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11 einmalige Erinnerungen an die alte Zeit im Lommerzheim

Wer früher bei Lommi einkehrte, der trägt die Geschichten aus der legendären Kölsch-Kneipe auch heute noch weiter. Von 1959 bis 2004, also 45 Jahre, betrieben Hans und Annemie Lommerzheim die Gaststätte in der Siegesstraße 18 in Köln-Deutz. Schon seine Eltern hatten hier ab 1945 eine Gaststätte betrieben.

Die Kneipe war für seine einfache und ursprüngliche Einrichtung bekannt und geschätzt, Lommi (verstarb 2005) war ein kölsches Original. 2008 hat das Päffgen (Lommi war früher Köbes im Päffgen) die Kneipe wiedereröffnet, nachdem sie das Haus Frau Lommerzheim abgekauft hat.

Fotos: Willy Horsch, Dieter Clasen CC BY-SA 2.0 de, Superbass / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons)

Neben dem ursprünglichen kargen Schankraum (etwa 50 Quadratmeter), der noch so wie früher erhalten ist, gibt es nun auch einen Gewölbekeller und einen Biergarten. Auch die verwitterte Fassade der Kneipe ist noch wie früher erhalten. So ist Lommi eine konstante, die bleibt, wie sie ist – während die Welt sich immer schneller dreht und wandelt.

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Wir haben auf verschiedenen Kanälen gefragt, welche Erinnerungen die Kölner mit dem alten Lommerzheim verbinden und einige tolle Kommentare erhalten, die wir euch hier zeigen möchten.

Fast alle beziehen sich auf die alte Zeit bei Lommi, einige auch auf die Zeit nach der Wiedereröffnung.

Elvira schreibt:
„Wir hatten einen sehr großen Hund. Nach jedem Besuch beim Lommi brachten wir Ihm Knochen mit. Oft noch mit einem halben Kotelett dran. Die waren so groß, das sie für viele Gäste nicht zu bewältigen waren. Tüte mussten wir mitbringen. Eines Tages, wir hatten grade die Tüte in der Küche füllen lassen, war Lommi grade mit seinem Kölschkranz am Nebentisch.

Sieht die Tüt, drieht sisch zo dä Lück un säht: „Die verzälle mir immer datt wö för dä Möpp, in Wirklischkeit setze die sich glich an dä Fernseh und kimmele an dä Knöchelche röm“.

Die Gäste (Touris) schauten leicht konsterniert und alle anderen haben sich kaputtgelacht. Nam wenn dä Lommi schon ens jett jesproche hätt.“

Der Lommi-Brunnen im Biergarten der Gaststätte wurde 2009 gestiftet. Foto: Willy Horsch

Christian schreibt:
„Die beste Geschichte? Fragt mal beim Secret Service…“

Anmerkung: Gemeint ist die Geschichte mit dem damaligen US-Präsidenten Bill Clinton. Als 1999 der Weltwirtschaftsgipfel in der Stadt war, wollte Clinton eine echte Kölsch-Kneipe besuchen. Der Legende nach rief der Polizeipräsident bei Lommi an. Der lehnte aber ab, weil er auch seine Gäste vor die Tür hätte setzen müssen, da man das Lokal für den US-Präsidenten natürlich komplett hätte räumen müssen. „Wenn du Polizeipräsident bist, bin ich der Kaiser von China“, soll er dem Polizeipräsidenten am Telefon gesagt haben, ehe er auflegte.

Wolfgang schreibt:
„Kölsch gab nur wenn du dran warst und wenn du dran warst bestimmte Lommi. Kleingeld hat er einfach hinter die Theke geschmissen.“

Michael schreibt:
„Habe mal ewig erfolglos angerufen, um einen Tisch zu reservieren. TAGE später kam völlig überraschend ein Rückruf und ich erzählte von meinen vielen erfolglosen Anrufen.

