Hans Süper

Warum spielte Hans Süper sein Leben lang auf einer Flitsch?

Wer im Kölner Karneval an die Flitsch denkt, denkt fast automatisch an Hans Süper. Über Jahrzehnte war das Zupfinstrument sein Markenzeichen auf den Karnevalsbühnen. Doch warum spielte Hans Süper eigentlich ausgerechnet Flitsch – und nicht Gitarre oder Klavier wie viele andere Musiker?

Die Liebe zur Flitsch beginnt nach dem Krieg

Die Geschichte beginnt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Familie Süper wohnte damals in einem Hinterhofhaus in der Luxemburger Straße 216 in Köln. Süpers Vater, der selbst Musiker war, brachte seinem Sohn aus der Kriegsgefangenschaft ein besonderes Instrument mit: eine Mandriola, die aus einer Apfelsinenkiste gebaut worden war. (Foto: Imago / Thilo Schmülgen)

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Dieses einfache Instrument – eine Art Mandoline – weckte beim jungen Hans sofort die Begeisterung für die Musik. Im kölschen Dialekt nennt man die Mandoline „Flitsch“. Aus dieser frühen Begegnung entstand eine Liebe, die ihn sein ganzes Leben begleiten sollte.

Das Colonia Duett in den 80er-Jahren. Foto: Imago / United Archives

Eine Geige, die im Keller verschwand

Eigentlich hatte Süpers Vater jedoch andere Pläne. Sein Sohn sollte Geige lernen, ein Instrument mit deutlich höherem musikalischen Prestige. Der Geigenlehrer stellte allerdings eine Bedingung: Wenn Hans Geige spielen wollte, müsse er mit der Flitsch aufhören.

Für den jungen Musiker kam das nicht infrage. Die Flitsch war ihm längst ans Herz gewachsen. Also traf er eine sehr kölsche Lösung: Er versteckte die Geige einfach im Keller. Dort blieb sie – unglaubliche 40 Jahre lang.

Erst viele Jahrzehnte später tauchte das Instrument wieder auf. Bei seiner Abschiedsgala im Gürzenich im Jahr 2001 holte Hans Süper die Geige hervor und schenkte sie dem Musiker Klaus dem Geiger.

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Die Flitsch wird zum Markenzeichen

Mit der Zeit entwickelte sich die Flitsch zu Süpers unverwechselbarem Bühneninstrument. Besonders bekannt wurde sie, gemeinsam mit Hans Zimmermann im Colonia Duett auftrat.

Bis heute ist die Flitsch untrennbar mit Hans Süper verbunden. Ohne ihn wäre die Mandoline vermutlich nie zu einem so typischen Instrument des Kölner Karnevals geworden.

Dass ausgerechnet ein improvisiertes Instrument aus einer Apfelsinenkiste diese Karriere auslöste, passt dabei auch irgendwie zur kölschen Mentalität: improvisiert, herzlich – und mit Musik im kölschen Hätz.

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