KVB Netzausbau

5 Projekte: Das sind die Pläne für den Ausbau des KVB-Netzes in Köln

Was passiert in den kommenden zehn Jahren mit dem KVB-Netz in Köln? Wo wird ausgebaut? Was wird priorisiert? Diese Fragen sind ziemlich relevant für viele Kölner, die täglich auf die KVB angewiesen sind.

Tatsächlich gibt es mehrere große Projekte, die bereits konkret in Planung sind. Wann sie jedoch konkret fertiggestellt werden, ist häufig allerdings unklar. Denn der Ausbau des Kölner Stadtbahnnetzes steht unter Finanzierungsvorbehalt.

Wie aus der aktuellen Mitteilung zur „ÖPNV-Netzentwicklung – Sachstand 2025“ hervorgeht, ist angesichts steigender Kosten bereits der Erhalt des heutigen Angebots eine Herausforderung. Ein Ausbau aus kommunalen Eigenmitteln wird zunehmend schwieriger umzusetzen. Der Grund: Hohe Kosten, wenig Kohle.

Welche Projekte im KVB-Netz in Köln tatsächlich umgesetzt werden können, hängt maßgeblich davon ab, ob zusätzliche Mittel von Land und Bund bereitgestellt werden. Auch innerhalb der Stadtwerke Köln wird derzeit darüber beraten, dass die KVB künftig ein festgelegtes jährliches Defizit nicht überschreiten dürfen – mit direkten Auswirkungen auf den Ausbau.

Hier lest ihr, welche Projekte im Sachstandsbericht zur ÖPNV-Netzentwicklung in Köln genannt werden.

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1. Ost-West-Achse: 90-Meter-Züge auf der Linie 1

Die Stadtbahnlinie 1 hat ihre Kapazitätsgrenze bereits überschritten. Eine weitere Taktverdichtung ist im gemeinsam genutzten Innenstadtabschnitt mit den Linien 7 und 9 nicht möglich. Künftig sollen deshalb statt der bisherigen 60-Meter-Züge Fahrzeuge mit einer Länge von 90 Metern eingesetzt werden.

Dadurch würde sich die Platzkapazität um rund 50 Prozent erhöhen. Voraussetzung ist jedoch eine Verlängerung der Bahnsteige entlang der gesamten Ost-West-Achse auf mindestens 80 Meter. Die langen Bahnen sollen nach der bisherigen Planung ab 2030 fahren.

Für den Innenstadtabschnitt hat der Rat im April 2025 außerdem die Weiterverfolgung einer Tunnellösung beschlossen, die zehn Jahre später fertig sein könnte. Hier gibt es aber noch sehr viele Fragezeichen.

2. Bahnsteigverlängerungen auf den Linien 4, 13 und 18

Auch auf den Linien 4, 13 und 18 sind die Kapazitäten in den Hauptverkehrszeiten überlastet. Durch den Einsatz von 70-Meter-Zügen sollen die Platzkapazitäten um rund 20 Prozent steigen.

Hierfür müssen unter anderem elf Haltestellen auf der Linie 4 sowie mehrere Stationen entlang der Linien 13 und 18 verlängert werden. Auf der Linie 13 ist der Einsatz von Langzügen bereits ab 2029 vorgesehen. Der barrierefreie Ausbau der Bahnsteige kann jedoch erst im Anschluss erfolgen, da dafür umfassende Eingriffe in den Straßenraum notwendig sind.

3. Verlängerung der Linie 7 bis Zündorf Süd

Die Linie 7 soll im rechtsrheinischen Süden bis zur Ranzeler Straße verlängert werden. Ein Bedarfsfeststellungsbeschluss liegt vor, derzeit befindet sich das Projekt im Genehmigungsverfahren.

Die Ausschreibung der Genehmigungsplanung blieb bislang ohne Ergebnis. Eine erneute Ausschreibung ist für 2026 vorgesehen. Nach aktuellem Stand könnte der Bau frühestens ab 2028 beginnen, eine Inbetriebnahme könnte um 2030 erfolgen – abhängig von Genehmigung und Förderung.

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4. StadtBahn Süd: Anschluss für Rondorf und Meschenich

Mit der sogenannten StadtBahn Süd plant die Stadt eine rund 5,5 Kilometer lange neue Trasse von der Haltestelle Arnoldshöhe über Rondorf bis Meschenich Nord.

Entlang der Strecke sind aktuell drei Haltestellen vorgesehen. Rund 17.000 Einwohnerinnen und Einwohner sollen dadurch erstmals an das Stadtbahnnetz angeschlossen werden.

Die Umweltuntersuchungen als Grundlage für die weiteren Planungen sollen bis Ende 2027 abgeschlossen werden. Erst danach können Machbarkeitsstudien für weitere Abschnitte, etwa eine Rheinquerung, folgen. Bis der Anschluss steht, wird es also noch dauern.

5. Barrierefreiheit an bestehenden Haltestellen

Zur Herstellung der Barrierefreiheit sollen an insgesamt 13 oberirdischen Haltestellen Bahnsteige angehoben werden. Ergänzend sind Aufzüge unter anderem am Friesenplatz, Reichenspergerplatz und an der Lohsestraße vorgesehen.

So beginnen beispielsweise an der Haltestelle Barbarossaplatz die Leitungsverlegungen Anfang 2026. Für die Haltestelle Subbelrather Straße/Gürtel ist der Baubeginn für 2027 geplant.

Für sämtliche Projekte gilt: Zeitpläne für Variantenentscheidungen, Genehmigungsverfahren oder Bauausführung stehen unter dem Vorbehalt einer gesicherten Finanzierung sowie ausreichender Personalkapazitäten. Wir dürfen uns also überraschen lassen, ob und wann die beschriebenen Projekte auch wirklich umgesetzt werden.

Zum Thema: Die Geister-Bahnhöfe der KVB mitten in Köln

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