Sie stehen kreuz und quer auf Gehwegen, sie fliegen in den Rhein und vor allem ältere Menschen empfinden sie als bedrohlich: In Köln stehen inzwischen fast 20.000 E-Scooter im Stadtgebiet. Die Stadtverwaltung will das Angebot ab 2027 deutlich stärker regulieren.
Geplant ist, die Zahl der Fahrzeuge auf 9.000 bis 10.000 zu senken. Das geht aus einer Mitteilung der Verwaltung im Mobilitätsausschuss hervor. Das wäre ungefähr eine Halbierung im Vergleich zum heutigen Bestand.
Seit 2019 werden E-Scooter in Köln als Sharing-Angebot genutzt. Die Roller sind für viele Menschen ein fester Teil der Mobilität geworden – etwa für kurze Wege in der Innenstadt, zur Bahn oder vom Bahnhof zum Ziel. Gleichzeitig gibt es seit Jahren Beschwerden über falsch abgestellte Roller, blockierte Gehwege und Probleme für Menschen mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl.
Nach Angaben der Stadt hatte sich die Zahl der E-Scooter zunächst bei etwa 10.000 bis 12.500 Fahrzeugen eingependelt. Durch zwei neue Anbieter und größere Flotten bestehender Anbieter ist die Zahl inzwischen aber auf fast 20.000 gestiegen. Aktuell sind sechs Anbieter in Köln unterwegs.
Fußpatrouille soll in der Stadt aufräumen
Die Stadt reagiert darauf zunächst mit kurzfristigen Maßnahmen. Seit Mai ist eine anbieterübergreifende Fußpatrouille im Einsatz. Sie wird von den Anbieterfirmen finanziert und soll falsch abgestellte oder umgefallene E-Scooter beseitigen.
👉🏻 Der Schwerpunkt liegt in der Altstadt, unter anderem im Umfeld des Hauptbahnhofs, an der Komödienstraße, am Margarethenkloster, an der Burgmauer/Tunisstraße und an der Bechergasse.
Außerdem prüft die Verwaltung digitale Ausleih- und Rückgabestandorte. Dabei würden bestimmte Flächen in den Apps der Anbieter als feste Orte zum Ausleihen und Abstellen festgelegt – ohne dass vor Ort direkt baulich etwas verändert werden muss.
Voraussetzung ist allerdings, dass ausreichend große und konfliktfreie Flächen vorhanden sind.
Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:➡️ Für 2027 plant Köln ein neues Auswahlverfahren. Die Stadt will nicht nur die Zahl der Scooter reduzieren, sondern voraussichtlich auch die Zahl der Anbieter auf drei begrenzen. Die neuen Genehmigungen sollen zum 1. Januar 2027 gelten. Ein späterer Markteinstieg weiterer Anbieter wäre dann ausgeschlossen.
Welche Anbieter bleiben dürfen, soll über ein Punktesystem entschieden werden. Geprüft werden unter anderem Kontaktdaten an jedem E-Scooter, erreichbare Ansprechpartner, regelmäßige Datenlieferungen, Personal, Beschwerdemanagement, Reaktionszeiten, Sicherheitskonzepte und Maßnahmen gegen falsches Abstellen.
Parallel baut Köln weiter sogenannte Shared-Mobility-Flächen aus. Derzeit gibt es rund 130 solcher Abstellflächen im Stadtgebiet, die meisten davon in der Innenstadt. Langfristig soll ein stationsgebundenes Sharing-System mit rund 1.200 Mobilstationen entstehen.



