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Fringsen Kölsche Sprache

Kölsche Sprache: Was bedeutet das Wort fringsen?

Kölsche Sprache, schönste Sprache. Zu einer der bekanntesten Wortschöpfungen aus Köln gehört ohne Zweifel das Wort fringsen. Weißt du, was es wirklich bedeutet? Hier kannst du testen, ob du die richtige Antwort weißt. Unter dem Quiz siehst du eine ausführliche Erläuterung mit Anekdoten zum Begriff:

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Die Bedeutung des Wortes fringsen

Es ist sicher eines der berühmtesten kölschen Wörter. Und es zeigt, dass die kölsche Sprache heute Elemente aus vielen Teilen der kölschen Geschichte enthält. Das Wort fringsen geht auf den Kölner Kardinal Josef Frings zurück.

Im zweiten Winter nach dem Krieg lagen die Temperaturen bei bis zu -15 Grad. Die Stadt war zerbombt, die Kölner hatten wenig zu essen und noch weniger zu heizen. Die Menschen klauten sich zum Teil die Kohle-Briketts, die auf den Zügen aus dem Ruhrgebiet in Köln halt machten. In seiner Predigt zu Silvester sagte Kardinal Frings dann folgenden Satz:

  • „Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise, durch seine Arbeit oder durch Bitten, nicht erlangen kann.“

Für den akuten Eigenbedarf gab der Kardinal von kirchlicher Seite also grüner Licht zu stehlen. Was heute oft übersehen wird, ist der folgende Satz, der häufig unterschlagen wurde:

  • „Aber ich glaube, dass in vielen Fällen weit darüber hinausgegangen worden ist. Und da gibt es nur einen Weg: unverzüglich unrechtes Gut zurückgeben, sonst gibt es keine Verzeihung bei Gott.“

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Die Predigt führte das in Köln dazu, dass die Kölner die Worte zum Teil als eine Art Freifahrtschein zum stehlen ansahen. Anderer gläubige Kölner wiederum waren in ihrem Gewissen erleichtert, weil sie so das Nötigste zum Leben irgendwie zusammenbekamen – und sich nicht bei der Beichte rechtfertigen mussten.

Der Kardinal aber war ein Rheinländer durch und durch, wie die folgende Anekdote zeigt, die das Domradio aufgeschrieben hat: Als die Britische Militärverwaltung den Kardinal aufgrund seiner Predigt zur Rechenschaft ziehen wollte, verspätete sich der Gesprächspartner der Militärverwaltung. Nach rund 15 Minute wies Frings seinen Chaffeur an, in wieder zurück nach Köln zu fahren: „Jetzt schleunigst weg, es konnte gar nicht besser gehen!“

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