Antwort: „Jung, mir sin he für Bier zo verkoofe, nit für zo telefoniere.“

Marie schreibt:
„Da habe ich mal 12 Kölsch getrunken. So viel wie noch nie vorher und auch nachher nicht. Wir standen an der Theke. Umfallen konnte man nicht, so voll war es da. Ich übrigens auch.“

Sonja schreibt:
„Die leckeren Koteletts, immer ein Genuss gewesen. Oder auch wenn das Fass Kölsch durch die Kneipe gerollt wurde. Es war immer ein Erlebnis.“

Auch interessant:

Susanne schreibt:
„Wir saßen irgendwann mal im Gewölbe als der Köbes kam und meinte: „Ach bei Euch ist ja noch platz am Tisch, gerade sind noch zwei Personen gekommen.“ Meine Antwort darauf: „Alles klar, kein Problem Sie können sie zu uns setzen.“ Da sagt er: „Das war keine Frage sondern eine Feststellung, ich hätte die sowieso hier hin gesetzt.“

Simone schreibt:
„Wenn es keine Stühle mehr gab, wurden die Getränkekisten umgedreht, das dicke gelbe Telefonbuch darauf und schon saß man. Man konnte ihn auch nicht rufen, um eine Bestellung aufzunehmen, er kam wenn man dran war.“

„@Flowers.Cars.Food“ auf Instagram schreibt:
„Es war ein Muss, auf einer Getränkekiste mit einem Telefonbuch zu sitzen. Ich bin froh und dankbar, Lommi einige Mal persönlich erlebt zu haben. E war immer ein Erlebnis. Irgendwie ist jetzt alles anders. Aber alles hat seine Zeit. Und die Lommi-Zeit kann mir keiner nehmen. Eine mega geile Zeit.“

Anke schreibt:
„Das beste Kotelett, das leckerste Kölsch, die geilste Kneipe in der ich jeh war…“

Hildegard schreibt:
„Die ist einfach super gewesen mit dem alten Wirt. Da hat man nur sein Kölsch bekommen wenn er seine Runde durch das Lokal mit dem Kölschkranz ging. Bei rufen bekam man keins. Die Kneipe war super. Oder wenn er das Fass durch das Lokal gerollt hat. Und die leckeren Koteletts.“

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Das Lommerzheim heute
Heute kann man im Lommerzheim sogar einen Tisch reservieren. Im Biergarten der Kölsch-Kneipe gibt es ein kleines Denkmal, das Lommi beim Zapfen zeigt. Neben dem ursprünglichen Schankraum gibt es heute auch einen Gewölbekeller und den Biergarten. Bei der Eröffnung im Jahr 2008 war auch Lommis Ehefrau Annemie anwesend, die 2016 verstarb.

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7 Antworten auf „11 einmalige Erinnerungen an die alte Zeit im Lommerzheim“

Noch nie und nie wieder sah ich so ein Lokal.
Noch nie sah ich soviel unterschiedliche Menschen brav wartend vor seiner Tür um Einlass bittend und dann – wie auch ich – auf mit Telefonbüchern belegten Getränkekisten Platz nehmend u auf ein sagenumwobenes Kotelett wartend….. so eine Umgebung gibt u gab es wohl nie wieder!
Der Tresen schwamm vor Kölsch – Keine Zeit für den Chef, ihn zu säubern….
….sagenhaft!! 1984

Klaus-Peter aus Hamm Sieg
Während meiner Studienzeit war ich sehr oft bei Lommi und wir hatten es gut miteinander. Zum Schluß kam immer ein : „Tschöh!“
Nach dem Studium und während meines Berufes und der Tatsache des „Kindergroßziehens“ war ich jahrelang nicht mehr bei Lommi. Ca. 7 Jahre später trieb es mich wieder hin!!
Noch in der Eingangstür stehend hörte ich: “ Da bist´e ja endlich wieder!!“

Lommi sagte nie viel, er redete mit der Mimik. Hochgezogene Augenbrauen bedeuteten, dass der Gast ihm nicht passte, hochgezogene Mundwinkel sah man fast nie bei ihm. Gewonnen hatte man, wenn er nur eine Augenbraue hochzog und ein Lächeln andeutete, dann bekam man sein Kölsch sofort, wenn es leer war. Aber das musste man sich durch angemessenes Verhalten (nicht zu laut, zügiges, aber nicht übertriebenes Trinktempo, fröhliche Unterhaltungen) erst verdienen.
Lommi hatte ein Gespür, er teilte die Gäste ein: Suffköpp, Touris und Kniesköpp erkannte er schnell und behandelte sie dementsprechend langsamer. Kölsch-Genießer mochte er. Nur wer gegessen hatte, hatte in seinen Augen auch mal Schabau verdient, wer sonst Schabau bestellte, bekam hochgezogene Augenbrauen.
Wenn er „Tschö“ sagte, nachdem man die Rechnung bezahlt hatte und ging, war man fast geadelt.

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