Köln – gehört es kulturell dazu, Konflikte herunterzudimmen und Nähe zu betonen. Selbst wenn jemand „Knallkopp“ bezeichnet wird, schwingt meist ein Augenzwinkern mit.
Die Sprache dient hier nicht dazu, Distanz zu schaffen, sondern eher, sie spielerisch zu überbrücken. Das hat viel mit der kölschen Lebensart zu tun: Man nimmt sich selbst und andere nicht zu ernst, und Humor ist oft das wichtigste Ventil.
Hinzu kommt der Klang der kölschen Sprache selbst. Viele Wörter sind weich, rund und fast schon musikalisch – sie rollen eher über die Lippen, als dass sie hart ausgesprochen werden. Dadurch verlieren selbst spitze Inhalte ihre Schärfe.
Viele Wörter klingen einfach weniger aggressiv als ihr hochdeutsches Pendant. Oft werden die Begriffe auch im vertrauten Umfeld verwendet, unter Freunden oder Familie, wo klar ist: Das ist kein Angriff, sondern Teil eines liebevollen, manchmal leicht frechen Miteinanders.



