Severinstraße Köln

Zu viel Chaos, unklare Zuständigkeiten: Wird die Severinstraße bald eine Fußgängerzone?

Auf der Severinstraße hat sich zuletzt Frust breit gemacht. Grund sind fehlende Zuständigkeiten, bauliche Mängel und das Verkehrskonzept.

Ein Antrag der Fraktionen von SPD und Volt in der Bezirksvertretung Innenstadt fordert nun ein umfassendes Maßnahmenpaket für das Vringsveedel. Im Kern geht es um klarere Zuständigkeiten, mehr Kontrolle – und perspektivisch sogar um die Frage, ob die Straße teilweise oder ganz zur Fußgängerzone werden kann.

So soll die Verwaltung umfassend prüfen, konkrete Maßnahmen entwickeln, Zuständigkeiten festlegen und der Politik einen zusammenfassenden Bericht vorlegen. Hier ist aufgelistet, um welche Punkt es geht:

Poller: Offene Pfosten, unklare Zuständigkeiten

Viele Poller seien herausnehmbar, blieben nach Durchfahrten offen, seien beschädigt oder fehlten ganz. Für Anwohnende sei nicht erkennbar, welche Dienststelle für Einsetzen, Wartung oder Ersatz zuständig ist.

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Gefordert werden klare Verantwortlichkeiten, ein zügiger Ersatz defekter Poller sowie ein Kontroll- und Durchsetzungskonzept gemeinsam mit dem Ordnungsamt. Auch weniger manipulationsanfällige Systeme sollen geprüft werden.

Mehr Verkehr als erlaubt auf der Severinstraße

Obwohl die Severinstraße als „Verbot für Kraftfahrzeuge – Anlieger frei“ ausgeschildert ist, wird laut Antrag eine deutliche Zunahme nicht berechtigter Liefer- und Durchgangsverkehre beobachtet. Lieferzonen seien zu knapp und würden oft von Pkw blockiert, wodurch Lieferfahrzeuge auf Gehwegen oder der Fahrbahn hielten.

Die Verwaltung soll laut Antrag die reale Verkehrsbelastung erfassen, den Lieferbedarf der Betriebe ermitteln, zusätzliche oder neu angeordnete Lieferzonen prüfen und die Kontrolle des Verkehrs verbessern.

Enge Gehwege – und die Option Fußgängerzone

Besonders im Abschnitt zwischen Severinstorburg und Severinskirchplatz stoßen die Gehwege laut Antrag an ihre Grenzen. Fußgänger weichen auf die Fahrbahn aus, wo sie auf Radverkehr, E-Bikes, Lastenräder sowie Liefer- und Busverkehr treffen. Außengastronomie und Werbeaufsteller verschärfen die Lage zusätzlich.

Hier wird es städtebaulich grundsätzlich: Die Verwaltung soll nicht nur kurzfristige Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit entwickeln, sondern ausdrücklich prüfen, ob die Severinstraße ganz oder abschnittsweise als Fußgängerzone oder verkehrsberuhigter Bereich weiterentwickelt werden kann. Gefordert wird zudem ein strukturierter Austausch mit Händlern und Anwohnern.

Bauliche Mängel als Sicherheitsrisiko

Neben Verkehrsfragen zählt der Antrag auch bauliche Defizite auf: Sich lösende Randsteine gefährden insbesondere Radfahrer, eingelassene Beleuchtungselemente sind teils defekt oder außer Betrieb. Gefordert werden eine kurzfristige Zustandsprüfung, Reparaturen sowie ein Zeitplan für die Umsetzung.

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Fehlende Präsenz im öffentlichen Raum

Ein weiterer Punkt betrifft die Organisation im Veedel. Seit dem Wegfall der finanziellen Unterstützung für eine Art „Veedel-Kümmerer“ fehle eine kontinuierliche ordnende und vermittelnde Präsenz. Kleinere Probleme würden nicht mehr frühzeitig erkannt oder gelöst.

Die Stadt soll prüfen, wie solche Strukturen – auch über neue Kooperations- oder Finanzierungsmodelle – wiederhergestellt werden können.

Ziel: Mehr Ordnung – und eine neue Rolle der Straße

In der Begründung heißt es, die Mischung aus Verkehrsproblemen, baulichen Mängeln, unklaren Zuständigkeiten und fehlender Koordination gefährde Fußgänger, Radfahrende und Anwohnende und mindere die Aufenthaltsqualität erheblich.

Wie geht es nun weiter? Der Antrag wurde in der Sitzung der Bezirksvertretung Ende Januar vertagt, weil es noch Beratungsbedarf gab. Eine Entscheidung darüber wird also erst in den kommenden Wochen fallen.

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