Der Kölner Dom gehört zu den bekanntesten Kirchen Europas – und bald auch zu jenen, für deren Besichtigung Eintritt verlangt wird. Ab dem 1. Juli 2026 sollen touristische Besucherinnen und Besucher 12 Euro zahlen, wenn sie den Dom besichtigen möchten. Für Gottesdienstbesucher, Betende und bestimmte Gruppen soll der Zugang weiterhin kostenlos bleiben.
Damit endet in Köln eine lange Selbstverständlichkeit: Wer in der Innenstadt unterwegs war, konnte den Dom bisher einfach betreten, kurz staunen, eine Kerze anzünden oder Besucherinnen und Besuchern die Kathedrale zeigen. Künftig wird stärker unterschieden zwischen religiösem Besuch und touristischer Besichtigung. (Foto: Jannis Trieb)
Doch wie ungewöhnlich ist ein Eintrittspreis von 12 Euro eigentlich? Ein Blick auf andere bekannte Kirchen in Europa zeigt: Der Kölner Dom liegt mit diesem Betrag künftig im Mittelfeld.
Viele berühmte Kirchen verlangen längst Eintritt
Bei mehreren großen Kathedralen und Kirchen ist ein Eintrittspreis heute normal. Der Berliner Dom verlangt 15 Euro. Der Mailänder Dom liegt je nach Ticket bei rund 11,50 Euro. Für die Sagrada Família in Barcelona werden etwa 26 Euro fällig, wobei hier ein Audioguide enthalten ist.
Noch teurer ist der Besuch einiger großer Kirchen in Großbritannien. Westminster Abbey in London kostet umgerechnet etwa 28 Euro. In der St Paul’s Cathedral sind es rund 31 Euro.
Dort zeigt sich besonders deutlich: Berühmte Kirchen sind nicht nur religiöse Orte, sondern auch große touristische Einrichtungen mit entsprechendem Aufwand für Personal, Sicherheit, Erhaltung und Besucherlenkung.
Auch in Spanien gibt es hohe Eintrittspreise. Die Kathedrale von Santiago de Compostela kostet rund 25 Euro. Die Kathedrale von Sevilla liegt je nach Ticket bei etwa 20 Euro. Im Vergleich dazu wirkt der künftige Preis für den Kölner Dom nicht außergewöhnlich hoch, aber er ist für viele Kölnerinnen und Kölner dennoch ein Einschnitt.
Diese Kirchen bleiben kostenlos
Gleichzeitig gibt es weiterhin prominente Gegenbeispiele. Der Petersdom in Rom ist grundsätzlich kostenlos zugänglich. Auch Notre-Dame in Paris erhebt für den Eintritt in die Kathedrale keinen Eintritt. Gleiches gilt für Sacré-Cœur in Paris, Santa Maria del Fiore in Florenz und das Ulmer Münster.
Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Das zeigt: Es gibt in Europa kein einheitliches Modell. Manche Kirchen setzen auf Eintrittsgelder, andere auf Spenden, staatliche Unterstützung, Stiftungen oder Einnahmen aus Zusatzangeboten wie Turmbesteigungen, Museen, Schatzkammern oder Führungen.
Gerade diese Unterschiede machen den Vergleich schwierig. Bei manchen Kirchen ist der reine Eintritt frei, während einzelne Bereiche kostenpflichtig sind. Bei anderen ist ein Besichtigungsticket nötig, das zusätzliche Angebote enthält. Trotzdem zeigt der Überblick, in welcher Größenordnung sich der Kölner Dom künftig bewegt.
Der Vergleich im Überblick
- St Paul’s Cathedral, London: ca. 31 Euro
- Westminster Abbey, London: ca. 28 Euro
- Sagrada Família, Barcelona: 26 Euro
- Kathedrale von Santiago de Compostela: 25 Euro
- Kathedrale von Sevilla: ca. 20 Euro
- Berliner Dom: 15 Euro
- Kölner Dom: 12 Euro ab 1. Juli 2026
- Mailänder Dom: ca. 11,50 Euro
- Stephansdom, Wien: 8 Euro
- Notre-Dame, Paris: kostenlos
- Petersdom, Rom: kostenlos
- Sacré-Cœur, Paris: kostenlos
- Santa Maria del Fiore, Florenz: kostenlos
- Ulmer Münster: kostenlos
Der Kölner Dom wird kein Ausreißer – aber ein Sonderfall bleibt er trotzdem
Rein im europäischen Vergleich ist der neue Eintrittspreis für den Kölner Dom also kein Ausreißer nach oben. Er liegt unter den Preisen großer Kirchen in London, Barcelona oder Santiago de Compostela und ungefähr in der Größenordnung anderer bedeutender Kathedralen.
Zum Thema: Wem gehört eigentlich der Kölner Dom?



