Wer am Rhein spazieren geht oder mit dem Schiff unterwegs ist, hat sie vielleicht schon einmal entdeckt: Unter vielen Kölner Rheinbrücken ragt eine Metallstange heraus, an deren Ende ein auffälliger gelber Körper befestigt ist. Es ist ein beliebtes Foto-Motiv, denn Möwen und andere Vögel sitzen gerne auf dieser Stange. Doch die wenigsten wissen, wofür die Stange da ist. Dabei erfüllt sie eine wichtige Aufgabe für die Schifffahrt. Kennst du die richtige Antwort? Test hier dein Wissen – im Anschluss liest du eine ausführliche Erklärung dazu:
Bei dem gelben Bauteil handelt es sich um einen Radarreflektor, der auf einer Stange unter der Brücke montiert ist. Seine Aufgabe: Er sorgt dafür, dass Schiffe die Brückenpfeiler auch bei schlechter Sicht – etwa bei Nebel, Regen oder in der Dunkelheit – auf dem Radar eindeutig erkennen können. Gerade auf dem Rhein, einer der meistbefahrenen Wasserstraßen Europas, ist das ein wichtiger Sicherheitsaspekt.
Warum braucht man überhaupt einen Radarreflektor?
Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass eine riesige Stahlbrücke auf dem Radar ohnehin problemlos zu erkennen ist. Tatsächlich ist das aber nicht immer ausreichend. Der Brückenüberbau erzeugt auf dem Radarschirm oft ein großes zusammenhängendes Echo. Die einzelnen Pfeiler gehen darin teilweise unter oder lassen sich nicht eindeutig voneinander unterscheiden. Für ein Schiff ist aber entscheidend zu wissen, wo genau sich die sichere Durchfahrt zwischen den Pfeilern befindet.
Genau hier kommen die Radarreflektoren ins Spiel. Sie sind so konstruiert und positioniert, dass sie ein besonders starkes und klar erkennbares Radarecho zurückwerfen. Dadurch können Schiffsführer die Lage der Brückenpfeiler deutlich präziser bestimmen und die richtige Brückenöffnung ansteuern – selbst dann, wenn die Sicht nur wenige Meter beträgt.
Warum sind sie gelb – und warum hängen sie unter der Brücke?
Der eigentliche Radarreflektor ist der gelbe Körper am Ende der Stange. Die auffällige Farbe dient vor allem dazu, dass das Bauteil auch bei Wartungsarbeiten oder aus der Nähe gut sichtbar ist. Für das Radar spielt die Farbe dagegen keine Rolle – entscheidend ist die besondere Form des Reflektors, die Radarwellen gezielt zurück zum Schiff sendet.
Die Stange ist bewusst unterhalb des Brückenüberbaus angebracht. Dort kann der Radarreflektor frei „gesehen“ werden und wird nicht von der Stahlkonstruktion der Brücke abgeschirmt. So entsteht auf dem Radarschirm ein eindeutiger Orientierungspunkt, der den Schiffsführern zusätzliche Sicherheit gibt.
Sogar offiziell vorgeschrieben
Dass diese gelben Stangen keine zufälligen Bauteile sind, zeigt ein Blick in die Vorschriften. Die Rheinschifffahrtspolizeiverordnung führt unter den „Zusätzlichen Zeichen für die Radarschifffahrt“ ausdrücklich „Stangen mit Radarreflektor“ sowie gelbe Tonnen mit Radarreflektoren zur Kennzeichnung von Brückenpfeilern auf. Solche Einrichtungen kommen überall dort zum Einsatz, wo sie für eine sichere Navigation erforderlich sind.
Wer künftig also über die Kölner Brücken spaziert, kann einmal nach unten schauen: Die kleinen gelben Bauteile wirken unscheinbar, leisten für die Schifffahrt auf dem Rhein aber einen wichtigen Beitrag zur Orientierung und Sicherheit.
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