Tickets für Heimspiele des 1. FC Köln sind heiß begehrt. Selbst langjährige Vereinsmitglieder gehen im Vorverkauf regelmäßig leer aus. Umso überraschender ist es, dass der FC derzeit auf seinen Social-Media-Kanälen Werbung für noch verfügbare Eintrittskarten macht. Es geht um das DFB-Pokalspiel gegen Union Berlin am Dienstag, 27. Oktober (20:45 Uhr). Allerdings handelt es sich nicht um normale Tageskarten, sondern um teure VIP-Plätze im RheinEnergieStadion.
Stand Montagabend (19. Oktober) waren im Stadionplan noch 280 solcher Plätze verfügbar. Der Preis pro Ticket: 297,50 Euro. Würde der FC alle diese Karten verkaufen, könnte er damit noch 83.300 Euro einnehmen.
280 VIP-Plätze für das Pokalspiel gegen Union Berlin
Bei den angebotenen Karten handelt es sich um sogenannte Business-Seats auf der Westtribüne. Das sind gepolsterte Sitzplätze im Unterrang, die zu den besten Plätzen im RheinEnergieStadion gehören.
Anders als bei einer normalen Eintrittskarte ist hier auch die Verpflegung enthalten. Die Besucher haben Zugang zum Business-Bereich West, wo sie vor dem Spiel, während der Halbzeit und nach dem Abpfiff essen und trinken können. Dazu gehören verschiedene gastronomische Angebote sowie Kölsch und andere Getränke.
Mit 297,50 Euro pro Ticket sind diese Plätze zwar ein Vielfaches teurer als normale Eintrittskarten. Im Vergleich zu Bundesliga-Heimspielen ist das Angebot jedoch vergleichsweise günstig. Dort kosten entsprechende Business-Seats mehr als 100 Euro zusätzlich.
Mehr als 83.000 Euro mögliche Einnahmen für den FC
Für den 1. FC Köln sind die Business-Plätze eine wichtige Einnahmequelle. Weil das RheinEnergieStadion nur rund 50.000 Zuschauer fasst und die Nachfrage nach normalen Eintrittskarten groß ist, hat der Verein seine VIP-Bereiche in den vergangenen Jahren erweitert.
So kann der FC mit besonders hochwertigen Plätzen zusätzliche Erlöse erzielen, ohne dass dafür die Gesamtkapazität des Stadions wachsen muss.
Allerdings müssen sich auch für diese teuren Plätze genügend Käufer finden. Beim Pokalspiel gegen Union Berlin scheint das bislang nicht vollständig gelungen zu sein.
Die Rechnung ist einfach: 280 verfügbare Business-Seats zum Preis von jeweils 297,50 Euro ergeben 83.300 Euro. So viel zusätzlichen Bruttoumsatz könnte der Verein noch erzielen, wenn alle Plätze zum angegebenen Preis verkauft werden. Davon gehen allerdings unter anderem die Kosten für die Bewirtung und die enthaltene Umsatzsteuer ab.
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„Für dieses Spiel geben wir ein limitiertes Kontingent an Business-Seats frei, das sonst unseren Dauerkarteninhabern vorbehalten ist“, schreibt der 1. FC Köln in einem Facebook-Beitrag.
Das deutet darauf hin, dass ein Teil der berechtigten Dauerkarteninhaber seine Möglichkeit, diese Plätze für das Pokalspiel zu buchen, nicht wahrgenommen hat. Wie viele Plätze auf diesem Weg freigeworden sind, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Während viele FC-Fans bei den normalen Eintrittskarten leer ausgehen, sind im hochpreisigen Segment also noch zahlreiche Plätze verfügbar.
Für normale FC-Tickets ist die Nachfrage weiterhin riesig
Die besondere Situation zeigt auch das Spannungsfeld, in dem sich der 1. FC Köln beim Ticketverkauf befindet. Der Verein muss möglichst vielen seiner Mitglieder die Chance geben, Spiele im Stadion zu besuchen. Gleichzeitig versucht der FC, mit seinen begrenzten Stadionkapazitäten möglichst hohe Einnahmen zu erzielen.
Beim normalen Ticketvorverkauf hat der FC deshalb mehrfach die Regeln verändert. Trotzdem gehen immer wieder Mitglieder leer aus. Besonders schwierig ist die Situation für diejenigen, die gerne regelmäßig ins Stadion gehen würden, aber keine Dauerkarte besitzen.
Auch die Warteliste für Dauerkarten beim 1. FC Köln ist seit Jahren lang. Die Chance, eine frei werdende Dauerkarte zu erhalten, ist gering.
Die 280 freien VIP-Plätze beim Pokalspiel gegen Union Berlin zeigen nun eine andere Seite des Ticketmarktes beim FC: Während die Nachfrage nach bezahlbaren Karten das Angebot regelmäßig übersteigt, ist an dem Pokal-Termin am Dienstagabend (Anpfiff: 20:45 Uhr) offenbar deutlich schwieriger, auch die teuersten Plätze vollständig zu verkaufen.



