A4 Domblick Köln

A4-Blick auf Köln: Strommast versperrt seit 2 Jahren Sicht auf den Dom

Es ist seit Jahrzehnten einer der schönsten Ausblicke auf Köln für alle Autofahrer: Vorbei an Eschweiler, Merzenich und Kerpen öffnet sich auf rund 130 Meter Höhe über NN am Rastplatz Frechen Nord auf der A4 der einmalige Panoramablick auf Köln. Von hier aus sind es rund 13 Kilometer Luftlinie bis zum Dom.

Hier hat man das Gefühl, dass die Skyline einem zu Füßen liegt, die Stadt in einem Tal liegt. Dom, Colonius, Stadion, Kölnarena – alles ist für kurze Momente perfekt zu sehen.

Ein großartiger Anblick, bei dem man aufpassen muss, nicht zu sehr abgelenkt zu sein. Wer täglich mit dem Auto nach Köln pendelt, für den ist dieser Blick ein Gefühl. Kölner, die mit dem Auto aus dem Urlaub zurückkommen, wissen bei diesem Anblick: Wir sind wieder zuhause. (Foto: Irene Rathjen)

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A4-Domblick durch 90 Meter-Strommast versperrt

Der Dom als Fixpunkt. Für tausende Autofahrer täglich steht dieser Ort wie kein anderer genau dafür. Seit rund zwei Jahren ärgern sich viele Autofahrer in Richtung Köln aber, wenn sie genau hier entlang fahren und auf den Dom gucken.

Denn direkt in die Sichtachse auf das UNESCO Weltkulturerbe wurde ein Strommast gebaut, der 90 Meter hoch ist. Der Mast steht am Fuß des Frechener Berges und hat die Sicht auf den Dom von der A4 aus ziemlich versaut. Der Mast gehört zu einer neuen Trasse, die Strom von der Nordsee nach Süddeutschland transportiert.

Behörden ignorierten versperrte Sicht

Wie kann das sein, wo die Stadt Köln doch eigentlich auf Sichtachsen und Schutzzonen rund um den Dom achtet?

Die UNESCO hatte in der Vergangenheit sogar damit gedroht, dem Dom den Status als Welterbe zu entziehen, wenn in bestimmten Sichtachsen in der Innenstadt Hochhäuser gebaut würden.

➡️ Die Antwort: Viele Vorschriften, viele involvierte Stellen und Behörden – und am Ende hat einfach niemand an den Dom gedacht oder den Blick als nicht wichtig erachtet.

Die Stadt Köln fühlte sich nicht zuständig, denn die Trasse liegt gar nicht auf Kölner Stadtgebiet. Und der Betreiber hat zwar viele Kompensationsmaßnahmen für Landschaft und Natur ergriffen. An das, was täglich tausende Menschen sehen, hat aber offenbar niemand gedacht.

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Strommast kann nicht zurückgebaut werden

Auf eine Anfrage antwortete die Kölner Stadtverwaltung damals trocken: „Der Maststandort ist im Rahmen eines Rechtsverfahrens über einen Planfeststellungsbeschluss als Verwaltungsakt genehmigt worden mit dem die Zulässigkeit eines Vorhabens unter Einschluss aller sonst erforderlichen Genehmigungen, Erlaubnisse usw. festgestellt wird.“

Tatsächlich habe es eine Privat-Person gegeben, die bei der Bezirksregierung Bedenken hinsichtlich des Strommastes geäußert habe. Geändert hat das nichts.

Wie geht es mit dem Strommast weiter? Die Menschen werden auch künftig mit dem neuen Ärgernis leben müssen. „Eine Änderung der Höhe oder des Standortes des bestehenden Mastes ist nicht möglich“, teilte die Stadtverwaltung 2024 dazu mit.

„Damit wird dieser durch Desinteresse, Untätigkeit und Ignoranz entstandene Schandfleck im Kölner Stadtbild für die nächsten Jahrzehnte zementiert“, urteilte der Kölner FDP Politiker Ralph Sterck damals.

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